Freispruch für 22-Jährigen

Drogenhandel

Hat der Student im vergangenen Sommer auf dem Parkplatz neben McDonald's an der Bahnhofstraße mit Betäubungsmitteln gehandelt? Deswegen jedenfalls war der 22-Jährige angeklagt. Wie die Amphetamine in sein Auto gekommen waren, wusste er nicht.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabriele Regener

, 12.04.2011, 16:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor Gericht zitiert war am Dienstag nur der Student, gegen die beiden anderen laufen ebenfalls Verfahren. In seiner Aussage schilderte der 22-Jährige seinen Tag. Danach hatte er, der eigentlich zur Fachhochschule nach Gelsenkirchen wollte, einen flüchtigen Bekannten getroffen, der bis zum Bahnhof mitgenommen werden wollte. Als er hörte, dass der Student noch zum Schnellimbiss wollte, fuhr er mit. "Er verhielt sich merkwürdig, stieg aus, lief ständig auf und ab und telefoniert unentwegt mit seinem Handy", schilderte der Angeklagte. Mehrfach habe er weiterfahren wollen, sei stets gebeten worden, noch etwas zu warten. Inzwischen habe sich ein weiterer flüchtiger Bekannter zu ihnen gesellt, habe nebenan geparkt. Kurz darauf sei dann die Polizei gekommen.

Als die Ordnungshüter sich anschickten, die Fahrzeuge zu inspizieren, machte der Student die Beamten darauf aufmerksam, dass er eine Schreckschuss-Pistole unter dem Fahrersitz deponiert habe. Das merkte ein Polizist im Zeugenstand auch wohlwollend an. Als dann aber auch eine Tüte mit dem typischen Fixerbesteck, einer Feinwaage und einem Klumpen gelber Masse – Amphetamin – hinter dem Beifahrersitz gefunden wurde, sei der Mann überrascht gewesen. Im Nachbarwagen fand die Polizei übrigens erheblich mehr: Pfefferspray, Schlagringe, einen Baseball-Schläger und, unter Lautsprecherdeckeln getarnt, Verstecke.

Blieben die knapp 300 Euro in kleiner Stückelung, die der Angeklagte dabei hatte. Weil die noch schnell als Zeugin herbeitelefonierte Schwester bestätigte, dass der Bruder damit eine Handyrechnung bei ihr bezahlen wollte, war für Staatsanwaltschaft und Richter die Lage klar: Freispruch. Zumal die beiden anderen Beteiligten, so der Richter, wahrlich "keine Klosterschüler" seien.

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