Die medizinischen Masken bleiben unser Begleiter, und das muss auch so sein: Die Zahlen sind noch nicht so, dass wir uns zu sicher fühlen dürfen. © Marus Winkler / unsplash.com
Meinung

Freude über gute Corona-Zahlen? Achtung: Der Teufel steckt im Detail!

Es herrscht endlich etwas Erleichterung beim Blick auf die Infektionszahlen in der Region: Der Kreis Recklinghausen meldet jeden Tag bessere Werte. Aber der Teufel steckt im Detail. Ein Kommentar.

Wie haben wir das herbeigesehnt: Die Zahlen sinken. Endlich! Die Inzidenz im Kreis Recklinghausen fällt. Die Zahl der Todesfall-Meldungen ist nicht mehr so frappierend wie noch zu Jahresbeginn. Die Auslastung in den Krankenhäusern auf Covid-19- und Intensivstationen verringert sich.

Und doch ist jetzt die Zeit zur Mahnung, und das belegt ein Wert. Die Zahl der akut infizierten Personen ist in Castrop-Rauxel so hoch wie noch nie. Der Kreis Recklinghausen meldet mit Stand Donnerstag (21.1.) für Castrop-Rauxel 251 Fälle von Infizierten mit dem Coronavirus, die als akut infiziert gelten.

Nähme man an, dass die von Virologen und Epidemiologen vermutete Dunkelziffer bei dem Fünf- bis Zehnfachen liegt, wären aktuell sogar weit über 1000 Castrop-Rauxeler mit Sars-CoV-2 infiziert. Nicht alle sind erkrankt, denn bei vielen verläuft die Infektion symptomlos. Bei weitem nicht alle werden ansteckend sein, denn etwa zehn Tage nach Selbstansteckung sprechen viele Experten davon, dass man als Träger kaum mehr selbst infektiös für andere sei.

Trotzdem: So sehr wir uns freuen, dass bald Frühling, dann Sommer wird und damit hoffentlich das Ende des großen Corona-Gespenstes kommt, so sehr wir uns alle nach Freiheit sehnen, nach Zoobesuch, Veranstaltungen, Feiern, Familientreffen oder Spieleabenden mit Freunden – wir müssen uns gedulden.

Das Virus kann sich fast nur verbreiten, wenn wir Menschen begegnen. Geben wir ihm keine Chance!

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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