FDP, Grüne und FWI wollen Öffnungszeiten bis in den Abend durchsetzen

mlzBürgerbüro

Die Stadt zeigt sich flexibel, was die Maßnahmen für das Bürgerbüro angeht. Doch wie flexibel? FDP, Grüne und FWI stellen das mit einem Antrag auf längere Öffnungszeiten auf die Probe.

Castrop-Rauxel

, 05.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahren brodelt es im Bürgerbüro im Rathaus. Die Einführung der Terminvergabe sollte für eine bessere Organisation und mehr Zufriedenheit der Bürger führen. Seit Januar kann man nun aber auch wieder ohne Termin seine Pass- und Meldeangelegenheiten regeln - aber nur zu bestimmten Zeiten. Das ist einem Bündnis aus FDP, FWI und Grünen nicht genug. Sie haben einen neuen Vorschlag für das Bürgerbüro, der vor allem Berufstätigen gefallen könnte.

Die drei Parteien wollen, dass die Verwaltung prüft, ob das Bürgerbüro an einem Tag in der Woche von 8 bis 20 Uhr öffnen kann. Behelfsweise soll die Verwaltung prüfen, wie das Bürgerbüro an mindestens einem Tag in der Woche die Öffnungszeiten bis in den Abend legen kann, heißt es in dem gemeinsamen Antrag an die Verwaltung, der der Redaktion vorliegt.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten des Bürgerbüros auf einen Blick

  • Montags von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr
  • Dienstags von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr. Zwischen 8 und 10 Uhr auch ohne Termin, dann evtl. mit längeren Wartezeiten.
  • Mittwochs von 7 bis 12 und 13 bis 15 Uhr. Zwischen 7 und 10 Uhr auch ohne Termin, dann evtl. mit längeren Wartezeiten.
  • Donnerstags von 8 bis 12 und 14 bis 17.30 Uhr. Zwischen 8 und 10 Uhr auch ohne Termin, dann evtl. mit längeren Wartezeiten.
  • Freitags von 7 bis 12 Uhr.

Grundsätzlich seien die drei Fraktionen schon zufrieden mit den Maßnahmen der Stadt, die die Kundenfreundlichkeit im Bürgerbüro erhöhen sollen. Es bestehe aber weiterer Bedarf, den Service der Verwaltung weiter an die Bedürfnisse der Bürger anzupassen. Damit meinen die Fraktionen vor allem Arbeitnehmer, deren Arbeitszeiten häufig von den Öffnungszeiten des Bürgerbüros abweichen. „Arbeitnehmer, die ohne Gleitzeit morgens ihren Vollzeitjob beginnen, haben faktisch keine Chance, zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros ihre Anliegen zu erledigen, ohne Urlaub dafür zu verwenden. Dies ist aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß“, schreiben FDP, Grüne und FWI im gemeinsamen Antrag.

Erst mal soll Ruhe einkehren

Doch wie realistisch sind die Chancen auf Erfolg des Antrags? „Nach der allgemeinen Umstellung auf Terminvergabe und der Abänderung „ohne Termin“ würde die Stadtverwaltung vorschlagen, erst einmal Ruhe einkehren zu lassen und abzuwarten, wie die neuen Maßnahmen sich auf die Situation im Bürgerbüro auswirken“, schreibt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann auf Anfrage der Redaktion. Trotzdem könne man natürlich über alles diskutieren, so die Stadt. Neue Wünsche und Änderungen müssen immer auf ihre Auswirkungen hinsichtlich Öffnungszeiten, Personallage, etc. geprüft werden.

Momentan gibt es einen „langen Donnerstag“ im Bürgerbüro. Das bedeutet jedoch: Wer einen neuen Pass beantragen oder sich ummelden will, kann das von 8 bis 12 und von 14 bis 17.30 Uhr tun. Als wirklich lang kann man das wohl nicht bezeichnen. Trotzdem wird die etwas längere Öffnungszeit von den Bürgern gut angenommen. „Auch die drei morgendlichen Zeitfenster, in denen man ohne Termin ins Bürgerbüro kommen kann, sind immer gut besucht“, so Maresa Hilleringmann. Jeweils etwa 60 bis 75 Bürger nähmen das Angebot, ohne Termin die Angelegenheiten zu erledigen, wahr.

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Der politischen Diskussion im Ausschuss wolle die Stadt damit nicht vorgreifen. Der Antrag soll Thema im nächsten Betriebsausschuss 1 (13. Februar) und im Rat (21. Februar) werden. Die Sitzungen sind öffentlich.

Kommentar Der Antrag von FDP, Grünen und FWI ist inhaltlich richtig. Die Öffnungszeiten des Bürgerbüros gehen weit an den Realitäten der Arbeitnehmer vorbei. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die meisten Bürger noch zur Arbeit in umliegende Städte pendeln. Das macht es nahezu unmöglich, zu den regulären Öffnungszeiten einen neuen Pass zu beantragen oder sich umzumelden. Was dem Antrag aber vermutlich das Genick brechen wird, ist der Zeitpunkt. Die Stadt ist nach den Querelen der vergangenen Monate froh, wenn der Grundbetrieb im Bürgerbüro gewährleistet werden kann und Bürger nicht wieder so häufig wie zuletzt vor verschlossener Türe stehen. So bleibt der Antrag ein gutes Wahlkampf-Thema, jedoch leider erst mal ohne Aussicht auf Erfolg.
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