Ein Jahr nach Brand am Mühlenkamp: „Wir hoffen immer noch auf eindeutige Hinweise“

mlzMühlenteich

Vor über einem Jahr hinterließ ein Feuer schwere Schäden am Neubau am Frohlinder Mühlenkamp. Die sind beseitigt, die Bewohner eingezogen. Doch der Brandstifter konnte nie gefasst werden.

Frohlinde

, 09.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über ein Jahr ist es jetzt her, dass das gerade fertiggestellte Mehrfamilienhaus am Mühlenteich in Frohlinde brannte. Die Fassade des Hauses wurde beim Brand erheblich zerstört. Schnell war damals klar, dass ein Brandstifter am Werk gewesen sein muss.

Ein Jahr nach Brand am Mühlenkamp: „Wir hoffen immer noch auf eindeutige Hinweise“

Das neue Mehrfamilienhaus am Mühlenteich ist fertig und bezogen. Das hat aber lange gedauert. © Tobias Weckenbrock

Das Haus ist mittlerweile wieder bewohnbar, erzählt Philipp De Faber, Geschäftsführer von Wohngrund Ruhr: „Es ist mittlerweile vollständig fertiggestellt, und alle Wohnungen werden von den Bewohnern bewohnt.“

Hintergrund des Anschlags noch immer nicht bekannt

So haben auch Elke Körholz und Dr. Klaus Körholz ihre Wohnung in dem Haus wieder bezogen - am 31. Mai 2019. Einfach vergessen können sie aber nicht, was damals passiert ist. „Anfangs waren schon noch Bedenken da, die auch jetzt zum Teil noch vorhanden sind, da der Hintergrund dieses Anschlags ja nicht bekannt ist“, erzählen die beiden.

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Der Täter wurde nämlich noch immer nicht gefasst. „Das Ermittlungsverfahren wurde vor einem Jahr eingestellt, der Brandstifter wurde nicht gefunden“, sagt Felix Giesenregen von der Staatsanwaltschaft Dortmund auf Anfrage unserer Redaktion.

Fahndungsplakate hängen weiterhin aus

Die Fahndungsplakate, mit deren Hilfe der Brandstifter gefunden werden soll, hängen aus diesem Grund weiterhin aus. Die Plakate hängen noch immer, da der Brandstifter bisher nicht so eindeutig ermittelt werden konnte, dass es für eine rechtskräftige Verurteilung gereicht hätte. Wir hoffen immer noch auf eindeutige Hinweise“, sagt Bewohner Klaus Körholz.

Ein Jahr nach Brand am Mühlenkamp: „Wir hoffen immer noch auf eindeutige Hinweise“

Ein absichtlich gelegtes Feuer zerstörte vor über einem Jahr die Fassade des Hauses in Frohlinde. © Thomas Schroeter

Sachdienlichen Hinweisen werde selbstverständlich weiterhin nachgegangen, erzählt Staatsanwalt Giesenregen. Bisher seien allerdings „keine entscheidenden Hinweise eingegangen. Wenn noch etwas kommen sollte, gehen wir dem jederzeit nach.“

Ärger mit dem Bauträger und dem Bauunternehmen

Auch wenn der Brandstifter noch nicht gefasst ist: Sicher fühlt sich das Ehepaar Körholz in seiner neuen Wohnung schon: „Weil man mit der Zeit nicht mehr unbedingt so viel darüber nachdenkt.“

Von dem Bauträger und dem Bauunternehmen fühlen sich Elke und Klaus Körholz allerdings im Stich gelassen. Noch immer sei nicht alles fertig, und durch den Brand habe es eine enorme Zeitverzögerung gegeben. „Dadurch gab es viel Ärger mit dem Bauträger und dem Bauunternehmen, die einen mehr oder weniger im Regen haben stehen lassen - mit allen Problemen“, sagt Körholz.

Wohnen umgeben von Umzugskisten

So unter anderem bei der Entschädigung, für die bei dem Haus an sich der Bauträger und dessen Versicherung zuständig sind. „Das hat leider zu unbegreiflichen Problemen geführt, die noch immer nicht abgearbeitet worden sind“, erzählt Körholz. „Da haben zum Beispiel die Käufer kein Mitspracherecht.“ Eine Eigentumsumschreibung sei noch nicht erfolgt.

Durch den Brand mussten die beiden für eine längere Zeit in ihrem alten Haus wohnen, „allerdings umgeben von Umzugskisten, die zum Teil gepackt waren und mit sehr spärlichem Mobiliar, da das zum Teil schon weitergegeben wurde etc.“

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Genau wie alle anderen Bewohner auch, konnten die Eheleute Körholz am 31. Mai in ihr neues Heim ziehen und sich dort inzwischen ein paar Monate einleben. Die Hoffnung, dass der Brandstifter noch gefasst wird, haben sie weiterhin. Damit die Bewohner am Mühlenkamp endgültig mit dem schrecklichen Erlebnis abschließen können.

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