Grüner Vorstoß für härtere Vorgarten-Regeln: Jetzt entscheidet die Politik

mlzSchottergärten

Ob Schotter-Vorgärten verboten werden, wird die Politik wohl bald entscheiden. Die Grünen wollen das per Bauordnung verbindlich regeln. Aber es gibt Widerstand. Und ein konkretes Problem.

Castrop-Rauxel

, 07.02.2019, 04:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schottergärten bleiben ein Thema. Sollen die Bürger eine Botschaft aus der Politik bekommen, wie sie künftig ihre Vorgärten, die hier konkret im Fokus stehen, gestalten sollen? Die Stadtverwaltung erwartet eine spannende Diskussion darüber.

Das sind die zentralen Argumente der Grünen

Thema ist das am Umweltausschuss am Dienstag, 12. Februar, und im Bauausschuss am Donnerstag, 14. Februar. Die Grünen haben dazu einen Antrag gestellt. Danach soll bei der zukünftigen Aufstellung von Bebauungsplänen dafür gesorgt werden, dass eine ökologisch nachhaltige Gestaltung erfolgt. „Vermehrt kann im Stadtgebiet festgestellt werden, dass Grünflächen in geschotterte Flächen verwandelt werden. Dies betrifft gewerbliche und private Flächen“, sagen die Grünen. Häufig führe das zu einer massiven Veränderung des Stadtbildes, einer Einschränkung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen und einer Veränderung des Stadtklimas. Die Grünen wollen klipp und klar, dass künftig festgeschrieben wird, dass Schottergärten ausgeschlossen sind.

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„Können wir machen, wenn die Politik es beschließt“, sagt der Technische Beigeordnete der Stadt, Heiko Dobrindt, im Gespräch mit unserer Redaktion. Er verweist auf die alte und die neue Bauordnung. Die neue gilt seit Beginn dieses Jahres. Nach der alten habe es schon die unmissverständliche Regel gegeben, dass Vorgärten zu begrünen und zu bepflanzen sind. Eine Versiegelung sei ausgeschlossen. Die neue Bauordnung halte das Ganze ein bisschen freier. „Um Nuancen“, sagt Dobrindt. Kernfrage: Schreibt die Stadt künftig vor, wie Anwohner ihre Vorgärten gestalten?

Darum sind CDU und FDP dagegen

CDU und FDP haben bereits abgewunken. Die beiden Fraktionen wollen das den Bürgern selbst überlassen. Heiko Dobrindt sagt: „Ich denke, es geht hier eher um eine Bewusstseinsbildung.“ Sich bewusst zu sein darüber, was jeder Einzelne zum Umweltschutz und zur Artenvielfalt von Flora und Fauna beitragen könne. Klaus Breuer, Bereichsleiter Stadtgrün und Friedhofswesen, sagt: „Es ist ein Irrglaube zu denken, Schottergärten seien pflegeleichter.“ Laub falle drauf, die Steine verdreckten.

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Entscheidet die Politik, dass sie künftig konkrete Vorgaben bei uns macht, gibt es laut Dobrindt bei den knappen personellen Ressourcen in der Stadtverwaltung ein Kontroll- und Umsetzungsproblem.

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