Im Moment arbeiten die meisten Kollegen im Homeoffice, alle Konferenzen und Besprechungen finden darum in einer Videoschalte statt. Hier hat Redakteur Thomas Schroeter, selbst klein rechts unten zu sehen, seinen Laptop-Bildschirm fotografiert. Auf dem Bild konferieren die Redakteurinnen Ronny von Wangenheim (oben links) und Natascha Jaschinski mit Redaktionsleiter Matthias Langrock (unten links), dem Freien Mitarbeiter Uwe von Schirp und Chefreporter Tobias Weckenbrock (rechts groß im Bild). © Thomas Schroeter
Wir öffnen Türen

Immer für Sie da: So arbeitet die RN-Lokalredaktion Castrop-Rauxel

Unsere Lokalredaktion begleitet Sie durch den Tag: morgens klassisch auf Papier oder im ePaper, den ganzen Tag über im Internet. Schauen Sie hinter die Kulissen eines typischen Redaktions-Tags.

In dieser Serie lassen wir Sie hinter Türen blicken. Heute hinter unsere eigene, die der Lokalredaktion.

7 Uhr: Der Tag beginnt

Der Tag in der Lokalredaktion Castrop-Rauxel beginnt für den Frühdienst. Meist noch im Homeoffice liest der Frühdienst-Redakteur Mails, checkt, ob sich dahinter Geschichten verbergen. Brände, Unfälle, Staus auf der Autobahn, die Ankündigung einer Bombenentschärfung: Solche Meldungen müssen aktuell verarbeitet werden unter www.rn.de/castrop.

Natürlich ereignen sich nicht jeden Morgen spektakuläre Dinge. Zu tun ist trotzdem immer was: In Corona-Zeiten etwa kümmert sich der Kollege jeden Morgen etwa um die neuen Fall-Zahlen des Robert-Koch-Instituts und pflegt sie in den Corona-Liveblog ein, den wir seit März täglich mehrmals aktualisieren.

Außerdem wirft der Frühdienst einen ersten Blick in Facebook-Kommentare zu unseren Artikeln. Gerade in Corona-Zeiten finden sich dort häufiger Kommentare, die man im besten Fall als „unter der Gürtellinie“ empfindet. Die Verbreitung solcher Kommentare lassen wir nicht zu.

9 Uhr: Wer arbeitet in der Redaktion?

Nach und nach trudeln die anderen Kollegen ein, seit März eher virtuell. Corona-bedingt sitzen fast alle Mitglieder der Redaktion im Homeoffice. Nur wer Termine hat, kommt in die Redaktion am Lambertusplatz.

Für die Lokalredaktion arbeiten Redakteure und Volontären fest. Unterstützt werden wir von Freien Mitarbeitern und Praktikanten. WÄhrend Redakteure meist jahrelang in der gleichen Redaktion tätig sind, wechseln Volontäre spätestens alle sechs Monate. Unser aktueller Volontär ist Marius Paul , der die Redaktion zu Jahresende wieder verlassen wird.

Für Castrop-Rauxel arbeiten die Redakteure Natascha Jaschinski , Ronny von Wangenheim , Thomas Schroeter und Sportredakteur Jens Lukas . Chefreporter ist Tobias Weckenbrock , Redaktionsleiter Matthias Langrock . Zum „Content-Team Dortmund-West“, wie wir offiziell heißen, gehören auch die Redakteurinnen Freddy Schneider und Beate Dönnewald , die sich hauptsächlich um Themen im Dortmunder Westen kümmern.

Allerdings arbeiten nie alle gleichzeitig: Wegen der unterschiedlichen Dienste, wegen freier Tage, wegen Urlaub. Ziel ist es, dass täglich drei Kollegen sich um Inhalte kümmern.

Die meisten Redakteure arbeiten derzeit im Homeoffice, die redaktionelle Heimat der Lokalredaktion Castrop-Rauxel aber ist eigentlich inzwischen bei Red Tree am Lambertusplatz.
Die meisten Redakteure arbeiten derzeit im Homeoffice, die redaktionelle Heimat der Lokalredaktion Castrop-Rauxel aber ist eigentlich inzwischen bei Red Tree am Lambertusplatz. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

9.30 Uhr: Morgenkonferenz

Welche Artikel schreiben wir? Welche Termine werden besucht? Gab es Reaktionen auf unsere jüngste Berichterstattung? All diese Fragen besprechen wir in der Morgenkonferenz. Seit März finden sie als Videokonferenzen über das Programm „Teams“ statt.

In der Morgenkonferenz werfen wir einen Blick auf die Zahl der Online-Leser und konkret auf die Frage: Wie viele zahlende Kunden hat ein Text interessiert? Das ist ein großer Vorteil zu „früher“. Wir können heute deutlich besser Themen verfolgen, die unsere Leser vermutlich interessieren.

Themen-Ideen erhalten wir aus unterschiedlichen Ecken: Leser weisen uns auf ein Problem hin, zum Beispiel auf eine defekte Ampel. Bei Facebook lesen wir, dass ein neues Restaurant eröffnen wird oder Weihnachtsbäume gestohlen wurden. Und natürlich halten alle Kollegen selbst die Augen und Ohren offen.

10.30 Uhr: An die Arbeit

Nach der Konferenz starten die Reporter durch, recherchieren im Internet, rufen bei Pressestellen oder Betroffenen an, treffen Gesprächspartner. Nicht immer klappt alles. Privatleute sind nicht immer erreichbar, die Mitarbeiterinnen der Stadt-Pressestelle müssen erst bei ihren Ämtern nachhören. Noch schwieriger ist es an einem Freitag, also heute. Viele Unternehmen oder Behörden machen etwas früher Schluss oder stellen die Beantwortung einer Anfrage erst für Montag in Aussicht.

