Ulf Drippe führt gemeinsam mit seiner Frau Wiebke die traditionsreiche Gärtnerei Drippe. Erst plante er, dass er schließen muss. Nun freut er sich, dass er weiter Kunden empfangen darf. © Archiv
Weihnachtsverkauf

Gärtner und Floristen atmen auf: Blumenläden bleiben nun doch geöffnet

Blumenläden und Gärtnereien in Castrop-Rauxel hatten sich schon auf den Lockdown vorbereitet. Umsonst, wie sich am Dienstag (15.12.) zeigt: Ihre Geschäfte können geöffnet bleiben. Aber begrenzt.

Bis Beginn dieser Woche rechneten viele Blumenläden und Gärtnereien in Castrop-Rauxel damit, vom harten Lockdown und einer damit verbundenen Schließung ihrer Betriebe bis Januar betroffen zu sein. Diese Bestimmung wurde nun überraschend gekippt: Geschäfte, die verderbliche Schnitt- und Topfblumen im Angebot haben, dürfen diese laut aktueller Corona-Schutzverordnung des Landes NRW nun weiterhin vor Ort verkaufen.

Hätte es eine Einschränkung gegeben, stünden die Blumenläden vor einer besonderen Herausforderung. Denn: Man kann viele Blumen nicht einfach mehrere Wochen vor den Feiertagen kaufen und bis Heiligabend aufheben. Daher kaufen Kunden Amaryllis und Co. in der Regel erst kurz vor Weihnachten.

Gehören an Weihnachten einfach dazu: Weihnachtssterne, wie hier im Gewächshaus der Gärtnerei Drippe.
Gehören an Weihnachten einfach dazu: Weihnachtssterne, wie hier im Gewächshaus der Gärtnerei Drippe. © Gabriele Regener © Gabriele Regener

Ulf Drippe führt die Gärtnerei Drippe an der Herner Straße in der dritten Generation. Er hatte vorgesorgt und arbeitete schon an einem Konzept für den Fall dass sein Betrieb von den neuen Corona-Bestimmungen betroffen sei. Zusammen mit seinem Team stellte er einen Lieferservice auf die Beine. So hätten Kunden ab Mittwoch Blumen und Gestecke bestellen und sich bis an die Haustüre liefern lassen können.

Drippe liefert sogar Weihnachtsbäume

Erfahrungen im Lieferbetrieb hat Drippe vorher schon gesammelt: Schon vor der Ankündigung des Lockdowns lieferte die Gärtnerei Weihnachtsbäume an Kunden aus.

„Aktuell haben wir einen relativ normalen Betrieb in unserem Geschäft“, sagt Drippe am Montag. „Das ergibt auch Sinn: Kunden kaufen unsere Blumen eigentlich erst kurz vor Weihnachten, denn wochenlang aufheben kann man sie nicht“, so Drippe.

Konzept: Bestellen und abholen auf Termin

Auch Claudia Jung, Inhaberin des Blumengeschäfts Pusteblume in der Castroper Altstadt, ist erleichtert, dass die Türen ihres Geschäfts nun bis Heiligabend geöffnet bleiben dürfen. Sie bittet Kunden allerdings darum, die gewünschten Produkte vorzubestellen, damit sie sie gemäß der allgemeinen Kontaktbeschränkungen abholen können.

Die Blumen-Risse-Filiale in der Altstadt hatte keine besonderen Vorkehrungen für eine mögliche Schließung des Geschäfts getroffen. Man hoffte einfach bis zuletzt darauf, dass die Filiale geöffnet bleiben darf. Für den Fall einer Schließung sei man ohnehin abgesichert, da regulär ein Lieferservice von der Zentrale in Schwerte aus angeboten wird.

Das Gartencenter Augsburg bleibt mit eingeschränktem Angebot geöffnet, unter anderem werden Weihnachtsbäume und Schnittblumen angeboten.
Das Gartencenter Augsburg bleibt mit eingeschränktem Angebot geöffnet, unter anderem werden Weihnachtsbäume und Schnittblumen angeboten. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Was Gartenbaumärkte betrifft, herrschte ebenso Unsicherheit. Laut Regelung sind Garten- und Baumärkte nur zur Versorgung Gewerbetreibender geöffnet, Anbieter für frische Blumen jedoch für alle. Das Gartencenter Augsburg am Westring-Center bietet regulär beides an. Für die nächsten Wochen wurde der Betrieb umgestellt: Ab Mittwoch (16.12.) werden ausschließlich frische Blumen und Pflanzen angeboten werden. Gartengeräte und -Zubehör nicht. Und Weihnachtsbäume gibt es auch. Draußen.

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