Gelsennet erklärt nach Zweifeln das Qualitätsmanagement beim Glasfaser-Ausbau

mlzSkepsis bei Baustellen

Im Castrop-Rauxeler Stadtrat zog ein CDU-Ratsherr die Qualität der Bauarbeiten von Internet-Anbieter Gelsennet in der Stadt in Zweifel. Jetzt hat sich die Firma selbst zur Kritik geäußert.

Castrop-Rauxel

, 04.03.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Monaten baut Gelsennet Glasfaserkabel in den Boden unter der Stadt ein - an vielen Straßen, unter vielen Gehwegen im Stadtgebiet sind für kurze Zeit Wanderbaustellen. Die Bauarbeiter, meist Subunternehmer, buddeln, verlegen Leerrohre und schieben dort dann später die Glasfasern ein, die demnächst ultraschnelle Internetverbindungen in der Stadt gewährleisten sollen.

Wolfgang Helsper machte sich nun öffentlich Sorgen über die Qualität der Arbeiten: Wird genau genug hingeschaut, ob die Wege sachgerecht wieder hergestellt werden?

Wir fragten daraufhin bei Gelsennet an, wie das interne Qualitätsmanagement geregelt ist. Die Antwort von Unternehmenssprecher Markus Lübbers kam prompt: „Unsere qualifizierten Facharbeiter, die seit 20 Jahren Tiefbauprojekte in den Städten Gelsenkirchen, Bottrop, Gladbeck und Herten erfolgreich realisieren, kontrollieren - gemeinsam mit dem zuständigen Projektmanager von Gelsennet für den Kreis Recklinghausen - mehrmals wöchentlich in Zusammenarbeit mit externen Tiefbauexperten und dem Bauleiter des Generalunternehmens die Baustellen vor Ort und das weitere Vorgehen.“

Tragfähigkeit wird mit Lastplatten getestet

Durch einen Lastplattendruckversuch werde auch die Druckfestigkeit und Tragfähigkeit von Böden und Materialien gewährleistet: „Dieses Verfahren dient als Nachweis zur Eignung von Böden und Untergründen als Baugrund. Dieses Verfahren wenden wir in Castrop-Rauxel alle 50 Meter an“, so Lübbers. Die Gewährleistungsfrist entspreche einer Dauer von fünf Jahren.

Der EUV-Stadtbetrieb und die Stadtverwaltung begleiteten die Baumaßnahme sehr eng, so Gelsennet weiter. „Hierzu werden Vorbesprechungen und Vorbegehungen sowie eine Begleitung während der Baumaßnahme koordiniert, bevor es am Ende zu einer Abnahme kommt“, erklärt Lübbers. EUV und Stadt wiesen dabei „bereits während der Bauphase auf Mängel hin“ und ließen sie vor Abschluss der Bauphase abstellen.

Das antworteten auch schon EUV-Chef Michael Werner und Bürgermeister Rajko Kravanja auf die Anfrage von Wolfgang Helsper am Donnerstag im Stadtrat.

30 Prozent sind bisher abgearbeitet

Rund 30 Prozent der Tiefbauarbeiten im Castrop-Rauxeler Stadtgebiet habe Gelsennet inzwischen abgearbeitet, so Lübbers. Die letzte Baustelle zugeschüttet habe das Unternehmen voraussichtlich Ende 2020.

Die Firma Gelsennet hatte die Ausschreibung für den aus Bundesmitteln geförderten Glasfaserausbau in Castrop-Rauxel und in Nachbarstädten im Kreis Recklinghausen gewonnen. Sie ist nun verantwortlich für das Verlegen der Glasfasern nach einem mit Politik und Verwaltung abgestimmten Netzplan. Schulen, öffentliche Einrichtungen und Gewerbegebiete waren dabei besonders im Fokus.

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