Fünftklässler aus Castrop-Rauxel sichern zwei kleinen Igeln das Überleben

Tierschutz

Fünftklässler des Ernst-Barlach-Gymnasiums kümmern sich seit Mitte November nicht nur um Mathe und Deutsch, sondern auch um zwei Igel. Die müssen heil durch den Winter gebracht werden. Aber wie?

von Dieter Düwel

Castrop-Rauxel

, 08.12.2019, 06:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fünftklässler aus Castrop-Rauxel sichern zwei kleinen Igeln das Überleben

Angelo Materi und Johanna Segbert mit den beiden Igeln, die die EBG-Klasse 5b in ihre Obhut genommen hat. © Dieter Düwel

Zunehmender Straßenverkehr, immer weniger Insekten und mehr bebaute Flächen: Für Igel ist es in unseren Breiten nicht leicht, zu überleben. Es fehlt ihnen nicht nur an Nahrung, sondern auch an geeigneten Nischen, wo sie ihre Winterquartiere anlegen können. Jetzt haben sich Fünftklässler des Ernst-Barlach-Gymnasiums daran begeben, zwei Igel-Findelkindern durch den Winter zu helfen.

Seit Mitte November haben die Schüler der MINT (Mathematik, Naturwissenschaft, Informatik, Technik) Klasse 5b unter der Leitung ihrer Biologie-Lehrerin Rike Kuhlmann die komplette Pflege eines Igel-Geschwisterpärchens übernommen, das ihnen vom „Igelschutz Dortmund“ anvertraut wurde.

Olivia Behrens (10) hatte den Kontakt aufgenommen

Schülerin Olivia Behrens (10) hatte Kontakt zum Verein aufgenommen und sich schlau gemacht, wie eine artgerechte Überwinterung der Stacheltiere in einer Schule aussehen sollte und was man bei der Pflege beachten muss.

Sie hat bereits Erfahrung mit den Tieren: „Unsere Familie kümmert sich jedes Jahr um Igel. In diesem Herbst haben wir schon fünf Tiere gepflegt und ausgewildert“, berichtet Olivia.

„Unsere Familie kümmert sich jedes Jahr um Igel. “
Olivia Behrens

Zunächst bauten die Schüler mit Unterstützung von Hausmeister Willi Himmert eine Überwinterungsbox, sodass die beiden Igel zügig ihr Winterquartier beziehen und sich an ihre neue Umgebung gewöhnen konnten.

Für die 5b begann dann die intensive Pflegearbeit. Teams von zwei bis drei Schülern versorgen die kleinen Igel jeweils in der ersten großen Pause. Zu ihren Aufgaben gehören das tägliche Überwachen des Körpergewichts, die Reinigung der Box und das Füttern der Tiere.

Igel mögen auch Avocado und Hühnerfleisch

Angelo Materi (10) ist ganz begeistert von seiner Aufgabe: „Ich finde es toll, dass man so über die Igel mehr erfahren kann als im theoretischen Unterricht. Ich habe schon gelernt, dass sie neben Katzenfutter, Haferflocken und besonderem Igelfutter vor allem auch Avocados und Hühnchen mögen.“

Jetzt lesen

Die Igel-Ersatzeltern der 5b machen ihren Job bisher gut. Beide Tiere haben ordentlich an Gewicht zugelegt und scheinen sich pudelwohl in ihrer neuen Unterkunft zu fühlen.

Miguel Kellner (10) schaut bereits in die Zukunft: „In der nächsten Woche werden wir die Heizdecke entfernen und die Futtermenge langsam verringern. Dann werden die Igel merken, dass es Zeit für den Winterschlaf wird.“

Das Igel-Pärchen wird noch bis zum Frühjahr in seiner EBG-Unterkunft bleiben, bevor es dann im Wald ausgewildert wird. Vorher hat Angelo Materi aber noch einen Bitte an die Waldspaziergänger: „Man sollte im Wald nicht mit Wucht in Laubhaufen treten - es könnte ein Igel darunter sein!“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt