Habinghorster Bürger machen Front gegen die Dichtheitsprüfung

Abwasserkanäle

Die Anfang des Jahres bei 2200 Hauseigentümern in Habinghorst angelaufene systematische Überprüfung der privaten Abwasserkanäle stößt bei Betroffenen auf massiven Widerstand. Die Gründung einer Bürgerinitiative gegen die vorgeschriebene Dichtheitsprüfung steht unmittelbar bevor.

HABINGHORST

von Von Michael Fritsch

, 04.04.2011, 22:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hausbesitzer müssen in den nächsten Jahren die Dichtheit ihrer vom Haus ins öffentliche Netz verlegten Abwasserrohre nachweisen und Schäden reparieren lassen. Das wollen viele Betroffene nicht klaglos hinnehmen.

Hausbesitzer müssen in den nächsten Jahren die Dichtheit ihrer vom Haus ins öffentliche Netz verlegten Abwasserrohre nachweisen und Schäden reparieren lassen. Das wollen viele Betroffene nicht klaglos hinnehmen.

Und appellierte an sie, umgehend Einspruch gegen die Aufforderung zur Dichtigkeitsprüfung einzulegen. Ein selbst verfasstes Muster-Einspruchsschreiben legte Krüger einfachheitshalber sofort dazu, so dass die Betroffenen lediglich ihre persönlichen Daten einfügen mussten – was 176 Betroffene auch bereits getan haben. Die Schreiben liegen dem EUV seit Montag vor.

Ziel des Vorstoßes von Krüger: Die Gründung einer Bürgerinitiative zur Durchsetzung folgender Forderungen:

  • Aussetzung der Frist zur Dichtigkeitsprüfung zum 31. Dezember 2011 für die als erste angeschriebenen Habinghorster und Verlängerung bis zum 31. Dezember 2023, bis mit Frohlinde der letzte Stadtteil an der Reihe ist.
  • Aussetzung des Vollzuges des Paragrafen 61 a des Landeswassergesetzes, um eine „gigantische Fehlinvestition auf dem Rücken der Steuerzahler, Eigenheimbesitzer und Mieter zu verhindern.“

Konkret beklagt Krüger nicht nur Rechtsverstöße, sondern fordert neue Prüfverfahren, die nicht erst sanierungspflichtige Schäden verursachen, die sie eigentlich aufspüren sollen. „Das Ergebnis der vorgegebenen Prüfverfahren ist reines Glücksspiel“, heißt es wörtlich.

Vorwürfe, die der EUV-Umweltexperte Thorsten Werth-von Kampen nicht gelten lässt: „Ein Einspruch gegen geltendes Landesrecht ist überhaupt nicht möglich“, erklärte er am Montag gegenüber unserer Zeitung. Gleichwohl werde der EUV zeitnah allen Briefeschreibern antworten und ihnen alles noch einmal ausführlich darlegen, versprach er. Generell empfiehlt Werth-von Kampen allen Betroffenen, eine seriöse Firma mit der Dichtheitsprüfung zu beauftragen: „Das kostet zwischen 280 und 350 Euro.“ Gehe die Prüfung positiv aus, habe der Hausbesitzer 20 Jahre Ruhe. Anderenfalls solle er sich ausführlich vom EUV beraten lassen und dann eine zertifizierte Firma beauftragen.    

  • Die erste Runde der nach Paragraf 61a des Landeswassergesetzes vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen soll bis 2023 abgeschlossen sein. Eine Wiederholung erfolgt in Abständen von 20 Jahren. Nach dem östlichen Habinghorst folgen 2012 Dingen, Deininghausen und das südöstliche Ickern, 2013 Ickern Mitte und Teile Henrichenburgs, 2014 Castrop östlich der A 42, 2015 Merklinde, Teile Habinghorsts und Henrichenburgs, 2016 Schwerin, 2017 Ickern End, Teile Henrichenburgs, Becklem, 2018 Teile Henrichenburgs, Ickern nördlich der Emscher, 2019 Obercastrop, 2020 Castrop, 2021 Castrop West und Teile Schwerins, 2022 Rauxel, 2023 Frohlinde.
  • Kontaktadresse Roland Krüger: RKevent@gmx.de
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