Gebühren steigen in Castrop-Rauxel

Müll, Wasser, Friedhöfe

Müll, Wasser und Beerdigungen werden in Castrop-Rauxel im kommenden Jahr teurer. Für die eine Seite (die Verwaltung) ist eine Gebührenerhöhung von zwei oder drei Prozent völlig unspektakulär. Andere fordern endlich mehr Gerechtigkeit. Wir geben einen Überblick.

Castrop-Rauxel

, 22.11.2017, 06:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Müllabfuhr wird im neuen Jahr leicht teurer. Eine normale 80-Liter-Restmülltonne kostet dann jährlich bei 14-täglicher Entleerung und Nutzung des gleich großen Bioabfallbehälters künftig 128,52 Euro. Bisher waren es 125,80 Euro

Die Müllabfuhr wird im neuen Jahr leicht teurer. Eine normale 80-Liter-Restmülltonne kostet dann jährlich bei 14-täglicher Entleerung und Nutzung des gleich großen Bioabfallbehälters künftig 128,52 Euro. Bisher waren es 125,80 Euro © Foto Thomas Schroeter

Alle Jahre wieder im ohnehin dunklen Monat November geht es um die Gebühren, die wir als Bürger an die Stadt abführen, damit der Müll abgefahren, die Straßen gereinigt, Schmutzwasser und Co. gereinigt wird. Und über die Grundsteuer B versucht wird, die Stadtkasse zu sanieren. Manches wird 2018 teurer, manches preiswerter, manches bleibt unverändert.

Der Müll:

Beim Müll soll es ab 2018 eine Erhöhung geben. Und zwar auf 1,89 Euro pro Liter, das entspricht einem Plus von rund zwei Prozent. Steigende Personalkosten und die Erhöhung von Kosten für Kfz-Reparaturen nennt der EUV als Grund. Wollten Sie schon immer mal wissen, was der Fuhrpark des EUV so an Benzin verbraucht? Für dieses Jahr lautete der Ansatz 165.000 Euro, für 2018 sollen es 180.000 Euro sein. Der Umweg nach Pöppinghausen für die Müllautos über Habinghorst statt über den Westring mit seinen lange geschlossenen Schranken bleibt da nicht ohne Folgen. Die Kreisgebühr für die Abfallentsorgung soll übrigens leicht um 1,4 Prozent für Hausmüll zurückgehen.

Das Wasser:

Auch Wasser wird teurer. Die Schmutzwassergebühr soll im nächsten Jahr auf 2,48 Euro pro Kubikmeter steigen. Zuletzt erhöht worden waren diese Gebühren 2015, und zwar auf 2,39 Euro pro Kubikmeter. Macht also ein Plus von 3,8 Prozent. Der Vollständigkeit halber: Die Niederschlagswassergebühr soll von 1,12 pro Quadratmeter auf 1,13 ansteigen.

Die Friedhofsgebühr:

Die Gebühren fürs Friedhofswesen schließlich sollen im neuen Jahr unterm Strich um drei Prozent erhöht werden. Es ist hier die alte Krux, auf die einfache Formel gebracht: Je weniger Menschen die Trauerhallen nutzen, umso teurer wird das. Also ab 2018 statt 475 Euro dann einen Zehner mehr. Dafür gehen die Gebühren bei den Leichenzellen runter (von 418 Euro auf 224 Euro) und auch beim Harmonium (von 15 auf 7 Euro). Auf Dauer muss bei den Trauerhallen nach einer Lösung gesucht werden.

Klaus Breuer, Leiter des städtischen Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen, sagt: „Eventuell ist eine weitere Schließung oder anderweitige Nutzung der Trauerhallen zu prüfen.“ Die Stadt müsse die Gebühren nach angefallenen Kosten kalkulieren und könne die Preise leider nicht frei gestalten, wie es nach Marktlage notwendig wäre. Die Folge ist bekannt: Die Familien weichen in privat mietbare Räume bei Bestattungsunternehmen aus. Was deutlich preisgünstiger ist.

Sonstige Gebühren:

Klärschlammgebühren und Wochenmarktgebühren bleiben unverändert, die Grundsteuer B ist seit dem 1. Januar 2016 auf 825 v.H. hochkatapultiert worden. Daran rühren zu wollen, steht auf der politischen No-Go-Liste.

Die Reaktion:

Für Manfred Postel von der FWI sind die Gebührenerhöhungen bei Müll und Abwasser nicht akzeptabel. „Das muss überhaupt nicht sein“, erklärt Postel und verweist auf die beim Stadtbetrieb gebildeten Rücklagen, sprich das Geld, das Bürger über ihre Gebühren schon eingezahlt haben. Am Stichtag 31. Dezember 2016 lagen diese Rücklagen beim Abfall bei 350.000 Euro, beim Abwasser bei 1,3 Millionen Euro. Bei der Straßenreinigung, die 2018 unverändert bleiben soll, beträgt diese Rücklage 150.000 Euro. Und wieder prangert der FWI-Mann an, dass es keinen getrennten Gebührenmaßstab gibt. Das macht er seit vier oder fünf Jahren. Postel möchte eine Grundgebühr und darauf eine verbrauchsabhängige Summe. „Dann käme endlich so etwas wie Gerechtigkeit auf“, sagt er. Wer weniger verbrauche oder in Anspruch nehme, der werde bestraft. „Besonders Ein-Personen-Haushalte sind davon betroffen“, erklärt Postel. Und wer sich umweltfreundlich verhalte und etwa weniger Wasser verbrauche, bekomme eben kein Dankeschön, sondern eine Gebührenerhöhung.

Der Beschluss:
Zu beschließen hat über die Gebühren letztlich die Politik. Zunächst der Verwaltungsrat des Stadtbetriebs EUV am Mittwoch, 29. November, um 17 Uhr beim EUV am Westring. Am Donnerstag, 30. November, hat der Rat um 17 Uhr im Ratssaal am Europlatz das finale Sagen.

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