Hunderte im Kreis Recklinghausen gehen vom Urlaub direkt in die Quarantäne

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Trotz Corona-Krise fahren viele Castrop-Rauxeler in ihrem Urlaub in Risikogebiete. Wer zurückkehrt, muss in Quarantäne. Neue Verordnungen lassen noch weniger Ausnahmen zu.

Castrop-Rauxel, Kreis Recklinghausen

, 14.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ägypten, Dominikanische Republik oder die Türkei: Die beliebten Urlaubsziele haben in Zeiten von Corona einen großen Nachteil: Sie gelten als Risikogebiete. Das stört nicht alle Urlauber. Sie nehmen in Kauf, nach der Rückkehr für 14 Tage in Quarantäne zu gehen. Jetzt gibt es neue Verordnungen. Vor allem Ausnahmen wurden abgeschafft.

Rund 600 Menschen hat der Kreis Recklinghausen bereits erfasst, die seit dem 22. Juni aus einem der fast 150 Länder und Regionen weltweit eingereist sind, die als Risikogebiet gelten. Einzelne Zahlen für Castrop-Rauxel gibt es nicht. „Die meisten von ihnen kommen aus der Türkei, Bosnien-Herzegowina und Schweden“, sagt Svenja Küchmeister, Pressesprecherin des Kreises, auf Anfrage unserer Redaktion. Sehr viele Menschen melden sich außerdem mit weiteren Fragen am Info-Telefon.

Um valide Informationen geben zu können, mussten sich die Mitarbeiter des Kreises am Montag, 13. Juli, wieder einmal neu informieren. Denn für die „Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Bezug auf Ein- und Rückreisende“ gibt es neue Bestimmungen, die ab Mittwoch, 15. Juli, gelten. „Viele Ausnahmen sind weggefallen“, sagt Svenja Küchmeister.

Einreise-Meldungen können jetzt auch per Mail dem Kreis geschickt werden

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich – bis auf wenige Ausnahmen – sofort nach der Einreise auf direktem Weg nach Hause begeben und dort 14 Tage in Isolation bleiben. Um die steigende Zahl der Einreise-Meldungen bewältigen zu können, weist die Kreisverwaltung darauf hin, dass jetzt auch eine Meldung per Mail an die Mailadresse einreise@kreis-re.de möglich ist.

Wer keine Möglichkeit hat, sich per Mail zu melden, kann seine Rückkehr aus dem Risikogebiet auch telefonisch beim Corona-Info-Telefon der Kreisverwaltung melden. Die Mitarbeiter sind montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr unter Tel. (02361) 53 26 26 zu erreichen. Die Verpflichtung, sich direkt in häusliche Isolation zu begeben, gilt unabhängig von der Meldepflicht.

„Die Leute sind sehr gut informiert“, sagt Svenja Küchmeister. Das würden auch die Anrufe beim Info-Telefon im Vorfeld von geplanten Reisen zeigen. Auch an den Flughäfen würden Einreisende häufig mit Infozetteln ausgestattet. Und immerhin drohen bei Nichtbeachten der Vorschriften teils hohe Bußgelder.

Bis zu 1000 Anrufer sind täglich am Info-Telefon des Kreises

Die Mitarbeiter am Info-Telefon haben viel zu tun. „In Hochzeiten waren es 800 bis 1000 Anrufe am Tag, jetzt sind es 400 am Tag“, so die Kreis-Pressesprecherin: „Mit jeder weiteren Ferienwoche wird es weniger ruhig sein.“ Vor allem Fragen zum Schulstart seien dann gefragt. Zurzeit geht es oft um Urlaubsreisen.

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Eine der Ausnahmen, die nicht mehr gelten, betraf Reisende, die beispielsweise in der Türkei Verwandte ersten oder zweiten Grades besuchten. Das führte dazu, so Svenja Küchmeister, dass bei einer Familie, die aus Deutschland zur Familie der Mutter reiste, Mutter und Kinder später nicht in Quarantäne mussten, der Vater als Nicht-Blutsverwandter schon.

Jetzt gilt für alle die Quarantäne. Es sei denn, sie können wie andere Reisende aus Risikogebieten ein ärztliches Zeugnis in deutscher oder englischer Sprache vorlegen, das bestätigt, dass keine Corona-Infektion vorliegt. Der Test darf höchstens 48 Stunden vor der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland durchgeführt worden sein.

  • Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und wird durch das Robert Koch-Institut veröffentlicht.
  • Die aktuelle Verordnung und weitere Links gibt es auf der Homepage des Kreises.
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