Die schlimmste Straße der Stadt wird immer noch nicht saniert

mlzFahrradstraße

Die Wewelingstraße in Pöppinghausen sollte Anfang 2020 zur Fahrradstraße umgebaut werden. Das hatte EUV-Vorstand Michael Werner im Sommer 2019 versprochen. Geschehen ist hier bisher nichts.

Pöppinghausen

, 27.07.2020, 17:55 Uhr

Im Juli 2019 kündigte EUV-Vorstand Michael Werner bei einer Bürgerversammlung im Center in Pöppinghausen an, dass die völlig marode Wewelingstraße Anfang 2020 zur Fahrradstraße umgebaut und saniert werde.

Die Straße zwischen dem Sportplatz des SuS Pöppinghausen und dem Ringelrodtweg im Westen gilt als eine der holprigsten Straßen der Stadt. 500.000 Euro sollte der Umbau zur Fahrradstraße kosten, wovon die Stadt aber nur 50.000 Euro Eigenanteil beisteuern müsse. Den Rest fördere das Land, so Michael Werner.

Die Hälfte des Jahres 2020 ist vorbei. Aber getan hat sich in Pöppinghausen nichts, wie wir bei einer Testfahrt über die Buckelpiste am Montag (27.7.) erfahren und spüren durften.

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Die Vogels kämpfen seit Jahren für die Wewelingstraße

Karl-Heinz Vogel, Anwohner der Wewelingstraße, könnte über seine Straße lange Geschichten erzählen. „Aber ich will Sie nicht langweilen. Fakt ist, dass der EUV hier etwas versprochen hat, was jetzt aber offenbar nicht eingehalten wird. Warum das so ist, das beantwortet mir der EUV aber nicht“, so Vogel.

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Er und seine Frau kämpfen seit Jahren für die Renovierung der Straße. Karl-Heinz Vogels Frau reagiert inzwischen sarkastisch auf die Angelegenheit: „Ich hole demnächst Rasen aus unserem Garten und lege den hier hin, damit Gras über die Sache wachsen kann.“

Schlagloch an Schlagloch: So präsentiert sich die Wewelingstraße zwischen Ringelrodtweg und dem Sportplatz des SuS Pöppinghausen seit ewigen Zeiten. Jetzt soll sie zur Fahrradstraße werden. Aber wann?

Schlagloch an Schlagloch: So präsentiert sich die Wewelingstraße zwischen Ringelrodtweg und dem Sportplatz des SuS Pöppinghausen seit ewigen Zeiten. Jetzt soll sie zur Fahrradstraße werden. Aber wann? © Volker Engel

Dabei schien sich der Dauerkummer der Anwohner und Nutzer der Wewelingstraße nach Werners Zusage 2019 endlich zu erledigen. „Es gibt ja auch andere marode Straßen im Stadtgebiet, das ist keine Frage“, sagt Vogel und verweist darauf, dass der Stadtbetrieb EUV gerade angekündigt habe, die Fahrbahndecke der Arnsberger Straße sowie des Hangweges im Bereich zwischen der Arnsberger Straße und der Amtstraße zu sanieren.

Eine Sanierung wäre die Holperstrecken-Beseitigung an der Wewelingstraße nicht. Darum hatten den wenigen Anliegern hohe Kosten gedroht. Denn die Krux war über Jahre: Aus Sicht des EUV handelte es sich um einen Erstausbau der Straße. Und dann müssten die Anwohner 90 Prozent der Kosten tragen. Das wäre ein Unding gewesen, da war man sich allgemein einig.

Und so war man erleichtert, als man auf das Bürgerradwege-Programm des Landes stieß. Karl-Heinz Vogel: „Das wird von EUV jetzt übrigens als eigene Idee verkauft, der Hinweis dazu aber kam von uns aus Pöppinghausen. Aber sollen die sich ruhig die Federn an den Hut stecken.“

Umgehung der viel befahrenen Pöppinghauser Straße

Die Fahrradstrecke wäre aus seiner Sicht auch völlig gerechtfertigt, denn diese Strecke sei eine dringend nötige Alternative zur viel befahrenen Pöppinghauser Straße. „So könnte man mit dem Rad von Herne aus kommend in die Wewelingstraße einbiegen und über den Ringelrodtweg den Schlenker zurück zur Pöppinghauser Straße machen, wo es dann schon einen Radweg neben der Straße gibt“, so Vogel.

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Über 1,3 Kilometer könnte die Wewelingstraße auf diesem Weg mit öffentlicher Förderung Fahrradstraße werden, hatte EUV-Sprecherin Sabine Latterner Anfang 2019 nach Rücksprache mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW angekündigt.

Daraus wurde bis Juli 2019 laut Michael Werner Gewissheit. „Noch nie habe man innerhalb von drei Wochen eine solche Förderzusage bekommen, hat uns Michael Werner damals erzählt“, erinnert sich Karl-Heinz Vogel.

Doch die Fahrradstraße ist bis heute keine Realität geworden. Warum das so ist? Weil Michael Werner vor einem Jahr wohl ein voreiliges Versprechen gab. Denn wie Sabine Latterner nun erläutert, gebe es die Förderzusage bis heute nur mündlich.

Die schriftliche Bestätigung stehe noch aus, sei aber zugesagt. Latterner: „Die ursprünglichen Planungen sahen vor, die Maßnahme in diesem Jahr auszuschreiben, was allerdings erst nach schriftlicher Bewilligung möglich ist.“ Das hatte bei Michael Werner vor zwölf Monaten komplett anders geklungen.

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