Erschaffer möchte die Stahlskulptur von 1996 vom Gymnasium zurück

ASG-Denkmäler

Jürgen Kaulitz aus Obercastrop ist nicht verärgert. Aber er möchte ein Stahlmännchen zurück. Das schenkte die Abiturientia 1996 als Denkmal dem ASG. Auch diese Skulptur ist nun verschwunden.

Castrop

, 22.01.2019, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Abiturienten des Jahrgangs 1996 schenkten dem ASG als Denkmal ein Stahlmännchen, das ein metallenes Buch trug: Darin waren alle Namen aufgeführt. Das Buch verschwand schon vor Jahren - nun ist auch das Stahlmännchen weg. Die Erschaffer, Familie Kaulitz, hätten es nun gern zurück.

Die Abiturienten des Jahrgangs 1996 schenkten dem ASG als Denkmal ein Stahlmännchen, das ein metallenes Buch trug: Darin waren alle Namen aufgeführt. Das Buch verschwand schon vor Jahren - nun ist auch das Stahlmännchen weg. Die Erschaffer, Familie Kaulitz, hätten es nun gern zurück. © Kaulitz

„Wo ist der Silbermann geblieben?“, fragt der Diplom-Ingenieur Jürgen Kaulitz vom Bookenweg, als er am Donnerstagmorgen in unsere Redaktion kommt. Da hat er gerade den Bericht gelesen über die verschwundenen Skulpturen und Denkmäler der Abiturienten vom altehrwürdigen Adalbert-Stifter-Gymnasium. Und berichtet: „Gestern habe ich noch versucht, den Schulleiter telefonisch zu erreichen. Ich wollte wissen, wo die Skulptur geblieben ist, die ich 1996 mit meinem Sohn gebaut habe.“ Sein Sohn Thomas Kaulitz wohnt zwar inzwischen in Radebeul. Aber er machte 1996 Abitur am ASG und habe nun um die Weihnachtstage gefragt: „Wo ist eigentlich mein Männchen geblieben?“

Neben dem Obelisk und dem Stern

Das Denkmal schenkte die Stufe 1996 der Schule als Erinnerung an den Jahrgang - das ist seit Jahrzehnten so Brauch am ASG. Es handelte sich um eine Stahlfigur, die neben dem Obelisken, dem Stern und einem weiteren Denkmal auf der Wiese gleich neben der Treppe des Haupteingangs stand. Sie trug einst ein metallenes Buch, das aufgeschlagen in ihren Armen lag und in dem alle Namen der Abschlussschüler standen. Das Buch verschwand schon vor vielen Jahren - aber die Halterung, das Stahlmännchen, das blieb. Sohn Thomas und Papa Jürgen hatten es damals für die Stufe gebaut. „Hart wie Kruppstahl“, so der Vater, sei das Material gewesen. „Man hätte einen Panzer darüber rollen lassen können.“

Als Antwort erhielt Kaulitz nun zu seiner Verwunderung aus der Schulleitung dieselbe Aussage wie die anderen Urheber und Abiturienten anderer Jahrgänge: Bei den Sanierungsarbeiten der Fassade sei das Denkmal beschädigt und dann entsorgt worden. „Das rostet nicht“, meint er, und beschädigen könne man es auch nicht. Vater Jürgen Kaulitz erinnert sich daran, dass während der Bauphase ein Bauwagen auf der Wiese direkt vor dem Stahlmännchen gestanden habe. Und dann war „der Kerl“, wie er sagt, weg. „Ich hätte das Ding einfach gern zurück“, so Kaulitz, „ich würde es mir gern in den Vorgarten stellen.“

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Im Umfeld des ASG ist noch der „Abikini“ aus dem Jahrgang 2007 erhalten geblieben. Wegweiser, Stern und ein schwarzer Obelisk sind nicht mehr da. Im Gebäude selbst soll es aber noch einige erhaltene Denkmäler geben.

So sah des Stahlmännchen in den letzten Jahren aus.

So sah des Stahlmännchen in den letzten Jahren aus. © Kaulitz

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