Haus Oe: Corny tritt am Samstag seine letzte Schicht am Zapfhahn an

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Nach 23 Jahren ist für Kneipier Alfred Corny Hilpert Schluss im Haus Oe auf Schwerin. Der 72-Jährige verabschiedet sich in den Ruhestand - allerdings nicht wie geplant.

Castrop-Rauxel

, 23.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Haus Oestreich auf Schwerin geht eine Ära zu Ende. Am Samstag, 27. Juni, wird der bekannte Kneipier Alfred Corny Hilpert seine letzte Schicht am Zapfhahn hinter dem Tresen ansolvieren, dann verabschiedet er sich in den Ruhestand.

23 Jahre lang führte er die Traditionsgaststätte an der Frohlinder Straße, davor war er 17 Jahre im Strandcafé. Dass Corny in diesem Sommer als Pächter aussteigen will, ist bekannt. Nun ist klar: Am kommenden Samstag ist endgültig Feierabend.

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Am Sonntag wird Corny also erstmals nicht mehr hinuntergehen, um die Kneipe aufzuschließen. Doch er nimmt es gelassen. „Es ist eine Erleichterung“, sagt Corny, „ich bin jetzt 72 Jahre alt.“

Cornys Pläne haben sich zerschlagen

Vor dem Haus Oe stapelt sich derzeit Sperrmüll. Corny zieht aus – auch aus der Wohnung über der Kneipe. Daher hat er nicht viel Zeit zum Plaudern. „Wir verkaufen Teile des Inventars. Etwa die Theater-Lautsprecher aus dem Saal. Und die Brauerei holt ihre Sachen ab“, erläutert Cornys Tochter Sophia Neumann. Die Pläne des 72-Jährigen, im Ruhestand über der Kneipe wohnen zu bleiben sowie hin und wieder aushilfsweise hinter dem Tresen zu stehen, haben sich zerschlagen. „Ich bleibe aber in Castrop-Rauxel“, sagt Corny.

Alfred Corny Hilpert (rechts) wird am Samstag, 27. Juni, zum letzten Mal im Haus Oe am Zapfhahn hinter dem Tresen stehen. Nach der Mittagsschicht ist Schluss.

Alfred Corny Hilpert (rechts) wird am Samstag, 27. Juni, zum letzten Mal im Haus Oe am Zapfhahn hinter dem Tresen stehen. Nach der Mittagsschicht ist Schluss. © Christian Püls

Es gibt offenbar große Pläne mit dem 120 Jahre alten Haus Oestreich - und einen neuen Pächter. Der Verpächter war am Montagnachmittag telefonisch nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

120-Jahr-Feier ist gestrichen

Von 12 bis 13.30 Uhr steht Corny am Samstag letztmals hinter dem Tresen, dann kommt die Ablösung. Die große Party zum 120-Jährigen Bestehen der Kneipe am 2. Juni fiel wegen der Corona-Auflagen aus. Auch die Vor-Party wurde gestrichen. „Das ist sehr bedauerlich, wir hätten wirklich gerne gefeiert“, so Sophia Neumann, „aber wegen Corona können wir hier keine Party machen, wo man dicht gedrängt stehen würde.“ Die Feier wird auch nicht nachgeholt.

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Und so wird es eher ein stiller Abschied nach 23 Jahren im Haus Oe und 40 Jahren als Kneipier. Eine von Cornys letzten „Amtshandlungen“ wird in der Auflösung der Bundesliga-Tippgemeinschaft bestehen.

„Die hat ein Stammgast vor vielen Jahren ins Leben gerufen“, sagt Sophia Neumann. „Dazu hat er einen alten PC hingestellt, mit Drucker, damit sich jeder seinen Tippschein ausdrucken kann.“ Damit ist nun auch Schluss.

Das Haus Oestreich wurde am 2. Juni 120 Jahre alt und verfügt über einen Tanzsaal und einen Biergarten. Offenbar gibt es bereits einen neuen Pächter.

Das Haus Oestreich wurde am 2. Juni 120 Jahre alt und verfügt über einen Tanzsaal und einen Biergarten. Offenbar gibt es bereits einen neuen Pächter. © Christian Püls

Und auch die „Old School Party“, die Sophias Ehemann Martin Teddy Neumann im Haus Oe 17 Mal veranstaltet hat, muss sich neue Räumlichkeiten suchen. Rund 400 Leute tummelten sich dazu in der Kneipe.

Da derzeit noch unklar ist, wann wieder Feierlichkeiten mit so vielen Menschen wieder gestattet sind, ist der Termin für die 18. Auflage noch offen. Der 10. Oktober, der zuletzt im Gespräch war, ist vom Tisch.

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