Helfer bringen erste Spenden für 144 Flüchtlinge

Janusz-Korczak-Turnhalle

144 Flüchtlinge haben seit Dienstagabend eine vorübergehende Bleibe in der Turnhalle der Janusz-Korczak-Gesamtschule gefunden. Darunter sind nach Angaben der Stadt 20 Kinder. Freiwillige haben erste Kleider- und Spielzeugspenden vorbei gebracht -

Ickern

, 22.07.2015, 14:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Lang bleiben sollen die Flüchtlinge in dieser provisorischen Unterkunft in der Schulsporthalle nicht: „Die Rede ist davon, dass die Flüchtlinge drei Wochen hier bleiben und dann weiter verteilt werden“, sagt der stellvertretende Leiter des städtischen Bereichs Soziales, Thomas Woitalla. Derzeit werden die ersten Kontakte zu den Flüchtlingen geknüpft.

„Was wir bis jetzt wissen, ist, dass sie aus vielen unterschiedlichen Ländern und gesellschaftlichen Gruppen kommen“, sagt Susanne Köhler vom Team Soziales. Vor Ort an der Waldenburger Straße sind auch mehrere Mitglieder der Facebook-Gruppe „Refugees welcome to Castrop-Rauxel“, die seit Mittwoch unermüdlich weitere Spenden und Kinderspielzeug gesammelt haben. Auch bei der Essensausgabe wollen sie mithelfen.

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Für die nächsten Tage ist die Einsatzliste komplett. Auf die Beine gestellt hat das Verena Wahdan – mit der Unterstützung anderer. Verpflegt werden die Flüchtlinge von den Maltesern und vom DRK. „Es ist gut, dass wir die Mensa nutzen können“, sagt Susanne Köhler.

Die Entscheidung der Stadt für die JKG-Turnhalle war nach Angaben der Beteiligten alternativlos. Denn solch eine Unterkunft muss vorab auf Legionellen geprüft werden. 

Werden Wasserleitungen lange nicht genutzt, können sie sich in den Leitungen und Behältern ansammeln. Ehe sie dann wieder in Betrieb genommen werden, muss auf die Krankheitserreger geprüft werden - das dauert mindestens 14 Tage. 

Auch die Turnhalle in Dingen ist keine Alternative: Angesichts der großen Zahl der Flüchtlinge wäre sie schlicht zu klein.

Erste Wünsche kurzfristig erfüllt

Ob die Dienstagabend erst spät eingetroffenen Menschen die letzten sein werden, die von der Bezirksregierung nach Castrop-Rauxel verwiesen werden, ist nicht bekannt. „Und allenfalls Spekulation“, erklärt Thomas Woitalla.

Der erste Wunsch eines Flüchtlings konnte heute Vormittag innerhalb kurzer Zeit erfüllt werden. Jürgen Kahl, der die inzwischen fast 400 Leute starke Facebook-Gruppe im April ins Leben gerufen hat, kaufte einen Sack Bälle und brachte sie sofort vorbei. „Unsere Vernetzung ist sehr gut“, sagt Woitalla.

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