Familie Horsthemke wollte Haus in Schalke-Farbe streichen

Abwinken bei Königsblau

SCHWERIN Bei Königsblau sah die Stadt rot: Das passt für die Hüter der Erhaltungssatzung in der ehemaligen Bergarbeiterkolonie auf Schwerin gar nicht ins Bild.

von von Ilsemarie Schlehenkamp

, 27.10.2009, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Platzverweis für die Farbe, mit der Walter Horsthemke seine Liebe zu Schalke 04 am Haus der Familie an der Schweriner Straße eindrucksvoll dokumentieren wollte. "Es gibt keine andere Farbe für uns ", erklärt der 61-Jährige. Der schon als Steppke mit dem blau-weißen Fußballvirus infiziert war. "Wie meine Eltern, meine Kinder und meine Enkelkinder", zählt er auf. Die beiden ersten Halbzeiten im Gesprächsduell mit der Stadt um die "richtige" Fassadenfarbe für das über 100 Jahre alte Bergarbeiterhaus, in dem früher Kumpels aus der benachbarten Zeche Graf Schwerin wohnten, endeten ohne zählbares Ergebnis. In der Nachspielzeit, beim Termin vor Ort, fiel dann gestern im dritten Anlauf die Entscheidung.Blau auf der Rückseite

Ein Kompromiss: Die Stadt ist damit einverstanden, dass die Horsthemkes die Seitenfront und die Rückseite zum Garten im gewünschten Blauton streichen. Die Fassade zur Straße hin will Dennis Horsthemke als Hausbesitzer mit Bruder Maik und Vater Walter nach der Dämmung einfach nur verputzen. "Also weiß?" fragen der künftige Planungsamtschef Achim Wixforth und seine für Erhaltungssatzung und -beratung in der ehemaligen Kolonie zuständige Kollegin Carola Wilk. "Weiß geht nicht, das wird zu schnell dreckig", sagt Walter Horsthemke. Einfach nur Putz ohne Farbe, er habe schließlich auch seinen Stolz.

Dass er die Fensterlaibungen mit den alten Gesimsen, die der Dämmung zum Opfer fallen, akzentuieren muss, ist ihm klar. Achim Wixforth bittet um Verständnis. "Wir möchten alle Bürger hier gleich behandeln. Sonst wird die alte Kolonie wirklich zur Bonbonsiedlung." Man stelle sich einfach vor, der Nachbar würde seine Hälfte des Doppelhauses schwarz-gelb für den BVP pinseln. "Das lässt sich nicht mit dem Charakter der Siedlung vereinbaren", betont Wixforth. Sie solle vielmehr ein Zeugnis der bergbaulichen Geschichte auch für Besucher darstellen.Wappen auf die Gartenfront

Walter Horsthemke lächelt: "Das Schalker Vereinsemblem ist ein wunderbares Zeugnis." Das soll bei der Fassadengestaltung im nächsten Frühjahr auf die Gartenfront des Hauses.

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