"Ich betreue die Frauen das ganze erste Jahr"

Freiberufliche Hebamme

"Ich bin mit Leib und Seele Hebamme", sagt Ulrike Michel und strahlt. Seit 15 Jahren ist die 41-Jährige Castrop-Rauxelerin als freiberufliche Hebamme tätig.

ICKERN

von Von Gabriele Regener

, 20.04.2011, 12:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hebamme Ulrike Michel (r.) und ihre junge Kollegin Friederike Makowski betreuen Frauen während ihrer Schwangerschaft, bei der Geburt und in der ersten Zeit mit ihrem Kind.

Hebamme Ulrike Michel (r.) und ihre junge Kollegin Friederike Makowski betreuen Frauen während ihrer Schwangerschaft, bei der Geburt und in der ersten Zeit mit ihrem Kind.

Hauptsache, die beiden Hebammen können ungestört arbeiten, denn zu Hausgeburten nimmt Ulrike Michel immer eine Kollegin mit. Neben vielen Handgriffen müssen schließlich die Herztöne des Babys überwacht und die künftigen Eltern gut versorgt werden. Denn Väter, so hat Ulrike Michel erfahren, sind bei ihren Geburtshilfen zu rund 95 Prozent dabei. Ist das Baby da, kann die frischgebackene Mama weiter auf ihre Hebamme bauen. "Die ersten Tage nach der Geburt komme ich täglich", versichert Ulrike Michel. Bis zu acht Wochen macht sie Hausbesuche, später dürfen die betreuten Mütter jederzeit anrufen, wenn sie Fragen haben. "Eigentlich betreue ich die Frauen so das ganze erste Jahr, bis zum Ende der Stillzeit", sagt sie.

Viele Frauen, die zu ihr kommen, haben zur Beginn ihrer Schwangerschaft Ängste, sind verunsichert. "Bei vielen geht es nur über den Kopf, dabei ist eine Schwangerschaft doch eine Körpersache", so Ulrike Michel. "Die Frauen sollten sich mehr auf ihr Gefühl verlassen." Auf jeden Fall können sie sich auf ihre Hebamme verlassen. Ihre positive Einstellung überträgt sich auf die werdenden Mütter. Das klappt leider nicht immer. Es gibt Frauen, die Schwangerschaft oder Geburt als traumatisches Erlebnis empfinden. Für sie bietet Michel seit neuestem eine Gesprächstherapie an. Ulrike Michel nimmt sich stets Zeit für die Frauen, die Qualität ihrer Arbeit ist ihr höchstes Gebot. Rund 30 Geburten begleitet sie pro Jahr. Mehr nicht, obwohl die Nachfrage erheblich höher ist. Denn die Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert bestens. Doch seit kurzem muss sie nicht mehr so viele Absagen erteilen. Sie hat eine junge Kollegin mit ins Boot geholt.

Friederike Makowski hat vor vier Wochen ihr Hebammen-Examen gemacht. Kennen gelernt haben sich die beiden an der Duisburger Hebammenschule, wo Ulrike Michel als Dozentin tätig ist. Jetzt hat sie die 26-jährige junge Kollegin unter ihr Fittiche genommen, schon im Mai steht für Friederike Makowski die erste von ihr betreute Geburt an. "Schwanger sein heißt doch, in guter Hoffnung zu sein", so die beiden. Und wünschen sich, dass die werdenen Mütter dies beherzigen.

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