Fast ganz Castrop-Rauxel bekommt Turbo-Internet

Netz steht bereit

Nach anderthalb Jahren Vorlauf können 32.000 Castrop-Rauxeler Haushalte und Unternehmen mit Turbo-Geschwindigkeit im Internet surfen. Dazu müssen die Kunden allerdings selbst aktiv werden. Und eine schlechte Nachricht gibt es noch: Ein Stadtteil wird kein schnelles Netz bekommen.

CASTROP-RAUXEL

, 18.03.2015, 12:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fast ganz Castrop-Rauxel bekommt Turbo-Internet

Mithilfe der neuen Vectoring-Technik wird es auch in fast ganz Castrop-Rauxel Internet mit Turbo-Geschwindigkeit geben. Diese Nachricht gab der zuständige Breitbandbeauftragte der Telekom für Kommunen, Frank Neiling, am Dienstagabend vor dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung offiziell bekannt.

Netz ist "das Neueste, was zu bekommen ist"

„Die Kunden bekommen das Neueste, was zu bekommen ist und endlich das, was sie auch brauchen. Die schnellen Internetanschlüsse sind jetzt buchbar. Die Arbeiten in Castrop-Rauxel konnten ohne Probleme umgesetzt werden, so dass wir den Hebel nun umlegen konnten“, erklärte Neiling. Das Turbo-Internet stehe demnach ab sofort zur Verfügung.

Technisch ermöglicht wurde dieser maßgebliche Schritt in ein neues Stadium des Digitalzeitalters durch die Verlegung von 60 Kilometern Glasfaserkabel und die Errichtung von 107 Verteilerkästen im ganzen Stadtgebiet, die eine Daten-Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) ermögliche, ein Mehrfaches der bisherigen Kapazität. Damit werden Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig problemlos möglich.

Eigeninitiative erforderlich

Castrop-Rauxel ist nach Recklinghausen und Waltrop als dritte Kreisstadt somit doppelt so schnell wie seine beiden großen Nachbarstädte Dortmund und Bochum, die bereits vor Jahren nach damaligem Standard digital aufgerüstet worden waren.

„Automatisch passiert beim Kunden allerdings nichts“, stellte Neiling noch einmal ausdrücklich klar. Man müsse sich bei der Telekom oder dem jeweiligen Anbieter melden, um die neue Leistung auch abrufen zu können. Man werde dies aber auch noch durch Postwurfsendungen und Hausbesuche kommunzieren, kündigte Neiling an.

Henrichenburg und Becklem nicht dabei

Dass Henrichenburg mit der Vorwahl 02367 nicht von dem Kabel-Ausbau profitiert, begründete der Telekom-Mitarbeiter mit der fehlenden Wirtschaftlichkeit. Im Henrichenburger Ortskern befinde sich eine Vermittlungseinrichtung, die in einem Umkreis von 500 Metern ebenfalls eine gute Kapazität von 25 bis 50 MBit/s leiste - allerdings reiche dies nicht in Richtung Becklem.

In Becklem seien individuelle Lösungen mit Hilfe eines Hybrid-Routers erforderlich räumte Neiling ein. Darüber hinaus seien auch „Indoor-Lösungen“ möglich, über die aber die Bundesnetzagentur entscheiden müsse. Diese Tatsache sowie der Fakt, dass auch andere Gewerbegebiete im Stadtgebiet offenbar nicht ausreichend abgedeckt worden sind, löste im Ausschuss deutliche Kritik aus. Dazu meinte Neiling, dass zahlreiche Unternehmen bereits individuelle Lösungen gefunden hätten, somit „Doppelstrukturen“ nicht erforderlich seien.

Hintergrund
Vectoring ist ein technisches Verfahren, bei dem verhindert wird, dass sich mehrere Signalkanäle überlagern. Dadurch kann die Übertragungsrate gesteigert werden - zum Beispiel ist so schnelleres Internet möglich. Weitere Infos zum Thema gibt es bei .

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