Hilfsorganisationen im Kreis können wieder auf das Corona-Virus testen

Neue Vereinbarung

Es ist ein Hin und Her. Die KVWL entzog dem Kreis Recklinghausen die Möglichkeit, Corona-Tests abzurechnen, ruderte dann zurück. Der Kreis baute seine Zentren erst ab und jetzt wieder auf.

Castrop-Rauxel

, 28.05.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hilfsorganisationen im Kreis Recklinghausen können wieder auf das Coronavirus testen.

Hilfsorganisationen im Kreis Recklinghausen können wieder auf das Coronavirus testen. © Tobias Weckenbrock

Ab sofort können niedergelassene Ärzte wieder Corona-Verdachtspatienten an die Terminkoordinierungsstelle der Hilfsorganisationen überweisen, teilt der Kreis Recklinghausen in einer Pressemitteilung mit. Der Kreis hat mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kreisverband am Mittwoch dazu eine neue Vereinbarung geschlossen.

Diese neue Vereinbarung war notwendig geworden, weil die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) den Städten und Kreisen in der vergangenen Woche zunächst die Betriebsstättennummer entzogen hatte. Der Kreis Recklinghausen konnte seine Corona-Tests damit nicht mehr über die Krankenkassen abrechnen und baute deshalb seine eigenen Testzentren ab.

KVWL ruderte nach Kritik zurück

Nach Kritik mehrerer Kommunen ruderte die KVWL zurück. Der Kreis Recklinghausen darf die Tests nun wieder über die Krankenkasse abrechnen, musste aber seine Vereinbarung mit dem Roten Kreuz (DRK) erneuern, das die Testzentren betreut.

Am Montagabend bekam die Kreisverwaltung zusätzlich die Information, dass auch die Corona-Ambulanz der KVWL in Recklinghausen ab Freitag geschlossen ist. „Diese Vorgehensweise, gänzlich unabgestimmt, ist für uns eine zusätzliche Herausforderung. Ich bin sehr froh, dass die Hilfsorganisationen ein verlässlicher Partner sind und bereit sind, uns auch weiterhin zu unterstützen“, wird Dr. André Jethon in einer Pressemitteilung zitiert. Er hat als Fachbereichsleiter Finanzen die weitere Vorgehensweise mit dem DRK vereinbart.

„Wir haben beschlossen, dieses Verfahren bis auf weiteres anzubieten, da es in den letzten zwei Wochen zu viele Änderungen gab, die für viel Verunsicherung gesorgt haben“, sagt Jethon.

Hin und Her für die Hilfsorganisationen soll ein Ende haben

Man wolle, dass sich sowohl niedergelassene Ärzte als auch Patienten mit Symptomen auf ein gesichertes Verfahren verlassen können, und dass das Hin und Her für die Hilfsorganisationen ein Ende habe. Alle weiteren Schritte werde man im Nachgang klären, sagt Jethon.

Christoph Behrenspöhler, Sprecher der Hilfsorganisationen und hauptamtlicher Vorstand des DRK im Kreis Recklinghausen, erklärt: „Wir werden auch dafür sorgen, dass diejenigen, die negativ getestet worden sind, wieder direkt von uns informiert werden.“ Dieses Verfahren hatten die Hilfsorganisationen unter Federführung des DRK im März eingeführt, nachdem sie die zentralen Teststellen übernommen hatten.

Der Testablauf sieht von nun an wieder folgendermaßen aus: Wer Symptome hat, die auf eine Erkrankung mit dem Corona-Virus schließen lassen, meldet sich telefonisch bei seinem Hausarzt oder am Wochenende unter der Telefonnummer 116 117 beim ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Hausarzt oder Bereitschaftsdienst meldet die Person zum Test bei den Hilfsorganisationen an. Es werden nur diejenigen getestet, die von ihrem Arzt eine entsprechende Überweisung bekommen haben. Der Hausarzt ist weiterhin der erste Ansprechpartner.

Durchfahrtszentrum in Recklinghausen ist wieder einsatzbereit

Das Durchfahrtszentrum auf dem Gelände des Prosper-Hospitals in Recklinghausen ist wieder einsatzbereit. Zusätzlich würden wieder mobile Tests durchgeführt.

„Wir beobachten die Lage im Kreisgebiet kontinuierlich und bewerten die Anforderungen gemeinsam tagesaktuell“, erklärt André Jethon. An den stationären Testzentren sei man aber darauf angewiesen, dass die Personen mit für das Coronavirus typischen Symptomen von ihren Ärzten auch zum Test angemeldet würden.

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