Für diesen Film diente das Parkbad Süd als Drehort

Filmgeschichte aus Castrop-Rauxel

Das Ruhrgebiet als Filmkulisse – da geht es meistens um Zechen, Stahlwerke, Malocher und Fußball. Ende der 1990er-Jahre war aber auch das Castrop-Rauxeler Parkbad Süd mal Drehort für einen Kinofilm. Filmforscher Friedhelm Wessel weiß mehr.

CASTROP-RAUXEL

, 23.12.2016, 06:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Autor Friedhelm Wessel hat ein Buch über die Geschichte der Kinofilme im Ruhrgebiet geschrieben. Castrop-Rauxel war Drehort für den im Jahr 2000 erschienenen  Film "Oi! Warning" von den Brügern Benjamin und Dominik Reding, die in Castrop-Rauxel geboren sind.

Autor Friedhelm Wessel hat ein Buch über die Geschichte der Kinofilme im Ruhrgebiet geschrieben. Castrop-Rauxel war Drehort für den im Jahr 2000 erschienenen Film "Oi! Warning" von den Brügern Benjamin und Dominik Reding, die in Castrop-Rauxel geboren sind.

Der Film hieß "Oi!Warning" und war das Debüt von Dominik und Benjamin Reding, die auch in Castrop-Rauxel geboren sind. Die Brüder drehten 1999 eine Schlüsselszene ihres Films in dem ehemaligen Freibad. "Oi Warning" erzählt die Geschichte des jungen Janosch, der es zu Hause nicht mehr aushält. Er haut ab nach Dortmund zu seinem Vorbild Koma. Der führt ihn in die Skinhead-Szene ein. Janosch, der später auch den sympathischen Punk Zottel kennenlernt, muss sich schließlich zwischen Koma und Zottel entscheiden.

„Ansonsten“, sagt Friedhelm Wessel, „ist Castrop-Rauxel nicht die große Filmhochburg.“ Es habe da mal noch einen Fernsehfilm in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Landestheater gegeben – aber um Fernsehfilme geht‘s in seinem Buch nicht. Und Wessel muss es wissen, denn er kennt sich aus mit Filmen aus dem Pott.

"Eine mordsmäßige Recherche"

„Jede Menge Kino. Filmgeschichte(n) aus dem Ruhrgebiet“ heißt das siebte Werk des auf Ruhrgebietsthemen spezialisierten Autors, das wie seine Vorgänger in Grubentuch-Optik gestaltet ist. Wessel erzählt darin die Geschichte des Kinofilms im Revier. Rund 70 Filme sind laut seinen Recherchen hier gedreht worden, der erste im Jahr 1913 in Wanne-Eickel: Der Spionagefilm „S1“ mit Stummfilmstar Asta Nielsen galt lange Zeit als verschollen, erst Ende der 1980er-Jahre tauchte eine Kopie in Russland auf.

Das Buch:
Friedhelm Wessel: Jede Menge Kino. Filmgeschichte(n) aus dem Ruhrgebiet. Bottrop: Henselowsky Boschmann. 79 S. ISBN: 978-3-942094.

„Das war alles eine mordsmäßige Recherche“, sagt Friedhelm Wessel, der rund die Hälfte der Filme selbst gesehen hat. Der Autor hat viele Gespräche mit Regisseuren und Drehbuchautoren geführt. Im Buch finden sich auch zahlreiche Fotos – unter anderem auch ein Bild einer Szene im Parkbad-Süd.   Robert.Wojtasik@mdhl.de

Über den Autoren:
- Friedhelm Wessel, Jahrgang 1944, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Oberhausen und Herne.
- Von 1970 an arbeitete er als Lokaljournalist im Ruhrgebiet. 2007 ging er in den Ruhestand.
- Im Verlag Henselowsky Boschmann sind sieben Werke des Autors zum Thema Ruhrgebiet erschienen.

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