Christian Wember ist seit knapp zwei Jahren Geschäftsführer von Taxi Bucher. Der 30-Jährige musste in den vergangenen Monaten allerdings durchaus kreativ werden. © Victoria Maiwald (Archiv)
Taxiverband warnt

Enorme Umsatzeinbußen im Taxi-Gewerbe: „Ruhe zu bewahren, ist schwierig“

Der Taxiverband befürchtet für die Branche bundesweit den Verlust Tausender Arbeitsplätze. Auch bei den Castrop-Rauxeler Unternehmen ist die Lage ernst. Die Betriebe müssen kreativ werden.

Geschlossene Restaurants, leere Kneipen und nahezu verwaiste Hotels – was für die jeweiliger Betreiber derzeit ein schwerer Schlag ist, trifft auch eine andere Branche: die Taxi-Unternehmen. „Wenn die Leute feiern oder unterwegs sind, fahren sie Taxi. Das ist im Moment leider nicht der Fall“, beschreibt Christian Wember, Geschäftsführer von Taxi Bucher, die momentane Situation.

Die Auswirkungen der Corona-Beschränkungen könnten auch für die Castrop-Rauxeler Taxi-Betriebe weitere Folgen haben.

„Können uns auf Politik verlassen“

Schon im Frühjahr hatte Wember erklärt, die Krise führe zu einem deutlichen Umsatzeinbruch: „Wir haben ungefähr 50 Prozent weniger Fahraufträge“, unterstrich der 30-Jährige im April. Knapp acht Monate später ist keine Besserung in Sicht. Laut eines Artikels des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ rechnet der Taxiverband ohne zusätzliche wirtschaftliche Hilfen bundesweit mit einem Verlust von 12.000 Unternehmen und 80.000 Arbeitsplätzen innerhalb der Branche.

Derart negativ sieht Christian Wember die momentane Situation in Castrop-Rauxel noch nicht: „Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens führen zwar dazu, dass die Taxi-Unternehmen, die normalerweise eine Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs sind, kaum noch ausgelastet sind. Wir können uns aber auf die Politik verlassen und deshalb will ich da auch gar keine Forderungen stellen“, sagt Wember.

Circa 25 Mitarbeiter beschäftigt der Unternehmer bei Taxi Bucher. Mit seinen zehn Fahrzeugen musste Wember in den vergangenen Monaten kreativ werden. „Wir setzen jetzt vermehrt auf Flexibilität und Gelegenheitsverkehr. Das heißt, dass wir beispielsweise häufig Kunden haben, die in der Pflege oder der Krankenversorgung tätig sind“, erklärt der 30-Jährige.

Hoffnung auf mehr Unterstützung

Doch obwohl man in der zurückliegenden Zeit jede Menge Arbeit geleistet habe, sei der wirtschaftliche Einbruch enorm. Laut Wember ist es deshalb natürlich schwierig die Ruhe zu bewahren, „allerdings ist die Situation in größeren Städten, wo die Taxi-Branche noch deutlich stärker vom öffentlichen Leben abhängt, vermutlich noch dramatischer.“

Wirtschaftliche Einbußen verzeichnet auch Taxi Castrop. Der junge Betrieb, erst seit anderthalb Jahren in Castrop-Rauxel, befinde sich in einer sehr schlechten Verfassung, betont Inhaber Mohammad Sajjad: „Wir haben derzeit einen Umsatzeinbruch von etwa 30 Prozent. Dadurch, dass die Menschen weniger unterwegs sind, sind natürlich auch unsere Fahrten deutlich zurückgegangen.“

Das Unternehmen mit seinen fünf Taxen hoffe deshalb auf weitere finanzielle Unterstützung von der Politik, andernfalls stehe der Betrieb Sajjad zufolge vor einer ungewissen Zukunft.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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