11.20 Uhr: Der Spätdienst trifft ein.

Heute hat Marius Paul Spätdienst. Er übernimmt den Corona-Liveblog vom Frühdienst, kümmert sich um die Corona-Grafiken, die am Samstag in der Zeitung stehen, und hilft Matthias Langrock, die fertigen Artikel gegenzulesen und im Sendeplan einzuordnen.

Der Sendeplan entscheidet darüber, welche Themen wann im Internet erscheinen. Lange Reportagen und Geschichten senden wir eher in den Abendstunden oder am Wochenende, wenn unsere Leser ausreichend Zeit haben. Sogenannte „Breaking news“, zum Beispiel Corona-Fälle an Schulen, senden wir möglichst schnell.

Später am Tag wird sich Marius Paul noch um den Newsletter kümmern, der Sie jeden Abend per Mail erreicht und die Tagesvorschau, die Sie am nächsten Morgen im Internet in den Tag begleitet.

12 Uhr: Mittagskonferenz

In der Mittagskonferenz „trifft“ sich unser Chefredakteur Jens Ostrowski online mit den Chefs aller Lokalredaktionen. Die Runde tauscht Ideen aus, gemeinsam schaut man auf Themen, die bei unseren Kunden auf besonders viel Interesse gestoßen sind. Was kann man lernen, was in einer anderen Stadt umsetzen?

Auch so kann ein Reporte-Einsatz aussehen: Redakteurin Ronny von Wangenheim (l.) durfte in einem OP-Saal des Rochus-Hospitals dabei sein.
Auch so kann ein Reporter-Einsatz aussehen: Redakteurin Ronny von Wangenheim (l.) durfte in einem OP-Saal des Rochus-Hospitals dabei sein. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

14.15 Uhr: Ein ereignisreicher Tag

Den spannendsten Arbeitstag hat heute Ronny von Wangenheim. Für die Serie „Geheime Türen“ schauen wir täglich in einen Bereich, der sonst verschlossen ist. Heute ist sie für die Serie gleich doppelt im Rathaus. Mit Stadtarchivar Thomas Jasper geht es hinab ins Stadt-Archiv, mit beiden Hausmeistern hoch hinaus auf das Rathaus-Dach.

Wegen solcher Termine macht Ronny von Wangenheim ihren Beruf auch nach vielen Jahren noch gerne: „Ich habe heute nicht nur neue Menschen kennengelernt, sondern auch etwas Neues gelernt. Es macht mir Spaß, das dem Leser lebendig nahezubringen.“

16 Uhr: Immer in Kontakt

Seit dem Ende der Morgenkonferenz hat nicht jeder sein eigenes Süppchen gekocht, ganz im Gegenteil. Über den „Teams“-Chat stehen die Kollegen immer miteinander in Verbindung. Sätze wie: „Gebührenerhöhungen sind auch fertig, 140 Zeilen“ oder „Die Corona-Schul-Meldung ist online. Kann jemand einmal kurz drüber schauen?“, sind da ganz normal.

Redaktionsleiter Matthias Langrock recherchiert nicht selbst. Seine Aufgabe ist es, Mails und Facebook-Kommentare im Blick zu behalten. Immer wieder können sich im Laufe des Tages neue Entwicklungen ergeben. „Da ist ne Polizeimeldung gekommen? Wer kann anrufen?“, fragt er etwa bei Teams. Langrock entscheidet auch über die Zeitplanung der Online-Artikel und koordiniert, welche Themen am nächsten Tag in der Zeitung stehen und wo sie platziert werden.

Um 16 Uhr ist es für den Frühdienst an der Zeit, Feierabend zu machen.

17 Uhr: Nachmittagskonferenz

Um 17 Uhr sieht sich die Redaktion ein zweites Mal bei „Teams“. Welche Texte müssen noch gelesen werden, welche aktuell im Internet gesendet, welche müssen morgen in der Zeitung stehen? Diese Fragen werden jetzt gestellt und beantwortet.

17.30 Uhr: Lesen, Lesen, Lesen

Es werden keine Texte veröffentlicht, die nicht von Redaktionsleiter oder Spätdienst gegengelesen wurden.

Beim Gegenlesen geht es nicht nur um sprachliche Fehler, sondern auch um die Suche nach der besseren Überschrift oder einem anderen Bildschnitt. „Es geht darum, einen Text so zu gestalten, dass die Leser etwas Neues erfahren, den Text gerne lesen und dabei unterhalten werden“, sagt Matthias Langrock. Immer seien aber die grundlegenden Dinge wichtig: „Nichts ärgert die Menschen mehr, als wenn Namen falsch geschrieben werden. Zurecht.“ Wenn trotzdem mal ein Fehler stehenbleibt, ärgert es ihn an meisten – auch wenn ihm klar ist, dass bei ca. 35.000 Anschlägen, die er täglich liest, auch mal was durchgehen kann.

19.04 Uhr: Der Tag endet

Nach und nach verabschiedet sich die Redaktion in den Feierabend. Der Spätdienst bleibt noch. Wenn danach noch etwas passiert, können wir es verarbeiten. Aber wir suchen nicht mehr aktiv nach Informationen.

20 Uhr: Feierabend

Der Spätdienst-Redakteur ist durch. Auch eine Redaktion hat einmal Feierabend.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

Ahaus, Heek und Legden am Abend

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