Erste Flüchtlinge sind in die Zeltstadt eingezogen

In Castrop-Rauxel

Die ersten Flüchtlinge sind eingezogen in die Großnotunterkunft auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände im Castrop-Rauxler Stadtteil Habinghorst. 90 Menschen kamen bereits. Und das nicht am Montag, sondern bereits einige Tage zuvor, wie die Stadt bestätigte.

CASTROP-RAUXEL

, 25.01.2016, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
An den Seiten der Zelte sind die neu installierten Lampen sowie die Heizungen angebracht. 1000 Liter fasst der Tank jeder Öl-Heizung.

An den Seiten der Zelte sind die neu installierten Lampen sowie die Heizungen angebracht. 1000 Liter fasst der Tank jeder Öl-Heizung.

Den ersten Einzug gab es demnach schon am Freitag. Sukzessive soll die Zeltstadt mit maximal 1000 Flüchtlingen belegt werden. Zeltstadtchef Horst Kreienkamp bestätigte auf Anfrage: „Bis jetzt hat alles reibungslos geklappt.“

Unterdessen arbeitet die Stadt weiter daran, neuen Wohnraum für so genannte Kontingent-Flüchtlinge zur Verfügung stellen zu können.

Nach Auskunft von Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi soll der Pavillon hinter der Janusz-Korczak-Gesamtschule um Ostern bezugsfertig sein, das Gebäude der alten Grundschule an der Marienburger Straße im Sommer dieses Jahres. Fest auf der Agenda hat die Stadt auch die ehemalige Friedrich-Harkort-Grundschule in Merklinde, die das Land als Erstaufnahmeeinrichtung nicht mehr benötigt.

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Müssen Familien aus Wohnungen in Sammelunterkünfte?

Bei den ehrenamtlichen Helfern der Facebook-Gruppen bricht sich unterdessen tiefe Sorge Bahn. Das hat mit Veränderungen im Leistungsgesetz für Asylbewerber zu tun. Demnach sollen die Kommunen, so auch die Stadt Castrop-Rauxel, Menschen, die keine Bleibeperspektive in Deutschland haben, von Wohnungen in Sammelunterkünfte verlegen. Das bestätigt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann auf Anfrage unserer Redaktion.

„Sollen die Familien, die in den Wohnungen an der Vördestraße untergekommen sind, etwa in eine Turnhalle zurück?“, fragt etwa Catrin Arends vom Flüchtlingshilfe-Verein, die sich besonders um vom Balkan geflüchtete Menschen kümmert.

„Aktuell soll keine Familie in eine andere städtische Unterkunft umziehen, um für eine andere Platz zu machen“, erklärt Hilleringmann. Grundsätzlich möchte und werde die Stadt die neuen Vorschriften möglichst sozialverträglich umsetzen, so die Stadtsprecherin.

Drohen Castrop-Rauxels Haushalt große Probleme?

Meldungen aus Schwerte, wie Castrop-Rauxel ebenfalls Stärkungspakt-Kommune, wonach in diesem Jahr haushaltsrechtliche dicke Probleme drohten, weil das Land für die Flüchtlinge erst 2017 zahle, weist Stadtkämmerin Annemarie Tesch zurück.

„Es gilt die vorliegende Vereinbarung zwischen der Landesregierung und den kommunalen Spitzenverbänden“, bekräftigt Tesch. Demnach bekommt unsere Stadt 7,7 Millionen Euro für Flüchtlinge in 2016. Im Laufe des Jahres könnte noch nachgebessert werden, wenn sich die Zahl erhöht. Ab 2017 gebe es dann die neue Berechunungsgrundlage, wonach monatsgenau pro Flüchtling vom Land 833 Euro gezahlt würden. 

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