Falsche Briefe: Vermeintliche Behörden-Post unterbreitet Firmen Corona-Lüge

Polizei

Castrop-Rauxeler Unternehmen haben offenbar gefälschte Behördenschreiben bekommen. Darin heißt es, alle Mitarbeiter würden zu einer Quarantäne verpflichtet. Die Polizei ermittelt nun.

Castrop-Rauxel

, 25.09.2020, 16:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zwei Unternehmen aus dem Erinpark erhielten Post, die aussah wie ein Brief aus einer Behörde. Darin wurden sie aufgefordert, dass sich einzelne Mitarbeiter in Quarantäne begeben müssten.

Zwei Unternehmen aus dem Erinpark erhielten Post, die aussah wie ein Brief aus einer Behörde. Darin wurden sie aufgefordert, dass sich einzelne Mitarbeiter in Quarantäne begeben müssten. © Jens Lukas

Im Laufe dieser Woche haben zwei Firmen im Erin-Park in Castrop-Rauxel Briefe per Einschreiben erhalten, die einen behördlichen Anschein erweckten. Darin heißt es, ein Mitarbeiter sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Deshalb müssten jetzt alle Mitarbeiter der jeweiligen Firma in häusliche Quarantäne. Als Zeitraum der Quarantäne wurden 14 Tage vorgegeben.

Wie die Polizei mitteilt, habe sich nach ihren Informationen keiner der Mitarbeiter der Unternehmen in diese Quarantäne begeben. Pressesprecher Andreas Wilming-Weber erklärt auf Anfrage am Freitagnachmittag: „Das sind die beiden uns bekannten Fälle. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass noch mehr Unternehmen solche Briefe erhalten haben.“

Motiv noch unbekannt

Es habe aber relativ umgehend Kontakt zwischen den Firmen und dem noch amtierenden Landrat Cay Süberkrüb gegeben. Danach wandten sich die Castrop-Rauxeler Firmen an die Polizei, heißt es.

In ihrer Aufmachung seien die Briefe sehr realistisch. Hinweise auf den Verfasser liegen der Polizei und den betroffenen Unternehmen bislang nicht vor. Zurzeit müsse aber damit gerechnet werden, dass weitere dieser Schreiben im Umlauf sind oder gebracht werden.

Über Gründe für einen solchen Betrug lasse sich im Moment nur spekulieren, sagt Andreas Wilming-Weber. Strafrechtlich handele es sich um Amtsanmaßung. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 0800/2361111 entgegen.

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