Eskimo Callboy: Aufgestaute Energie fließt in neue Songs der Band

mlzMusik aus Castrop-Rauxel

Die Castrop-Rauxeler Band Eskimo Callboy hat sich nach längerer Suche für einen neuen Sänger entschieden. Bereits am 14. Juni erscheint die erste Single mit ihm.

Castrop-Rauxel

, 12.06.2020, 20:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nun ist die Katze aus dem Sack. Über Wochen hatten die Musiker von Eskimo Callboy ein Geheimnis daraus gemacht, wer Nachfolger von Sänger Sebastian „Sushi“ Biesler bei der Castrop-Rauxeler Band wird.

Der hatte die Combo vor der wegen Corona geplatzten Russland-Tournee verlassen. Per Internet-Audition suchten die Musiker nach Bewerbern für den vakanten Platz am Mikrofon neben dem Mikro von Kevin Ratajczak.

Drei Kandidaten waren schließlich in der engeren Auswahl. Die Wahl fiel am Ende auf Nico Sallach. Der ist kein Unbekannter in der Metalcore/Trancecore-Szene. Der Gladbecker sang acht Jahre lang bei der Band To the Rats and Wolves bis zu ihrer Auflösung Anfang des Jahres. Die Musiker beider Bands pflegen freundschaftliche Kontakte und waren mehrfach gemeinsam auf Tournee. Und so war Sallach auch als Interimslösung für die Russland-Tournee fest eingeplant.

Nico Sallach (Foto) ist neu bei Eskimo Callboy. Er tritt die Nachfolge von Sebastian "Sushi" Biesler an und steht künftig neben Kevin Ratajczak an den Mikrofonen.

Nico Sallach (Foto) ist neu bei Eskimo Callboy. Er tritt die Nachfolge von Sebastian "Sushi" Biesler an und steht künftig neben Kevin Ratajczak an den Mikrofonen. © Sallach

Ratajczak widerspricht Kritikern

Kevin Ratajczak, der zweite Sänger bei Eskimo Callboy, widerspricht Kritikern, die behaupten, die Auditions seien bloß eine Inszenierung gewesen und Sallach habe bereits längst als Sushi-Nachfolger festgestanden.

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„Nico hatte nie Ambitionen gezeigt, sich bei uns zu bewerben, das kam relativ spät“, sagt Ratajczak auf Nachfrage, „als wir die Auditions gestartet haben, kam Nico an und hat gesagt: ,Ich könnte mir auch vorstellen für immer bei euch zu bleiben.‘“

Eskimo Callboy hatten per Internet-Auditions nach einem neuen Sänger gesucht, der den Platz von Sebastian "Sushi" Biesler einnimmt. Daniel Klossek (v.l.n.r./Bass), Daniel Haniß (Gitarre), Kevin Ratajczak (Gesang & Synthesizer), Pascal Schillo (Gitarre) und David Friedrich (Schlagzeug).

Eskimo Callboy hatten per Internet-Auditions nach einem neuen Sänger gesucht, der den Platz von Sebastian "Sushi" Biesler einnimmt. Daniel Klossek (v.l.n.r./Bass), Daniel Haniß (Gitarre), Kevin Ratajczak (Gesang & Synthesizer), Pascal Schillo (Gitarre) und David Friedrich (Schlagzeug). © Eskimo Callboy

Noch vor den Corona-Kontaktbeschränkungen hatte die Band alle drei Kandidaten aus der Endauswahl in den Proberaum eingeladen, um zu sehen, wie die Zusammenarbeit läuft. „Die anderen beiden können auch super singen, hatten aber ganz andere Arbeitsweisen“, so Ratajczak. Bei Sallach habe alles gepasst. Und dass er in der Nähe wohnt, sei sicherlich von Vorteil, aber nicht ausschlaggebend bei der Entscheidung für ihn gewesen.

Ausschnitte aus neuen Musikvideos

Die Zusammenarbeit trägt bereits erste Früchte, in einem Video präsentieren Eskimo Callboy ein paar Appetithäppchen. „Ich habe eine Leichtigkeit beim Songwriting entdeckt, die ich lange nicht mehr gespürt habe“, sagt Ratajczak, der für Texte und Melodien zuständig ist. „Mit Nico ist das ein Geben und Nehmen.“

Mit Ex-Sänger Sushi Biesler habe man sich zuletzt eher gegenseitig blockiert, was schließlich zur Trennung geführt habe.

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Bereits am Sonntag (14. Juni) soll die erste Single mit dem neuen Sänger erscheinen. „Hypa, Hypa“ ist ein band-typischer Gute-Laune-Song. Die Aufmachung und Gestik der Band im dazugehörigen Musikvideo erinnert verdächtig an die niederländische Proll-Comedy „New Kids“. Oder an „MC Thunder“, eine Kunstfigur aus dem gleichnamigen Song vom 2017er-Album „The Scene“. Ein kurzer Ausschnitt von „Hypa, Hypa“ ist bereits zu sehen (ab 2:13 Minuten).

Das gilt auch für „Hate/Love“, einen weiteren neuen Song, der hart und wuchtig um die Ecke kommt. Eine EP mit einer Handvoll neuer Stücke soll bereits im August erscheinen. Das Werk sei geprägt von der Lockdown-Zeit, abgesagten Konzerten und aufgestauter Energie. „Wir haben das in der Musik gemerkt, die wir geschrieben haben“, so Ratajczak, „die war impulsiver, energetischer; völlig fern ab von dem, was wir auf dem letzten Album Rehab gezeigt haben.“

Neue EP ist kein Richtungswechsel

Eine Rückkehr - zu einer musikalisch härteren Gangart - beschränke sich aber erst mal auf die EP. „Wie aussagekräftig die jetzt für Eskimo Callboy 2020 ist, sei mal dahin gestellt“, erklärt Ratajczak: „Beim nächsten Album wird die Schere wieder weiter auseinander gehen.“ Es wird also auch wieder poppigere Töne von Eskimo Callboy geben.

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