Mit den Corona-Regeln können auch andere Infektionen vermieden werden – das zeigt dieses Agenturfoto aus einem Erkältungs-Labortest. © dpa
Viren und Infektionen

Hygieneregeln schützen: Apotheker und Krankenkasse ziehen gute Bilanz

Die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus brechen einen Rekord nach dem anderen. Die Hygiene-Regeln schützen nicht vor Neuinfektionen. Aber dass sie helfen, ist messbar an anderen Dingen.

Seit einem Dreivierteljahr schütteln die meisten Deutschen keine Hände mehr, halten Abstand, desinfizieren die Hände und tragen Masken. Mit dem Coronavirus gilt es immer noch zu kämpfen. Einen positiven Nebeneffekt hat die Pandemie aber: Die typischen Infektionskrankheiten wie Grippe, Erkältung und Norovirus sind deutlich zurückgegangen.

Infektionen mit dem Norovirus um die Hälfte gesunken

Vor allem eine Infektion mit Noroviren ist höchst unangenehm: Die Viren sind für einen Großteil der nicht-bakteriellen Magen-Darm-Erkrankungen verantwortlich. Die Ansteckungsrate ist außerdem sehr hoch, da die Viren ebenfalls über die Luft durch kleine Tröpfchen übertragen werden.

„Da es keine Impfung gegen Noroviren gibt, ist es umso wichtiger, bestimmte Hygieneregeln zu beachten, die vor den Erregern schützen können“, sagt AOK-Nordwest-Chef Tom Ackermann. Die Hygiene-Maßnahmen zur Vorbeugung von einer Übertragung des Norovirus sind daher dieselben wie beim Coronavirus Sars-CoV-2.

Während im vergangenen Jahr im gleichen Zeitraum noch rund 600 Fälle im Kreis Recklinghausen bekannt waren, sind in diesem Jahr nur die knapp die Hälfte der Infektionen verzeichnet worden, berichtet die AOK jetzt.

Der Serviceregionsleiter der AOK, Jörg Kock, bestätigt den Zusammenhang: „Wir gehen davon aus, dass die verstärkten Hygieneregeln im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu einem positiven Nebeneffekt bei den Norovirus-Infektionszahlen geführt haben.“

Weniger Medikamenten gegen Erkältung

Nicht nur die Infektionszahlen der Norovirus-Erkrankungen sinken. Generell kaufen die Castrop-Rauxeler weniger Medikamente gegen Erkältung und Grippe. Auch hier scheinen weniger Ansteckungen zu erfolgen.

Das typische Erkältungsmedikament Grippostad sei zum Beispiel in diesem Winter deutlich weniger gekauft worden, sagt Apotheker Claus Ehrensberger auf Anfrage unserer Redaktion. Ursprünglich, sagt Ehrensberger von der Glückauf-Apotheke auf Schwerin, hätte man den Apotheken im Sommer geraten, sich in diesem Winter besonders gut mit Medikamenten zu bevorraten. Man vermutete, dass es zu einem erhöhten Aufkommen von Infektionskrankheiten komme.

Ähnliches bestätigt die Inhaberin der City Apotheke, Angelika O‘Donnell-Spangenberg: „Durch die Hygienemaßnahmen werden bei uns deutlich weniger Erkältungsmittel gekauft.“ So hat das Coronavirus am Ende vielleicht doch ein Gutes…

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1999 in Dortmund geboren und aufgewachsen. Seit 2017 Medienwissenschafts- und Sowi-Studentin an der RUB. Nach zwei Jahren im Fernsehjournalismus, 2020 auch bei den Ruhr Nachrichten. Im Regionaljournalismus möchte ich über Geschehnisse und Menschen aus unmittelbarer Nähe berichten, so wie über das was sie und uns bewegt.
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