Das Paradies hinterm Haus: Der Garten von Siegrid (78) und Dirk Witte (80)

mlzGartenserie „Querbeet“

Ein Entenpaar als Gast im Frühling und eine Amsel als Partnerin bei der Gartenarbeit: Im Garten von Siegrid und Dirk Witte leben Menschen, Tiere und Natur in Harmonie.

Frohlinde

, 29.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bienen summen, die Blumen blühen und im Gartenteich plätschert Wasser aus einem Delfin-förmigen Wasserspeier. Was wie die Beschreibung eines Bildes aus einem Gartenmagazin klingt, weiß Siegrid Witte treffend zu beschreiben: „Mein Paradies“.

Die Hortensien gehören zu Siegrid Wittes Lieblingsblumen. In diesem Jahr blühen sie in rosa und violett.

Die Hortensien gehören zu Siegrid Wittes Lieblingsblumen. In diesem Jahr blühen sie in rosa und violett. © Jana Niehoff

Zusammen mit ihrem Mann Dirk wohnt die 78-Jährige seit mehr als 50 Jahren in Frohlinde. Bereits der Vorgarten des Ehepaares kann sich sehen lassen, aber das wahre Natur-Paradies verbirgt sich hinter dem Haus.

Violette und rosa Hortensien, Edelweiß, Rosen und Schleierkraut blühen in voller Pracht. Den Rhododendron, erzählt Siegrid Witte, habe sie im vergangenen Jahr aufgeben wollen. „Er war total kaputt, aber zu meiner Überraschung ist er doch nochmal wiedergekommen. Pflanzen haben eine solche Kraft“, sagt sie begeistert.

Der Delfin-förmige Wasserspeier ist ein Hingucker im Teich der Wittes.

Der Delfin-förmige Wasserspeier ist ein Hingucker im Teich der Wittes. © Jana Niehoff

Der Gartenteich lockt Besucher an: „Enten-Pärchen“ ist Dauergast

Das Herzstück des Gartens ist ein großer, mittig liegender Teich. Auf ihm schwimmen Seerosen, am Ufer haben Wittes Nachtbeleuchtungen aufgestellt. „Der Teich lockt viele Tiere an, das macht unseren Garten so besonders“, sagt Siegrid Witte.

Der Blick auf den Teich: Er ist das Herzstück des Gartens.

Der Blick auf den Teich: Er ist das Herzstück des Gartens. © Jana Niehoff

Überwiegend Enten werden von dem Wasser angezogen. „Seit mehr als zehn Jahren bekommen wir jeden Frühling für drei Wochen Besuch von einem Entenpärchen“, berichtet Dirk Witte. „Einmal hatten wir sogar sieben kleine Entchen.“

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Die Enten sind in dem Garten immer willkommen. Vor einigen Jahren kaufte Siegrid Witte sogar mal drei Enten auf dem Dortmunder Markt – zur Überraschung ihres Mannes. Es dauerte nicht lange, da verfolgten die Enten das Ehepaar auf Schritt und Tritt.

Auf dem Teich der Wittes schwimmen Seerosen - manchmal zusammen mit besuchenden Enten.

Auf dem Teich der Wittes schwimmen Seerosen - manchmal zusammen mit besuchenden Enten. © Jana Niehoff

Früh übt sich, wer einen schönen Garten haben will

Zwischen den vielen bunten Blumen, die den Garten der Wittes zieren, sind zudem Kräuter, Tomaten und Citrusfrüchte angepflanzt. Thymian, Salbei, Kapuzinerkresse, Basilikum und Fenchel verströmen einen frischen Duft und riesige Zitronen hängen an den Ästen eines kleinen Zitronenbaumes.

Die großen, reifen Zitronen fallen durch ihr leuchtendes Gelb besonders auf.

Die großen, reifen Zitronen fallen durch ihr leuchtendes Gelb besonders auf. © Jana Niehoff

Bei dem Weg durch den Garten leuchten Siegrid Wittes Augen; sie weiß zu jeder Pflanze eine Geschichte zu erzählen. „Ich liebe diesen Garten. Mein Mann sagt immer: ‚Mich sollst du lieben‘, aber man kann ja beide lieben“, sagt sie und lacht.

Die Begeisterung für das Gärtnern wurde Siegrid Witte in die Wiege gelegt. In dem großen Garten ihrer Eltern brachte ihre Mutter ihr die Grundlagen der Gartenarbeit bei. „Damals habe ich für 10 Pfennig Unkraut gejätet“, erinnert sie sich.

Das früh erworbene Wissen ist nicht das einzige Erinnerungsstück, das in den Garten der Wittes eingeflossen ist: Auf der Rasenfläche steht eine Tonfigur, eine Nixe, die einen Fisch in den Händen hält. Siegrid Witte hat sie als Schülerin selber angefertigt.

Diese Tonfigur hat Siegrid Witte während ihrer Schulzeit selbst angefertigt. Nun ziert sie ihren Garten.

Diese Tonfigur hat Siegrid Witte während ihrer Schulzeit selbst angefertigt. Nun ziert sie ihren Garten. © Jana Niehoff

Unterhaltungen mit einer Amsel

Auf die Frage, wie viel Zeit seine Frau im Garten verbringe gibt Dirk Witte eine schnelle Antwort: „Unendlich viel“, sagt er und lacht. Tatsächlich sind es drei Stunden am Tag und manchmal bekommt Siegrid Witte bei der Gartenarbeit Hilfe von ihrem Mann. Zum Beispiel beim Schneiden der Ränder des Rasens, oder bei der Beleuchtung des Teiches.

Noch grün, statt rot: Die Tomaten werden in drei bis vier Wochen reif für die Ernte sein.

Noch grün, statt rot: Die Tomaten werden in drei bis vier Wochen reif für die Ernte sein. © Jana Niehoff

Aber auch dann, wenn ihr Mann nicht mit im Garten hilft, ist Siegrid Witte nicht allein. „Eine Amsel kommt mich immer besuchen“, erzählt sie. „Dann pfeifen und singen wir Lieder und unterhalten uns so“.

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Neben der Amsel erkunden auch Schwalben und Zaunlinge gerne den Garten der Wittes. Diese mussten deswegen ihre Weinreben durch Netze in Sicherheit bringen. „Im letzten Jahr haben die Vögel alle Weintrauben gefressen, dieses Jahr wollen wir auch welche ernten“, erklärt Siegrid Witte.

Mit Netzen versuchen Wittes die Reben vor den Vögeln zu schützen.

Mit Netzen versuchen Wittes die Reben vor den Vögeln zu schützen. © Jana Niehoff

Jetzt hängen unzählige grüne Weintrauben über einem großen Esstisch in der Mitte des Gartens und untermauern die Beschreibung des Gartens als „Paradies“: „Es ist wie im Schlaraffenland“, schwärmt das Ehepaar.

„Schlaraffenland“: Siegried und Dirk Witte bestaunen die reiche Ausbeute an Weintrauben in diesem Jahr.

„Schlaraffenland“: Siegried und Dirk Witte bestaunen die reiche Ausbeute an Weintrauben in diesem Jahr. © Jana Niehoff

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