Geschenkt oder geklaut? Streit um Waschmaschine

Nachbarn stehen vor Gericht

Geklaut oder nicht? Ein ziemliches Hickhack gibt es um eine Waschmaschine, die eine Frau ihrem Nachbarn im Mai 2015 überlassen wollte. Erst war von einem Geschenk die Rede - dann von Diebstahl. Der zuständige Richter konnte sich bisher kein Bild machen: Weil wichtigste Zeugen nicht zur Verhandlung erschienen.

CASTROP-RAUXEL

, 11.01.2016, 05:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ehemalige Nachbarn in Castrop-Rauxel streiten vor Gericht, im Mittelpunkt stehen eine Waschmaschine und die Frage, ob das Haushaltsgerät geschenkt oder gestohlen ist.

Ehemalige Nachbarn in Castrop-Rauxel streiten vor Gericht, im Mittelpunkt stehen eine Waschmaschine und die Frage, ob das Haushaltsgerät geschenkt oder gestohlen ist.

„Erst wollte sie mir alles schenken, die Waschmaschine, Tischchen, Kaffeemaschine und eine Einbauküche. Weil sie umzog und die Sachen nicht mehr brauchte.“ So schilderte der 50-jährige Angeklagte die schwierige Transaktion. Angezeigt von der zunächst so freigiebigen Nachbarin, die ihn des Diebstahls bezichtigte. Denn sie habe 80 Euro für die Waschmaschine haben wollen.

Der Angeklagte, der in einfachen Verhältnissen lebt, arbeitslos ist und jeden Euro mehrfach umdrehen muss, sah zunächst eine willkommene Gelegenheit, seine Wohnung besser auszustatten. Die eigene Waschmaschine war zudem kaputt.

Küche entrümpelt

Begeistert von diesen Aussichten habe er begonnen, seine Küche zu entrümpeln und zu streichen. Die alten Hängeschränke landeten schnell auf dem Sperrmüll. Doch der Ersatz ließ auf sich warten. Immer wieder, insgesamt über mehrere Wochen, sei er hingehalten worden, habe die Nachbarin vereinbarte Termine nicht eingehalten.

Dann habe es geheißen, die Waschmaschine solle 80 Euro kosten. Geld, das der Mann nicht hatte. Seine Barschaft war in die Farbe geflossen, mit der er seine Küche auf Vordermann gebracht hatte. Und auch für die Einbauküche sollten plötzlich 200 Euro berappt werden.

Die Möbel hat der Mann bis heute nicht

„Da habe ich mir überlegt, für alles so 100 bis 150 Euro zu zahlen“, erklärte der Angeklagte. Doch dazu kam es nicht. Die Nachbarin war zwar noch einmal da, habe dem Transport der Waschmaschine von einem Haus ins andere zugestimmt, sei währenddessen aber schon wieder gegangen. Und kehrte nicht, wie zugesagt, am nächsten Tag zurück, um die Überlassung der Möbel weiter abzuwickeln. Doch die Küchenmöbel hat er bis heute nicht, die Nachbarin auch nicht mehr gesehen.

Weiterer Zeuge sagte vor Gericht aus

Ein Nachbar, der eigentlich beim Tragen helfen wollte, sagte aus, dass die Frau „sowieso ein bisschen hypo“ sei. Eine Chance, sich selbst ein Bild von ihr zu machen, hatte der Richter nicht.

Die Zeugin, wie auch eine weitere Nachbarin, hatten die Ladung zum Gericht ignoriert. Jetzt lässt sie der Strafrichter polizeilich vorführen und hat ihnen außerdem ein Ordnungsgeld aufgebrummt. Die Verhandlung wird am 29. Januar fortgesetzt. 

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