Eklat bei Arbeiten für den Umzug der Kita Villa Kunterbunt

mlzWasserschaden

Beim Umzug der Kita Villa Kunterbunt in Castrop-Rauxel kommt es zu Schwierigkeiten. Am Dienstag kippte die Stimmung bei einigen Eltern, die mit anpacken wollten, damit Freitag eröffnet wird.

Ickern

, 18.07.2019, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Umzug einer Kindertagesstätte binnen einer Woche ist sicher eine Herausforderung. Die städtische Kita Villa Kunterbunt muss das in dieser Woche meistern. Denn im Gebäude an der Zechenstraße muss ein Wasserschaden saniert werden. Und dafür brauchen die Spezialfirmen Platz. Die Kita zieht darum in den leerstehenden Pavillon an der ehemaligen Gesamtschule in den Aapwiesen in Ickern. Doch es gibt Probleme und Knatsch.

Eklat bei Arbeiten für den Umzug der Kita Villa Kunterbunt

Im Pavillon wird ein Reinigungsdienst zum Abschluss der Arbeiten noch aktiv werden, schreibt die Stadtpressestelle auf Anfrage unserer Redaktion. © privat

Das Problem und die Vorwürfe:

  • Die Mitarbeiterinnen der Kita sind in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung als Trägerin der Einrichtung aufgefordert, den Pavillon soweit auf Vordermann zu bringen, dass dort am Freitag der Betrieb der Kita wieder aufgenommen werden kann, nachdem nun vier Tage außer der Reihe geschlossen ist.
  • Am Dienstag hat sich nach Schilderungen von Beteiligten folgendes Bild ergeben: Der Pavillon an der Gesamtschule „sieht aus wie Sau“ (Zitat einer Zeugin). Am Pavillon „wurde in der Zwischenzeit gar nichts gemacht“. Auf der Wiese lägen Müll und Scherben, es sei auch kein Zaun da, um ein Außengelände für die Kinder zu sichern. Drinnen habe es am Morgen „schrecklich“ ausgesehen. Die Fenster und Wände seien „in einem schlechten Zustand und nicht neu gestrichen worden, die Toiletten sehr schmutzig“.
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  • Einige Eltern sollen in der Kita spontan Hilfe zugesagt haben – auch zum Putzen. „Das hätten die Erzieherinnen allein niemals geschafft“, so eine Informantin. Rund 20 Eltern, „das war ein Kommen und Gehen vor oder nach der Arbeit“, sollen am Dienstag dort gewesen sein, um mit anzupacken.
  • Nach einer Beschwerde bei der Stadtverwaltung sollen zwei Mitarbeiter vorbei gekommen sein. Ab sofort, hieß es, dürften die Eltern nicht mehr helfen. Auch das Fotografieren soll untersagt worden sein.
  • „Aber was sollen die Mitarbeiterinnen denn machen, wenn sie Hilfe brauchen?“, fragt unsere Informantin. Und man könne Eltern ja wegen der Fotos die Handys nicht abnehmen.
  • „Niemand weiß so genau, ob und wann jemand von der Stadt kommt, um das hier fertig zu stellen. Es sind nur noch zwei Tage Zeit, alles aufzubauen und einzuräumen.“

Eklat bei Arbeiten für den Umzug der Kita Villa Kunterbunt

Das Familienzentrum Villa Kunterbunt, Zechenstraße 1c in Ickern, muss in dieser Woche umziehen. © Tobias Weckenbrock


So erklärt die Stadt die Sachlage:

Die Aufregung war also groß. Während vor Ort weiter an einem guten Ergebnis gearbeitet wird, antwortete die Stadt-Pressestelle auf unsere Anfrage:

  • Ein derartiger Umzug, der mit Rücksicht auf die Eltern in kürzester Zeit durchgeführt wird, mutet sicher chaotisch an und zwischenzeitlich auch als extreme Herausforderung für alle Beteiligten. Viele Gewerke, Hände und Absprachen müssen auf den Punkt genau übereinstimmen, damit alles funktioniert.
  • Ganz lieb ist es, dass die Eltern mit anpacken, allerdings handelt es sich bei dem Pavillon bis zur geplanten Fertigstellung am Freitag / Donnerstagabend noch um eine Baustelle, auf der das Immobilienmanagement, der Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen, aber auch Schreiner etc. noch werkeln. Für die Eltern besteht kein Versicherungsschutz und so ist die freundliche Hilfe zwar eine sehr nette Geste, kann aber nicht ohne weiteres angenommen werden. Trotzdem einen herzlichen Dank für so viel Engagement.
  • Ein Anstrich ist im Provisorium derzeit nicht vorgesehen.
  • Der Zaun soll in Absprache mit dem Unternehmen ebenfalls bis Freitag montiert sein.
  • Zum Abschluss des Umzuges und der Arbeiten im Gebäude ist anschließend noch ein Reinigungsdienst beauftragt.
  • Auch wenn ggf. noch nicht jede Lampe am Freitag hängen wird, nicht alle Kartons ausgepackt sind und jedes Spielzeug seinen Platz gefunden hat, soll die Kita am Freitag nach dem derzeitigen Stand der Dinge betriebsbereit sein.
  • In diesem Zusammenhang dankt die Stadtverwaltung auch ihren Mitarbeitern rund um die Kita, die die Belastung durch den Umzug mittragen und die Kinder in den letzten Wochen gut auf die temporäre Veränderung eingestimmt haben.
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