Landrat Bodo Klimpel (l.) überreichte am Montagnachmittag das Bundesverdienstkreuz in Anwesenheit von Bürgermeister Rajko Kravanja (r.) an dessen Vor-Vorgänger Nils Kruse. © Kreis
Ehrung

Ex-Bürgermeister mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Er wurde 1999 der erste direkt gewählte hauptamtliche Bürgermeister Castrop-Rauxels und durchbrach damals eine lange SPD-Vorherrschaft. Jetzt erhielt Nils Kruse (CDU) das Bundesverdienstkreuz.

Der frühere CDU-Bürgermeister Nils Kruse erhielt am Montag (14.12.) das Bundesverdienstkreuz. Wäre es nach Kruse gegangen, hätte der in eigener Sache seit jeher zurückhaltende Altbürgermeister das am liebsten ohne öffentliche Begleitmusik begangen.

Da eine Verleihung des Bundesverdienstkreuzes unter dem Blickwinkel medialer Gesetzmäßigkeiten allerdings keine Privatangelegenheit ist, kehrt der 77-jährige gut 15 Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem kommunalen Spitzenamt noch einmal ohne sein aktives Zutun für einen Tag ins Rampenlicht zurück. Aus der Hand von Landrat Bodo Klimpel erhielt Kruse im Kreishaus „für sein Engagement im sozialen und kommunalpolitischen Bereich“ diese hohe Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland.

Anerkennung für Kruses Lebenswerk

Der Festakt ist die Anerkennung von Kruses Lebenswerk. Es spielte sich von 1999 bis 2004 fünf Jahre öffentlich politisch ab, davor und danach aber vielfach im Stillen und weitgehend unbemerkt ehrenamtlich.

Nils Kruse ist seit jeher ein Mann der Grundsätze: Viel zu verlangen von denjenigen, die sich das leisten können, und auf der anderen Seite diejenigen Menschen zu unterstützen, die der Hilfe bedürfen, ist ein Prinzip, das sich durch sein gesamtes Leben zieht. „Er war stets ein Mann der Tat“, bringt es Ulf Baranowsky, Schwiegersohn und politischer Vertrauter in den Bürgermeisterjahren, auf den Punkt.

Seit Jahrzehnten engagiert sich der vierfache Familienvater und fünffache Großvater im Lions Club, dessen Präsidentschaft er auch innehatte. Er übernahm Verantwortung als Vorsitzender des in Merklinde ansässigen Reitervereins Castrop-Rauxel und gehörte mit der Mitgliedsnummer 007 zu den Gründern des Golfclubs.

1999 wurde Kruse zum Bürgermeister gewählt

In die aktive Politik kam der gelernte Jurist Kruse, dessen Vater Wilhelm die Kanzlei und das Notariat Esser, Grunau und Kruse in den 50er-Jahren in der Altstadt begründet hatte, nach dem Ende der Ära Heinrich Brüggemann 1994. Da „Heinrich der Ewige“ keinen „Kronprinzen“ hatte groß werden lassen, wurde Kruse der CDU-Stadtverbandsvorsitz „angetragen“.

In einem kurzen Anlauf nutzte er die Gunst der Stunde und beendete bei den ersten direkten Bürgermeisterwahlen 1999 die SPD-Dominanz – wenn auch nur für fünf Jahre. Kruses größte Leistungen in dieser Zeit waren das konsequente Vorantreiben des Strukturwandels nach dem Ende der Kohle-Ära, die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wirtschaftsförderung, Erschließung von Arealen wie die Xcape-Fläche an der A 42. Sie steht noch heute auf der CDU-Agenda.

Dass die Castrop-Rauxeler ihn 2004 überraschend wieder ausbremsten, hat Kruse nie so richtig verwunden. Umso mehr dürfte ihn freuen, dass ihn mit Bodo Klimpel ein CDU-Landrat und langjähriger Weggefährte nun ehrte.

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