Geheime Schätze lagern in den Schließfächern der Sparkasse. © Ronny von Wangenheim
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Geheime Schätze hinter dicker Tresortür: Sparkassen-Service ist gefragt

Es lagern Schätze hier. Aber welche, das bleibt das Geheimnis der Mieter der Schließfächer im Kundentresorraum der Sparkasse. Nur blöd, wenn man den Ersatzschlüssel gleich mit einschließt.

Schmuck, Goldbarren, Dokumente, Waffen, bündelweise Bargeld – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt angesichts der stählernen Schließfächer der Sparkasse. Rund 1600 reihen sich hier fast nahtlos aneinander. Sie beherrschen den Kundentresorraum der Sparkasse am Markt in Castrop.

In den Ecken gibt es noch drei Sitzgelegenheiten. Hier kann man in Ruhe, so lange man will, seine Schätze durchsehen, neue hineinlegen oder entscheiden, was dort bleibt und was man mitnehmen will. In Vitrinen hat die Sparkasse goldene Münzen ausgestellt. Münzen, wie sie auch in den Schließfächern aufbewahrt werden könnten. Nur mit einem Unterschied, das betont Rainer Kruck, Sparkassen-Direktor für Castrop-Rauxel: „Das sind alles Imitate.“

Rainer Kruck, Direktor für den Marktbereich Castrop-Rauxel der Sparkasse, zeigt, wie dick die Tür zum Kundentresorraum ist.
Rainer Kruck, Direktor für den Marktbereich Castrop-Rauxel der Sparkasse, zeigt, wie dick die Tür zum Kundentresorraum ist. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Eine dicke Tresortür versperrt den Zugang außerhalb der Öffnungszeiten. Sie ist ähnlich dick wie die zum Tresorraum der Sparkasse, in dem die Geldvorräte in Scheinen und Münzen für die Kassen lagern. Kindergartenkinder und Grundschüler dürfen bei Besichtigungen daran ihre Kräfte messen.

Zugang mit Sparkassenkarte und Pin

Doch sonst ist der Zugang zwar videoüberwacht, aber deutlich einfacher zu überwinden. Anders als in kleineren Filialen gibt es in der Hauptstelle am Markt einen SB-Kundentresorraum. Mit Sparkassen-Karte und Pin bekommt der Kunde Zugang zu einem Ort, an dem andernorts ein Mitarbeiter die Identität prüft und dann mitgeht und als erster den Schlüssel herumdreht. „Vier-Augen-Prinzip“ nennt sich das dort.

Ist man vor seinem Schließfach angekommen, kann niemand anderes mehr in den Tresorraum hinein, auch wenn theoretisch mehr Platz wäre. „Wir haben das Thema Diskretion noch einmal verstärkt“, so Rainer Kruck. Wenn jemand den Raum verlässt, muss der nächste noch bis zu vier Minuten warten, bevor der Zugang wieder möglich ist.

Rainer Kruck, Direktor der Sparkasse für den Marktbereich Castrop-Rauxel, im Kundentresorraum am Markt.
Rainer Kruck, Direktor der Sparkasse für den Marktbereich Castrop-Rauxel, im Kundentresorraum am Markt. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Zwischen 68 und gut 200 Euro kostet die Jahresmiete je nach Größe des Schließfaches. Günstig nennt Rainer Kruck das. Thema sei die Höhe der Miete bei den Kunden noch nie gewesen. Viele der Mieter haben ihr Schließfach jahrzehntelang. Die Nachfrage ist groß. Nur 170 der 1600 Schließfächer sind zurzeit nicht belegt. Besonders bei den größten Fächern kann es auch mal zu Wartezeiten kommen.

Sparkasse hat keinen Ersatzschlüssel

Jeder Mieter erhält zwei Schlüssel zum Tresor. Und nein, so Rainer Kruck, die Sparkasse hat keinen Ersatzschlüssel. Auch wenn das viele dächten. Dass Schlüssel verloren gehen, passiert schon mal. Oder aber Erben finden sie nicht mehr. Grundsätzlich, so rät der Sparkassen-Direktor, soll man die beiden Schlüssel getrennt voneinander aufbewahren. Alles andere sei fahrlässig und naiv.

Noch einen Tipp hat er. Wer in seinem Schließfach sein Testament aufbewahrt, sollte auch dafür sorgen, dass jemand nach seinem Tod an das Schließfach kommt. Er sollte also eine Vollmacht erteilen und eventuell einen Schlüssel bei dem Bevollmächtigten hinterlegen. Mehr als einmal sei es deshalb zu Problemen gekommen.

Gar nicht schlau sei es dagegen, den Zweitschlüssel bombensicher aufbewahren zu wollen und ihn deshalb in das Schließfach zu legen. Auch das hat Rainer Kruck schon erlebt.

Wenn beide Schlüssel weg sind, wird es richtig teuer

Sind die Schlüssel verloren, wird es teuer. Ein Ersatzschlüssel kostet mindestens 150 Euro. Sind beide Schlüssel verloren, muss das Schließfach von einer Sicherheitsfirma aufgebohrt und das Schloss ausgetauscht werden. Das kostet mindestens 500 Euro.

Noch eins erzählt Rainer Kruck. Kinder seien bei Besichtigungen oft enttäuscht: „Die denken, wir haben hier wie Dagobert Duck einen riesigen Geldspeicher.“

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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