Feuerwerksverkauf in Castrop-Rauxel geht weiter - aber das könnte sich 2020 ändern

mlzFeuerwerksverkauf

Einige Supermärkte haben in Dortmund den Feuerwerksverkauf eingestellt: für den Umwelt- und Tierschutz. Eine Edeka-Filiale in Castrop-Rauxel spielt für die Zukunft auch mit diesem Gedanken.

Castrop-Rauxel

, 15.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Rewe-Märkte in Dortmund bieten dieses Jahr aus dem Umwelt- und Tierschutz keinen Feuerwerksverkauf mehr an: einer in Benninghofen, einer auf dem Höchsten und einer in Eving.

Beim Baumarktriesen Hornbach werden Feuerwerkskörper 2019 das letzte Mal im Sortiment sein. Dieser Schritt gilt europaweit, also auch in der vielen Castrop-Rauxelern bekannten Filiale an der B235 in Datteln. „Das ist eine bewusste Entscheidung, die wir dieses Jahr getroffen haben“, sagt Hornbach-Sprecher Florian Preuß zu t-online.de. „Vor allem wegen des Tier- und Umweltschutzes“, ergänzt er.

Feuerwerk in Castrop-Rauxel: Real, Rewe, Kaufland und Edeka

Bei unserer Recherche in Castrop-Rauxel stellt sich heraus: Der Feuerwerksverkauf in Castrop-Rauxel wird in diesem Jahr fast ausnahmslos fortgesetzt. Nachgefragt haben wir bei Rewe Pöttinger, Real und Kaufland. Auf die Frage, warum sie dem Beispiel anderer Filialen nicht folgen und den Verkauf einstellen, antworten die Märkte nicht direkt. Sie verweisen auf die überregionalen Pressestellen.

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Jasmin Voigthaus, Real-Pressereferentin, begründet die Entscheidung wie folgt: „Damit kommt Real einerseits der Nachfrage entgegen, andererseits ist Real als eine der größeren Handelsketten bestrebt, den Kunden zu den Feierlichkeiten des Jahreswechsels ein Vollsortiment aus Lebensmitteln und Nonfood-Produkten anzubieten, bei dem die Kunden individuell entscheiden können, welche Produkte sie erwerben möchten.“

Bei Edeka Gronemann könnte der Verkauf eingestellt werden

Beim Edeka-Center Gronemann an der Dortmunder Straße in Castrop überlegt sich Inhaber Jens Gronemann, ob der Verkauf im nächsten Jahr ein Ende hat. Die Chancen stünden 50 zu 50, sagt er auf Anfrage. „Für den Verkauf spricht der Umsatz, denn der ist nicht unbeachtlich“, so der Inhaber. 133 Millionen Euro gaben die Deutschen 2018 für Feuerwerkskörper aus.

Andererseits sei er persönlich noch nie ein Freund von Feuerwerkskörpern gewesen. Aber wenn der Kunde danach fragt, dann werde er es verkaufen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse gegen das Böllern

Feuerwerks-Lobbyist Gotzen hält Verbote für falsch. Er beklagt, die Debatte um die Umweltbelastung werde nicht seriös geführt. Die Feinstaub- und CO2-Belastung durch Feuerwerk hält er im Vergleich zum sonstigen Ausstoß für gering. Verletzungen entstünden „meist durch erhöhten Alkoholkonsum und Prügeleien, nicht durch legales Feuerwerk“, sagte er gegenüber dem Magazin Stern.

Laut der Deutschen Umwelthilfe werden an Silvester in nur wenigen Stunden bis zu 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Dies entspreche etwa 16 Prozent der gesamten jährlichen Feinstaubmenge, die im Straßenverkehr entsteht. Hinzu kämen Haus- und Wohnungsbrände, vermüllte Straßen und Grünanlagen.

Außerdem lösen Feuerwerkskörper bei Tieren oft Stress aus. Besonders für Hunde und Katzen ist der Krach belastend, da sie ein wesentlich feineres Gehör haben als Menschen. Bei vielen Vierbeinern löst die Knallerei sogar Panik aus.

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