Flüchtlinge in Castrop-Rauxel wurden kontrolliert

Aktion gegen Mehrfachidentitäten

Hunderte Asylbewerber aus Algerien und Marokko waren das Ziel einer großangelegten Aktion der Bezirksregierung Arnsberg. In 33 Städten in NRW - darunter auch Castrop-Rauxel - wurden mit Unterstützung der Polizei Flüchtlingsunterkünfte kontrolliert. Die Flüchtlinge mussten dabei umgehend eine Entscheidung treffen.

NRW/CASTROP-RAUXEL

, 12.04.2016, 10:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie hier in Duisburg rückten die Kontrolleure der Bezirksregierung mit Unterstützung der Polizei an.

Wie hier in Duisburg rückten die Kontrolleure der Bezirksregierung mit Unterstützung der Polizei an.

Die Überprüfung in den landeseigenen Einrichtungen galt Flüchtlingen aus Algerien und Marokko, die vor dem 7. März eingereist waren. Denn vor diesem Datum waren keine biometrischen Daten von Flüchtlingen erhoben worden, die die Verwendung von Mehrfachidentitäten verhindern. Seit dem 7. März fließen alle Daten in eine Datenbank ein, auf die alle Behörden, auch in anderen Bundesländern und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, zugreifen können. 

Konzertiert rückten Polizei und Kontrolleure um 6 Uhr morgens an und suchten gezielt nach Algeriern und Marokanern. "Das hat zum einen den Hintergrund, dass sich aus dieser Gruppe viele Flüchtlinge in NRW aufhalten", erklärte Christoph Soebbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Zudem lägen bei Personen aus Algerien und Marokko nur in seltenen Fällen tatsächlich ausreichend Asylgründe vor. Doch nur mit einem abgeschlossenen Asylverfahren kann ein Flüchtling rechtssicher in sein Heimatland zurückgeschickt werden. 

Flüchtlinge vor die Wahl gestellt

Alle Flüchtlinge aus diesen Ländern wurden heute Vormittag vor die Wahl gestellt, einen Asylantrag zu stellen - oder nicht. Wer einen Antrag stellt, wird eindeutig registriert. Gleichzeitig kann überprüft werden, ob er bereits in einem anderen Land einen Asylantrag gestellt hat oder bereits straffällig wurde.

Zu diesem Zweck brachten Busse die Flüchtlinge zu den Registrierungsstellen. Rund 400 Personen entschieden sich bis etwa 10 Uhr für den Asylantrag. "Nur sehr, sehr wenige Personen lehnten es ab, einen Antrag zu stellen", berichtete Soebbeler. Die Ablehnung eines Antrages bedeutet gleichzeitig, dass der- oder diejenige unter dringendem Verdacht eines illegalen Aufenthaltes steht.  "Das ist dann unter Umständen eine Straftat", so Soebbeler. 

Keine Kontrollen in Dortmund

Die Kontrollen fanden in folgenden 33 Städten in Nordrhein-Westfalen statt: Ahlen, Arnsberg, Bad Berleburg, Bergkamen,  Bergisch-Gladbach, Castrop-Rauxel, Duisburg, Eschweiler, Essen, Geilenkirchen, Geldern, Hamm, Hagen, Hennef, Ibbenbüren, Kerken, Leverkusen, Lippstadt, Lünen, Möhnesee, Monschau, Neuss, Oberhausen, Rees, Reken, Rheinberg, Rüthen, Siegburg, Soest, Stolberg, Voerde, Wermelskirchen und Wickede.  Entgegen einer ersten Meldung wurden keine Unterkünfte in Dortmund kontrolliert, erklärte Dortmunds Stadtsprecher Michael Meinders.

So hatten wir am Morgen berichtet: 

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