Ehepaar musste wegen 7 kg auf Flug in den Urlaub verzichten

MERKLINDE 14 Tage Kapverdische Inseln - ein Traumurlaub, der an sieben Kilo scheiterte. So viel war der Koffer von Jürgen Loock zu schwer, als er am Düsseldorfer Flughafen bei TUIfly einchecken wollte. Und die Reise war zu Ende, bevor sie angefangen hatte.

von Von Christoph Witte

, 02.03.2009, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ehepaar musste wegen 7 kg auf Flug in den Urlaub verzichten

Astrid und Jürgen Loock mussten auf ihren Urlaub verzichten.

Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen (ABB) der TUIfly unter Punkt 6.1 geregelt: "Für TUI Card Gold Inhaber wird eine Freigepäckmenge in Höhe von 30 kg pro Person gewährt. Ein einzelnes Gepäckstück sollte nicht über 30 kg wiegen." Der Koffer von Jürgen Loock wog aber 37 Kilogramm. "Man sagte uns, wir könnten ja umpacken", erinnert sich Jürgen Loock an den 25. Februar. "Aber der andere Koffer war ja auch voll. Und woher sollten wir um 5.20 Uhr am Flughafen ein zusätzliches Gepäckstück bekommen?"Balkonien statt Rio Caramboa Geschockt und gelähmt gaben die Loocks die Bordkarten zurück, machten sich auf den Weg zurück nach Merklinde. Balkonien statt Rio Caramboa. "Ich bin jetzt noch traumatisiert", sagt Astrid Loock. "Das ist uns in 35 Jahren noch nie passiert:" Sie ging zur Verbraucherzentrale, wo man ihr empfahl, einen Anwalt einzuschalten. Am Dienstag treffen sich die Loocks mit dem Bochumer Fachanwalt für Reiserecht, Michael Abshoff. Sie möchten Regressansprüche stellen. Es geht um rund 3500 Euro.Regelungen schwammig formuliert Zwar teilte Abshoff auf Anfrage mit, dass man wahrscheinlich nicht so gute Karten habe. Doch die Loocks haben sich intensiv mit den ABB von TUIfly und anderer Fluggesellschaften auseinander gesetzt und finden die Regelungen bei TUIfly schwammig. "Nirgendwo steht geschrieben, dass ein Gepäckstück über 30 Kilo nicht befördert werden kann. Es ist nur die Rede von 'sollte'", meint Astrid Loock. Außerdem stünde nicht eindeutig drin, dass ein zweiter Koffer pro Person zulässig ist. "Was ich ja sogar verstehen könnte, wenn es nicht ginge", sagt Jürgen Loock, "sonst könnte ja jeder fünf Koffer mitnehmen."Fluggesellschaft wollte auch Gesundheit der Lader achten TUIfly bedauert den Vorfall. Ein Unternehmenssprecher machte aber klar, dass es zwar Ermessensspielraum bei dem Gewicht gäbe, sieben Kilo Übergepäck aber doch zu viel wären. Immerhin müsse man an die Gesundheit der Lader denken. Allerdings räumte er ein, dass man die ABB durchaus konkretisieren und einige Passagen aus der Liste der am häufigsten gestellten Fragen übernehmen könne.

"Nie wieder TUIfly" Wie auch immer der Fall für die Loocks ausgeht, für sie steht fest: "Nie wieder TUIfly. Der nächste Urlaub geht nach Wangerooge."

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