Das Fotostudio Witte gab es seit 1978. Seitdem wurden dort die analogen Dateien auch archiviert. Erst im Frühjahr zog der Betrieb in größere Räumlichkeiten. © Marcia Köhler
Traditionsgeschäft

Fotostudio muss Betrieb einstellen – Kunden reagieren verärgert

Erst im Frühjahr zog ein Castrop-Rauxeler Fotostudio aufgrund der hohen Nachfrage in größere Räumlichkeiten um. Doch jetzt stellt es den Betrieb überraschend ein. Sehr zum Ärger einiger Kunden.

Eigentlich sah es für das Fotostudio Witte nach einer rosigen Zukunft aus. Von Habinghorst ging es für das Traditionsgeschäft im März in größere Räumlichkeiten nach Ickern. Das alte Studio an der Langen Straße reichte für die steigende Kundenanzahl nicht mehr aus, hieß es damals.

Jetzt – wenige Monate später – ist von der Euphorie nicht mehr viel übrig. Inhaberin Nadine Goos und ihr Mann René, die vor knapp zwei Jahren den Betrieb der Eheleute Witte übernommen hatten, haben das im Jahr 1978 gegründete Geschäft geschlossen. Zum Leidwesen einiger verärgerter Kunden.

Mehrere Kontaktversuche bleiben erfolglos

Auf Facebook wurde die Schließung des Fotostudios, das sich eigentlich großer Beliebtheit erfreute, hitzig diskutiert. „Wir haben vor sechs Monaten Schwangerschaftsfotos machen lassen und die Bilder bis heute nicht erhalten“, schreibt ein User. Weder auf Nachrichten noch auf Anrufe bekomme man derzeit eine Antwort. „Es geht uns weniger um das Geld. Die Fotos sind uns halt wichtig“, so der User weiter.

Der betroffene Vater scheint kein Einzelfall zu sein. So wartet eine andere Nutzerin offenbar auch seit mehreren Wochen auf ihre Bilder: „Ich war ebenfalls dort und habe Fotos machen lassen und warte immer noch auf eine Antwort. Jegliche Kontaktaufnahme scheiterte bisher.“ Auch mehrere Kontaktversuche dieser Redaktion liefen bislang ins Leere. Von den Betreibern gibt es keine Informationen.

Gebuchte Aufträge sollen abgewickelt werden

Die Accounts des Fotostudios in den Sozialen Medien sind derweil offenbar abgemeldet worden. Einzig auf der eigenen Internetseite wird über die Schließung des Betriebes informiert. Dort heißt es: „Leider mussten wir die Entscheidung treffen, den Studiobetrieb einzustellen, das Konzept auf die mobile Fotografie zu lenken und einige Bereiche somit nicht mehr anzubieten.“

Man werde in der kommenden Zeit alle gebuchten Aufträge abwickeln. Dies könne jedoch noch einige Wochen dauern. „Auch die Archivauflösung läuft noch und wir arbeiten auf Hochtouren, die Massen an Anfragen zu bearbeiten. Dies wird sich noch einige Zeit ziehen, wir haben Sie nicht vergessen“, heißt es auf der Internetseite weiter.

Den betroffenen Kunden bleibt demzufolge nur eines: abwarten. Wie es zu der Schließung des alteingesessenen Traditionsgeschäftes kommen konnte und welche entscheidende Rolle möglicherweise die Corona-Krise dabei spielte, ist derzeit allerdings noch vollkommen unklar.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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