Stadt soll auf Wunsch der Grünen die alte Schule in Frohlinde kaufen

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680.000 Euro soll das Gebäude an der Hubertusstraße in Frohlinde kosten. Die Grünen wollen der Stadt nun vorschlagen, die alte Schule zu kaufen. Die Investition könnte der Lindenschule helfen.

Frohlinde

, 19.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die alte Schule in Frohlinde: Was wird aus dem Gebäude an der Hubertusstraße direkt neben der Schutzengelkirche?

Die alte Schule in Frohlinde: Was wird aus dem Gebäude an der Hubertusstraße direkt neben der Schutzengelkirche? © Tobias Weckenbrock

Das Gebäude an der Hubertusstraße in Frohlinde hat schon einmal lange Jahre als Grundschule fungiert. 1900 gebaut, war es ewige Zeiten lang die Frohlinder Schule, wurde dann aber überflüssig, als die Lindenschule entstand. Danach wurde es verkauft, umgebaut und zuletzt einige Jahre lang als Schulungszentrum genutzt.

Inzwischen steht das Gebäude bis auf zwei Wohnungen im Dachgeschoss leer und soll jetzt einen neuen Käufer finden. 680.000 Euro werden für die alte Schule von der Immo-Group West gefordert. Sie bietet immer noch die großen Klassenräume im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss an – wie in der Zeit der früheren Schulnutzung.

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Dieser Zustand macht das Gebäude plötzlich auch wieder für die Politik in Castrop-Rauxel interessant. Denn nachdem unsere Redaktion das Gebäude in einem Immobilienüberblick vorgestellt hatte, melden sich jetzt die Grünen in Castrop-Rauxel mit einer Nutzungsidee zu Wort.

Wie Bert Wagener, Fraktionsvorsitzender der Partei, schreibt, habe die Ratsfraktion für die kommende Sitzung des Betriebsausschusses 2 am Donnerstag, 20. Februar, um 17 Uhr im BBZ an der Westheide 63 eine Anfrage zum Kauf des alten Schulgebäudes an der Hubertusstraße gestellt.

Grüne: Containerbau lieber sparen

Hierdurch könnten aus Sicht der Grünen unter anderem Mittel für den Ankauf von Containern für die Offene Ganztagsschule (OGS) an der Lindenschule eingespart werden. An der Lindenschule hatte es im vergangenen Jahr für 65 zur Verfügung stehende OGS-Plätze 115 Anmeldungen gegeben.

Die Stadt, so hatte es Sozialdezernentin Regina Kleff damals angekündigt, wolle darauf mit einer Container-Lösung reagieren, um allen angemeldeten Kindern auch einen Platz bieten zu können. Das könne man sich durch die Nutzung der alten Schule sparen, meinen die Grünen.

Und noch mehr: Frohlinde sei erheblich gewachsen, habe seine dörfliche Struktur weitestgehend verloren, sagt Bert Wagener: „Gewachsen sind damit auch die sozialen Probleme in allen Bevölkerungsbereichen. Vandalismus und rechte Schmierereien sind ebenso vermehrt zu beobachten wie Rückzug und Vereinsamung.“

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In anderen Stadtteilen gebe es zentrale städtische Anlaufstationen wie Jugendzentren oder ein Bürgerhaus. Das könne in Frohlinde die alte Schule werden.

Durch das Verkaufsangebot der alten Schule im Stadtteilkern, das auch am Montag, 17. Februar, noch im Netz zu finden war, gebe es nach Meinung der Grünen eine einmalige Möglichkeit. „Die Kosten für den Erwerb würden nur einen Bruchteil der Kosten für die Errichtung einer für ein Jahr ausgerichteten Kindertageseinrichtung am Stadtmittelpunkt betragen. Ferner könnte so auf die Errichtung von Containern zur Erweiterung der OGS verzichtet werden“, so die Grünen.

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