Helmut Sanftenschneider brachte die JVA Meisenhof mit einem besonderen Lied zum Schweigen

Kultur im Knast

Der Comedian Helmut Sanftenschneider trat bei „Kultik - Kultur im Knast“ in der JVA Meisenhof in Ickern auf. Das Publikum hatte Spaß, wurde bei einem besonderen Lied aber auch ganz still.

Ickern

, 20.09.2019, 13:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Helmut Sanftenschneider brachte die JVA Meisenhof mit einem besonderen Lied zum Schweigen

Helmut Sanftenschneider stand zum zweiten Mal auf der Bühne der JVA Meisenhof in Ickern. © Uschi Bläss

Er macht Quatsch, erzählt lustige Geschichten von Kreuzfahrten und aus dem Leben. Außerdem er ist ein Vollblutmusiker. Helmut Sanftenschneider stand zum zweiten Mal auf der Bühne des Knasttheaters. Anstaltsleiter Julius Wandelt kündigte den Künstler als einen der besten an, der die Schnittstelle zwischen Comedy und Musik genial beherrscht.

Sanftenschneider kommt ohne platte Witze auf Kosten Anderer aus. Den Auftritt im Knast sieht er als Vorpremiere für sein neues Programm. Wenn Sanftenschneider zur Gitarre greift, lebt das Instrument mit ihm. Er bindet die Musik in seinen Klamauk ein. Untrennbar scheint die Musik mit seiner Comedy-Kunst verbunden zu sein.

Helmut Sanftenschneider präsentierte seine persönliche Hitparade

Der Comedian aus Herne startet seine neue Tour „Der Gitarrenflüsterer“ am 4. Oktober in den Flottmannhallen. Einen letzten Checkup gab es im Knast. Das Publikum, das zu einem großen Teil aus Insassen, aber auch aus zivilen Gästen bestand, schloss den Künstler sofort ins Herz.

Er erzählte von seinen Auftritten auf Kreuzfahrtschiffen. Die Tophits seiner persönlichen Hitparade auf Deck stellte er vor. Und damit begann der Spaß. Lieder wie „Abendbrot um halb acht“ oder „Der gehört schon mir, denn mein Handtuch hängt ja hier“ gehörten genauso zum Programm wie anspruchsvolle Flamencomusik, die ganz ohne Witz daher kam.

Helmut Sanftenschneider brachte die JVA Meisenhof mit einem besonderen Lied zum Schweigen

Helmut Sanftenschneider sorgte dafür, dass das Publikum in der JVA Meisenhof viel zu Lachen hatte. © Uschi Bläss

Schwierige und schnelle Grifffolgen auf dem Gitarrenhals sind für den Musiker kein Problem. Mucksmäuschenstill wurde es, als Sanftenschneider vor der Pause einen gefühlvollen Track erklingen ließ, den er für seine Tochter geschrieben hat.

Passt diese Art von Musik überhaupt zu einem Comedy-Abend? „Ja!“, war die Antwort des Publikums. „Ich bin ganz ergriffen“, lautete das Urteil einiger Gäste.

Ist der Künstler Sanftenschneider ein musikalischer Comedian oder ein lustiger Musiker? „Beides“, sagt er selbst. „Ich möchte weder auf meine Musik noch auf die lustigen Späße verzichten.“

Diese Geschenke erhielten Sanftenschneider und das Publikum

Zwar erhalten die Künstler im Knast keine Gage, dennoch hält die Veranstaltungscrew stets eine Überraschung für Akteure und das Publikum bereit. Ein selbstgezimmertes Vogelhäuschen mit hochprozentigem Inhalt erfreute den Künstler. Kleine Holzgitarren aus der Werkstatt der Kreativgruppe erfreuten das Publikum.

Auf der Rückseite der Miniaturgitarren verewigte sich der Künstler mit seinem Autogramm für jeden Gast. Die geschmackvoll hergerichtete Bühne wurde unter der Leitung von Michael Piehl gestaltet. Mit „seinen Leuten“, wie er selber sagt, schuf er einen Notenhimmel, unter dem überall Gitarren einen Platz fanden. „Nirgendwo sonst wird mit so viel Hingabe und Liebe zum Detail an der Bühnenausstattung gearbeitet“, schwärmte Sanftenschneider.

Lesen Sie jetzt
Kultur im Knast

Kalle Pohl gab sich bei seinem Auftritt im Meisenhof ganz offen und ehrlich

Mit „Von allem das Beste“ eröffnete Kalle Pohl jetzt die Kultur-im-Knast-Saison in der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel. Und verriet so manches Geheimnis. Von Ursula Bläss

Lesen Sie jetzt