Am Adalbert-Stifter-Gymnasium bleibt die Hälfte der Fünft- bis Siebtklässler zu Hause. Alle älteren Schüler kommen nur für Klassenarbeiten in die Schule. © Ronny von Wangenheim
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Für Klassenarbeiten kommen Schüler trotz Distanzunterrichts ins Gymnasium

Weiterführende Schulen sind größtenteils verwaist. Für alle ab Jahrgangsstufe 8 gilt in dieser Woche Distanzunterricht. Doch es gibt Ausnahmen. Klassenarbeiten dürfen nicht geschwänzt werden.

Schüler bis Jahrgangstufe 7 haben Präsenzunterricht, können aber auch zu Hause bleiben. Alle Schüler ab Jahrgangsstufe 8 haben Distanzunterricht. So gilt es in dieser Woche, der letzten vor den Weihnachtsferien. Für Klassenarbeiten allerdings können und müssen auch die älteren Schüler in ihre Schulen kommen.

Wir haben am Adalbert-Stifter-Gymnasium nachgefragt, wie Schulunterricht in dieser Woche aussieht. Schulleiter Joachim Höck schickt voraus, dass in dieser Woche vor den Ferien naturgemäß der Unterricht nicht ganz so streng durchgezogen wird wie gewohnt. Wenn sich die Situation nach den Ferien im Januar nicht ändere, wenn es weiter Distanzunterricht und Hybridunterricht gäbe, könnte die Lage anstrengender und komplizierter werden.

Von den Fünft- bis Siebtklässern kommt, so Joachim Höck, etwa die Hälfte in die Schule. Die Schüler bekommen ganz normalen Unterricht. Der Rest ist zu Hause und wird über die Lernplattform mit Aufgaben versorgt. Die müssen sie in der gleichen Zeit wieder abgeben wie die Schüler vor Ort. „Einzelne Lehrer probieren technisch aus, ob sie Schüler live zum Unterricht dazu schalten können“, berichtet er.

Hybridunterricht bedeutet für Lehrer Mehrarbeit

Inwiefern beide Schülergruppen gleichgestellt sind, lasse sich schwer sagen. Erklärungen und Gespräche bekommen die Kinder zu Hause nicht mit. „Ein Stück weit sind sie auf sich selbst angewiesen“, räumt Höck ein. Nach den Ferien, vor den nächsten Leistungsüberprüfungen werde darauf geachtet, dass alle auf den gleichen Stand kommen.

Joachim Höck erzählt, wie Schulunterricht zurzeit aussieht.
Joachim Höck erzählt, wie Schulunterricht zurzeit aussieht. © Matthias Stachelhaus © Matthias Stachelhaus

Für die Lehrer bedeutet der Distanzunterricht, vor allem der Hybridunterricht Mehrarbeit. Alle Aufgaben müssen schriftlich für die Lernplattform vorbereitet werden. Könne man im Unterricht schnell Details der Aufgaben erklären, müsse der Lehrer für den Distanzunterricht die Aufgabenstellung noch viel genauer formulieren und mögliche Fragen der Schüler erahnen.

Joachim Höck nennt ein weiteres Beispiel. „Wenn Schüler ein Märchen weitererzählen sollen, lesen das zwei Schüler in der Stunde vor, dann gibt es allgemeines Feedback. Über den Rest der Hefte kann ich drüber schauen. Die 15 Kinder, die ihren Text über die Lernplattform zurückschicken, erwarten alle eine Rückmeldung vom Lehrer.“ Zweiteilen – also für die Schüler im Klassenzimmer und für die im Kinderzimmer – müssten sich die Kollegen zwar nicht. Mehrarbeit sei es aber deutlich.

Klassenarbeiten werden Donnerstag und Freitag geschrieben

Im Januar könnten Lehrer dann durchaus an ihre Grenzen kommen, so befürchtet der ASG-Leiter. Denn dann müssen die Kinder und Jugendlichen auch auf die Klassenarbeiten und Prüfungen vorbereitet werden. Klassenarbeiten werden jetzt vor den Ferien in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 nicht mehr geschrieben.

Das sieht für die älteren Schüler anders aus. „Die Klausuren der Oberstufe, also der Jahrgangsstufen EF bis Q2, werden planmäßig geschrieben“, so wird auch auf der Homepage der Schule informiert. Das sehen auch die Bestimmungen des Landes vor. Die Teilnahme ist verpflichtend.

In den Jahrgangsstufen 8 und 9 werden überall da Arbeiten geschrieben, wo nur zwei pro Halbjahr vorgesehen wird. „Wir brauchen die zweite Klassenarbeitsnote für die Ermittlung der Zeugnisnoten“, sagt Joachim Höck. Bei den Achtklässlern sind das vor allem Arbeiten im Differenzierungsbereich.

Angesetzt sind die Arbeiten für Donnerstag und Freitag (17.+18.12.). Bewusst wurde entschieden, die Tests nicht auf den Januar zu verschieben. „Jetzt sind die Schüler im Stoff, so Joachim Höck. „Und es ist ja auch nicht klar, ob die Situation dann endet.“

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Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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