Immer mehr Gläubige können für Gottesdienste in Kirchen zurückkehren

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Zunehmend öffnen die Kirchengemeinden in Castrop-Rauxel für Gottesdienste ihre Türen. Bei den Gottesdiensten gelten aber strenge Auflagen. Und auch längst nicht jeder Gläubige wird Platz finden.

von Marian von Hatzfeld

Castrop-Rauxel

, 09.05.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gottesdienste mit Besuchern sind in NRW zwar grundsätzlich schon seit 1. Mai wieder erlaubt, doch vergangene Woche haben die Gemeinden nur sehr zögerlich von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Doch nun wächst die Zahl der Kirchen, in die Gläubige am Wochenende gehen können, um Gottesdienst zu feiern.

Die Messen finden jedoch „um die Gesundheit der Besucher und Mitarbeiter nicht zu gefährden, unter strengen Auflagen statt“, erläutert Stefan Kruppa vom Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd.

Kruppa hatte in den vergangenen Wochen gute Erfahrungen mit der Online-Übertragung von Gottesdiensten in menschenleeren Kirchen gute Erfahrungen gesammelt.

Limitierte Besucherzahlen

In allen sechs Gemeinden des Pastoralverbunds können Besucher ab diesem Wochenende wieder an Messen teilnehmen. Die Plätze sind jedoch limitiert. „Nur jede zweite Bank wird besetzt und in der Regel steht nur ein Platz von jeder Seite zur Verfügung, wir haben zu wenig Platz für alle“, so Kruppa.

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Wie viele Personen genau in die Kirche dürfen „kommt auf die Größe der Kirche an“, sagt Sandra Radinger, die im Büro des Verbundes arbeitet. „In einer großen Kirche wie der St. Lambertus Kirche dürften in etwa 60 Besucher Platz nehmen“, so die Sekretärin.

In der großen Kirche gibt es am Sonntag (10.5.) zwei Gottesdienste um 8 Uhr und um 11.30 Uhr. Wie die Auflagen dann durchgesetzt werden, hänge „von den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Küstern ab“, erklärt Radinger. Ein frühes Erscheinen sei jedoch maßgeblich.

Risikopatienten sollen weiterhin Online Angebot nutzen

Ähnlich ist es bei der beim Gottesdienst in der Schutzengel-Kirche in Frohlinde, die zur Messe am Sonntag (10.5.) ab 10 Uhr nur den ersten 40 Gemeindemitgliedern Einlass gewährt. „Sonst würde das mit dem Sicherheitsabstand nicht funktionieren“, erläutert Michael Wefringhaus vom Kirchenvorstand.

Trotz der Möglichkeit, den Gottesdiensten wieder beizuwohnen verändert sich der Ablauf. „Es wird beispielsweise nicht gesungen, kein Friedensgruß mit dem Sitznachbarn gemacht und es ist auch kein Weihwasser im Becken“, sagt Sandra Radinger.

Das Weihwasserbecken bleibt am Wochenende leer.

Das Weihwasserbecken in der St.Lambertus Kirche bleibt am Wochenende leer. © Archiv

Corona-Risikopatienten empfiehlt Stefan Kruppa, „besser nicht zur Kirche zu kommen, sondern unser Online-Angebot zu nutzen“. Der Gottesdienst in der St. Elisabeth Kirche startet um 11 Uhr und wird wie in den vergangenen Wochen im Internet übertragen.

Predigt mit Mundschutz?

Auch Jens Kanak von der katholischen Pfarrei Corpus Christi bittet „Menschen, die ein besonderes Risiko tragen, die Gottesdienste weiterhin im Internet mitzufeiern“. Die zugehörigen Kirchen sind ebenfalls wieder zugänglich, der Eingang wird durch einen kircheneigenen Ordnungsdienst geregelt und begrenzt.

Teilnehmer des Corpus-Christi-Gottesdienstes müssen in der Kirche eine Maske tragen. Eine generelle Pflicht für einen Nasen-Mundschutz bei Gottesdiensten gibt es nicht, „aber das haben wir selber so entschieden“, erzählt Martina Bartosch vom Gemeindeausschuss.

Die Pfarrer tragen am Wochenende bei der Predigt wohl keinen Mundschutz. „Der Abstand zu den Anwesenden sollte gewahrt sein“, so Bartosch. Die Gottesdienste der Pfarrei finden Samstag und Sonntag in verschiedenen Kirchen statt (Weitere Infos unter https://www.corpus-christi-cas.de)

Evangelische Kirchengemeinde hält sich zurück

Jens Kanak findet: „Wir haben die Möglichkeit, durch unser Verhalten zu zeigen, dass diese neue Normalität über lange Zeit gut funktionieren kann.“

Die evangelische Paulus-Kirchengemeinde führt dieses Wochenende noch keinen besuchbaren Gottesdienst durch. „Wir sind da noch zurückhaltend, aber online ist der Dienst weiter verfügbar“, erklärt Pfarrerin Christine Köntopp.

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