„Ein Garten voller Überraschungen“ bei Lilly und Gisbert Danneberg

mlzGartenserie „Querbeet“

Bunt und bienenfreundlich soll er sein, aber auch schön anzusehen. Seit 40 Jahren hegen und pflegen Lilly und Gisbert Danneberg ihren Garten – lassen der Natur aber auch ihren freien Lauf.

Ickern

, 05.09.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Garten „voller Überraschungen“, kündigt Gisbert Danneberg an und es soll sich bewahrheiten. Durch ein großes Eingangstor gelangt man auf das Grundstück des Ehepaars, ein überdachter Eingangsbereich, dekoriert mit Bildern und Skulpturen, führt in den Garten der Familie.

Dahinter eröffnet sich ein Anblick in verschiedenen Grüntönen, gespickt mit farbenreichen Blütenprachten. „Farben braucht der Mensch“, erklärt Lilly Danneberg. Und davon gibt es in ihrem Garten reichlich.

Verschiedene Zonen bieten stets verschiedene Perspektiven

Das Ehepaar hat den Garten in verschiedene Zonen aufgeteilt, „schließlich gibt es für jede Rubrik immer wieder schöne Pflanzen, die man gerne haben möchte“, sagt Gisbert Danneberg. Mit hellen Fliesen gilt die Terrasse als der „Mediterrane Bereich“. „Das riecht immer so herrlich“, schwärmt Lilly Danneberg, als sie ein Blättchen Minze abzupft und zwischen ihren Fingern zerreibt.

Der Garten von Lilly und Gisbert Danneberg ist in verschiedene Zonen eingeteilt. Vorne ist der Wassergarten zu sehen.

Der Garten von Lilly und Gisbert Danneberg ist in verschiedene Zonen eingeteilt. Vorne ist der Wassergarten zu sehen. © Tabea Prünte

Links zeigt ihr Ehemann nun auf einen kleinen erhöhten Steingarten, rechts daneben schließt sich mit einem Fischteich der Wassergarten an. Auch Frösche seien hier zu Hause, „die quaken nachts um die Wette, da hab ich immer ein schlechtes Gewissen wegen der Nachbarn“, gibt Lilly Danneberg zu.

„Ein Werden und Vergehen“

Schmale Pfade, mal aus Schotter, mal aus Steinplatten, führen durch die verschiedenen Gartenzonen. „Es ist immer was dazugekommen. Der ganze Garten hat sich mit der Zeit entwickelt“, meint Gisbert Danneberg. „Ein Werden und Vergehen“ sei der Garten und diesen Wandel müsse man unterstützen.

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Einige der Pflanzen sind mittlerweile etwa 40 Jahre alt, so lange ist es her, dass die Familie begonnen hat, den Garten zu gestalten. Zunächst standen die Hälfte der 600 Quadratmeter als Nutzgarten zur Verfügung. Chicoree, Brokkoli – „alles, was man eben gerne isst, hab ich dort angepflanzt“, erklärt Lilly Danneberg. „Ich musste das einfach mal versuchen.“ Mit der Zeit wurde die Pflege des Nutzgartens jedoch zu aufwendig.

Spuren der Kunst im Garten der Familie Danneberg

Stachelbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren oder Tomaten - immer noch weisen einige Spuren auf die ehemalige Funktion eines Nutzgartens hin. „Natürlich mache ich aus den Beeren auch Aufgesetzten“, sagt Lilly Danneberg und lacht.

Neben den Pflanzen sind immer wieder verschiedene Skulpturen sind im Garten des Ehepaars zu finden.

Neben den Pflanzen sind immer wieder verschiedene Skulpturen sind im Garten des Ehepaars zu finden. © Tabea Prünte

In der Gestaltung ihres Gartens spiegelt sich zudem sichtlich das Künstlerdasein des Ehepaars wider. Die Dannebergs betreiben eine Galerie und stellen verschiedene Kunstwerke aus, die sie selbst erarbeiten. Auch im Garten ragen einige der aus Holz, Ton, Gips oder Metall erarbeiteten Skulpturen aus den Blüten und Büschen hervor.

Der Garten bringt dem Ehepaar Stille und Nähe zur Natur

Der Pfad führt nun weiter in den hinteren Teil des Gartens. Ein paar Schritte nur sind zurückgelegt und doch sieht der Garten plötzlich ganz anders aus. Auch die Geräusche der Straße werden leiser. „Der Garten bringt Stille“, erklärt Gisbert Danneberg. Ganz still ist es trotzdem nicht. Es zwitschert, summt und brummt von allen Seiten. Denn beinahe wichtiger als die Schönheit des Gartens ist dem Ehepaar die Bedeutung für die Natur. „Besonders wichtig ist der Lavendel als Bienenfalle“, so Lilly Danneberg und zeigt auf den lilafarbenen Strauch, auf dem sich zu den Bienen gerade ein Zitronenfalter gesellt.

Aus verschiedenen Perspektiven sind im Garten des Ehepaars Danneberg immer wieder neue Überraschungen zu entdecken.

Aus verschiedenen Perspektiven sind im Garten immer wieder neue Überraschungen zu entdecken. © Tabea Prünte

„Dass manche Menschen sich keine Gedanken machen über andere Lebewesen, finde ich unglaublich“, findet Lilly Danneberg. Sie weist auf den Dost, auch „Wilder Majoran“ genannt und ebenfalls Nahrungsquelle für Bienen. „Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich finde solche Pflanzen elementar.“ Zu viel Aufwand sei ihr die Pflege des Gartens nicht: „Wenn man etwas mit Liebe tut, dann ist nichts zu viel.“

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