Horst Lichter: Mit Charme und Pellkartöffelchen

CASTROP-RAUXEL Die Europahalle hat einen neuen Superstar: der Fernsehkoch und Butterpapst Horst Lichter sorgte am Samstagabend für ein ausverkauftes Haus - und für restlos begeisterte 1350 Besucher.

von Von Peter Wulle

, 08.03.2009, 15:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Horst Lichter: Mit Charme und Pellkartöffelchen

Ein Alleinunterhalter par excellence: Fernsehstar Horst Lichter.

"Na, hättest du das gedacht?", fragte die liebenswerte, rheinische Frohnatur vor Veranstaltungsbeginn den Hallenchef Peter Breuer. Der gab ehrlich zu, dass er mit einem solchen Publikumserfolg nicht gerechnet hatte, als er davon hörte, dass der Schnurbart-Träger aus Rommerskirchen mit einem Soloprogramm daher kommt.

"Na, hättest du das gedacht?", fragte die liebenswerte, rheinische Frohnatur vor Veranstaltungsbeginn den Hallenchef Peter Breuer. Der gab ehrlich zu, dass er mit einem solchen Publikumserfolg nicht gerechnet hatte, als er davon hörte, dass der Schnurbart-Träger aus Rommerskirchen mit einem Soloprogramm daher kommt.

Im Auftrag Ihrer Mayonnaise Es war auf jeden Fall eine gute Idee, in Zeiten des Kochshow-Wahnsinns unter dem Motto "Sushi ist auch keine Lösung" über die abgehobene Küche herzuziehen - und bei der Gelegenheit auch den Herd mit auf die Bühne zu bringen. "Unterwegs im Auftrag Ihrer Mayonnaise" verteidigt Horst Lichter die Vorzüge deftiger Hausmannskost gegen die Schicki-Micki-Küche. "Wer Austern isst", sagt er, "der fotografiert auch offene Beine." Oder: "Sushi ist wie Angela Merkel im Playboy - bah!"

Fischstäbchen in Sahne Der "Horsti" erzählt und erzählt und erzählt - von Mutters Rodonkuchen, Kalter Schnauze, Johann Lafer und Mett-Igeln. Ganz nebenbei brutschelt er am Herd in Sahne geschwenkte Fischstäbchen ("Ihr müsst probieren") oder Pellkartöffelchen mit Zwiebeln ("Mmmh! Das lasst ihr mir jetzt fein rundgehen"). Mit einer Messerspitze Butter oder einem Spritzerchen Sahne gibt er sich dabei freilich gar nicht erst ab. Bei den Zutaten langt er ordentlich hin: "Et muss ja schmecken!"

Gelächter und Beifall Als stünde er daheim in seinem Oldiethek-Restaurant in der Küche, gerät Lichter scheinbar ins Plaudern. So unangestrengt und locker bringt er eine Schote nach der anderen. Es ist, als säße man im kleinen Kreis mit ihm zusammen. Der herzensgute "Horsti" umarmt sein Publikum so charmant, dass ihm die Sympathien nur so zu fliegen. Schallendes Gelächter und tosender Beifall zeugen davon.

Zweieinhalb kurzweilige Stunden Wie im Flug vergehen die zweieinhalb Stunden, in denen der launige Koch kurzweilige Unterhaltung bietet. Sein überwiegend älteres Publikum, das aus der ganzen Region anreiste, hat sich köstlich amüsiert. Von einigen schlüpfrigen Anekdoten abgesehen, war dieses Solo wirklich erste Sahne.

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