Familienclan für zahlreiche Einbrüche hinter Gitter

Bis zu sechseinhalb Jahre Haft

Ein Jahr nach Prozessauftakt sind die Urteile gegen fünf Mitglieder der so genannten Goldschmuckbande gesprochen worden. Der kriminelle Familienclan hatte sich jahrelang durch reihenweise Einbrüche finanziert und praktisch keine Spuren hinterlassen. Jetzt wurden fünf Familienmitglieder zu Haftstrafen verurteilt.

CASTROP-RAUXEL/BOCHUM

01.02.2016, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Familienclan fand bei einem großen Coup einen ganzen Tresor voll mit Schmuck.

Der Familienclan fand bei einem großen Coup einen ganzen Tresor voll mit Schmuck.

Er war der Mann, den alle nur „Tarzan“ nannten. Ob das jedoch sein richtiger Name war, wissen wahrscheinlich nur wenige. Der 39-Jährige war unter neun(!) Aliasnamen unterwegs – und das in halb Europa. Sein Spezialgebiet: Wohnungseinbrüche. Als er 2014 festgenommen worden ist, hatten die Ermittler ganze Arbeit geleistet. 

Keine Spuren hinterlassen

Die Familie des Angeklagten hatte bis dahin praktisch keine Spuren hinterlassen. Sie war aus Frankreich gekommen und hatte sich Castrop-Rauxel und Herne als neue Basisstationen ausgesucht. Dabei gehörte es zur Tarnung, dass keine einzige Behörde eingeschaltet wurde. Miete und Nebenkosten wurden bar bezahlt, die Handys liefen übers Ausland, auf Sozialleistungen wurde komplett verzichtet.

Wie das möglich war, haben die Richter am Bochumer Landgericht so formuliert: „Die Angeklagten gehören einer europaweit agierenden Bande von Verbrechern an, die ihren Broterwerb damit verdient, in anderer Leute Wohnungen einzubrechen.“ Schon die Jugendlichen würden von ihren Eltern dazu angeleitet, auf Einbruchstour zu gehen.

Neben „Tarzan“ wurden auch noch vier weitere Familienmitglieder verurteilt. Ihre Strafen lagen zwischen einem Jahr auf Bewährung und viereinhalb Jahren Gefängnis.

Großer Schmuckraub

Die Tatorte ziehen sich quer durch Nordrhein-Westfalen. Der größte Coup ist den Angeklagten im Januar 2014 in Bad Sassendorf gelungen. Dort nahmen sie gleich einen ganzen Tresor mit, der sich als echte Schatzkiste entpuppte. Der Container war randvoll mit Schmuck – Armbänder, Uhren, Ketten und Krawattennadeln. Der Gesamtwert soll sich auf fast 200 000 Euro belaufen haben.

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