Enttäuschende Tannenbaum-Bilanz

CASTROP-RAUXEL So euphorisch die 340 Helfer in die 15. Aktion Tannenbaum gingen, so ernüchternd fiel ihre Bilanz aus: So wenig wie in diesem Jahr wurde lange nicht gespendet. "Nur" 10 600 Euro machten die Castrop-Rauxeler in diesem Jahr für den Einsatz der ehrenamtlich tätigen Organisationen locker - und kniepten ganz schön.

von Von Julia Grunschel

, 13.01.2008, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zu einem Drittel weniger Spenden

Bis zu einem Drittel weniger Spenden

Warum das Ergebnis deutlich geringer ausfiel, kann Jürgen Tide nicht erklären. Denn wie in jedem Jahr haben die Organisationen in unterschiedlichem Ausmaß Werbung für die Aktion Tannenbaum und ihren gewählten Spendenzweck gemacht. "Nur eine einzige Organisation konnte ihre Einnahmen steigern, alle anderen hatten massive Einbrüche. Zum Teil sogar bis zu einem Drittel", erklärt der Koordinator.

Dabei sei das ehrenamtliche Engagement und der körperliche Einsatz der Helfer nicht hoch genug Wert zu schätzen. Schließlich müssen im Stadtgebiet über 10 000 Bäume abgeholt werden. Vor allem die hohe Beteiligung von Kindern und Jugendlichen hebt der Koordinator hervor: "In Zeiten, wo alle nur auf Jugendliche einknüppeln, muss man das Engagement einfach loben. Das muss erst einmal nachgemacht werden: von 9 bis im Schnitt 15 Uhr Tannenbäume tragen und heben."

Pro Kopf bis zu 30 Bäume gestemmt 

So hat beispielsweise das THW konkrete Zahlen für seinen Bezirk Habinghorst vorgelegt. 43 Helfer haben dort 1119 Bäume gesammelt. "Zieht man die Fahrer ab, so kommt man pro Kopf auf 30 Bäume. Das geht in die Arme - vor allem bei den vielen großen Exemplaren", weiß Jürgen Tide.

Ansonsten ist der Organisator aber zufrieden: "Gott sei Dank gab es keine Komplikationen. In mancher Hinsicht bin ich ja eher pessimistisch." Die 340 Helfer und die 46 Fahrzeuge - zehn vom EUV, der Rest von Castrop-Rauxeler Betrieben - haben alles schaden- und unfallfrei überstanden. "Deswegen an dieser Stelle noch einmal ein großes Kompliment und Dank an alle, die geholfen haben und die die Fahrzeuge samt Fahrer zur Verfügung gestellt haben. Auch das ist nicht selbstverständlich", lobt Jürgen Tide weiter.

Bäume werden in dieser Woche geschreddert

In Pöppinghausen werden die Bäume in dieser Woche nun geschreddert und zur Rekultivierung verwandt. Was nicht auf der Deponie bleibt, wird innerhalb der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet AGR verteilt.  Bürger, die sich im Nachhinein bedanken wollen, können noch Spenden bei den einzelnen sammelnden Organisationen abgeben. Beteiligt waren in diesem Jahr wieder die Kolpingjugend Frohlinde, die Löschzüge Merklinde, Castrop und Rauxel-Dorf der Freiwilligen Feuerwehr, die Jugend der Ev. Kirchengemeinde Schwerin/Frohlinde, das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die DLRG und Kolping Henrichenburg.

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