Grüne: Genug Wohnraum und bereits nutzbare Flächen in Castrop-Rauxel vorhanden

Wohnen

Die Stadt sollte erst einmal den Leerstand an Wohnungen aktivieren und auf bereits nutzbare Flächen setzen, als neue Baugebiete auszuweisen. Das ist der Tenor eines Workshops der Grünen.

Castrop-Rauxel

10.02.2020, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gerhard Joksch, Grünen-Politiker und ehemaliger Stadtbaurat aus Münster, meint, dass es in Castrop-Rauxel genug Wohnungs-Leerstand gebe, den man aktivieren sollte, ehe man neue Häuser baue.

Gerhard Joksch, Grünen-Politiker und ehemaliger Stadtbaurat aus Münster, meint, dass es in Castrop-Rauxel genug Wohnungs-Leerstand gebe, den man aktivieren sollte, ehe man neue Häuser baue. © Volker Engel

Am Samstag traf sich die Fraktion der Grünen Castrop-Rauxel zu einem Wohn-Workshop bei Goldschmieding. Wie viel zusätzlichen Wohnraum brauchen wir in Castrop-Rauxel wirklich? Das war die Kernfrage, die Referent Gerhard Joksch mit den Teilnehmern zu beantworten versuchte. Joksch ist Planungsexperte und ehemaliger grüner Baurat der Stadt Münster.

In seinen Inputs für die Diskussion erläuterte Joksch die Grundlagen einer bedarfsgerechten und flächensparenden Siedlungsentwicklung, übte Kritik an der Flächenplanung der Stadt Castrop-Rauxel und wies auf notwendige Maßnahmen zur Förderung einer flächensparenden Stadtentwicklung hin.

Wagener: Ewiges Wachstum ist nicht nötig

Fraktionsvorsitzender der Grünen Bert Wagener stellt dazu fest: „Wenn wir immer mehr Wohnfläche anstreben, ist das der falsche Weg. Die Flächen sind endlich. Ein ewiges Wachstum an bebauten Flächen ist in unserer Stadt unmöglich und aus aktueller Facheinschätzung auch nicht nötig.“

So betonte Gerhard Joksch unter anderem, dass etwa der Regionalverband Ruhr (RVR) die Grünflächen Castrop-Rauxels als sehr wertvoll und erhaltenswert einschätzt und verwies auf die Möglichkeiten der Stadt, benötigten Wohnraum zu schaffen, ohne dafür zusätzliche Grünflächen zu vernichten.

Die Castrop-Rauxeler Fraktion der Grünen beim Wohn-Workshop im Hotel Goldschmieding.

Die Castrop-Rauxeler Fraktion der Grünen beim Wohn-Workshop im Hotel Goldschmieding. © Volker Engel

Anhand verschiedener Beispiele und konkreter Zahlen aus der Stadt versuchte er deutlich zu machen, dass es zahlreiche Brachflächen oder nicht ausgeschöpfte Baubereiche in bereits bestehenden Siedlungsgebieten gebe, in denen durch verdichtete Bauweise Wohnraum geschaffen werden könne.

Außerdem kritisierte Joksch die überproportionale Ausrichtung der örtlichen Bauvorhaben auf Einfamilienhäuser.

Joksch: Erst den Leerstand aktivieren

Zudem wies der Referent die anwesenden Lokalpolitiker auf die dringend zu klärende Frage hin, wie in Castrop-Rauxel mit leer stehenden Wohneinheiten umgegangen werden solle, die die Grünen auf 1500 beziffern. „Castrop-Rauxel sollte zunächst ein Maximum dieser Wohneinheiten aktivieren.“

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Er gab aber auch zu bedenken, dass dieser überdurchschnittliche Leerstand auch darauf hindeuten könne, dass in Castrop-Rauxel schlicht kein Bedarf an zusätzlichem Wohnraum bestehe.

Ulrich Werkle, Ratsmitglied der Grünen: „Dass wir eine Vielzahl an zusätzlichem Wohnbauflächen für angebliche Neubürger brauchen, so wie es ein Gutachten der Stadt aus 2019 suggeriert, ist schlicht falsch. Wir haben genug Wohnraum und bereits nutzbare Flächen im Bestand. Es fehlt offensichtlich lediglich die Ressource und die Bereitschaft der Stadtverwaltung, sich damit auch angemessen zu beschäftigen.“

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