Wo sonst der Circus Roncalli parkt, steht nun das neue Impfzentrum für den Kreis Recklinghausen. © Gutzeit
Coronavirus

Impfzentrum im Kreis Recklinghausen bleibt noch lange ungenutzt

Das Corona-Impfzentrum auf dem Konrad-Adenauer-Platz Recklinghausen ist fast fertig. Aber es wird wohl erst im Frühjahr genutzt, sagt der Kreis Recklinghausen jetzt. Das wird teuer.

Die Bilder von Margaret Keenan aus Großbritannien gingen am Dienstagabend durch die Welt: Die erste Frau in Europa, die den Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht bekommt, war eine 90-jährige Engländerin. Sie wird nächste Woche 91 Jahre und sagte am Dienstag (8.12.): „Das ist das beste vorzeitige Geburtstagsgeschenk.“

Wann aber kommen wir in Deutschland an die Reihe? Und wer zuerst? Noch immer ist unklar, wann der erste Milliliter Corona-Impfstoff in Recklinghausen eintrifft und um welchen Impfstoff es sich dann handeln wird. Sicher ist: Bereits Wochen vorher wird das Impfzentrum des Gesundheitsamtes auf dem Konrad-Adenauer-Platz mitten im Herzen der Kreisstadt einsatzbereit sein. Der Bau geht wie geplant voran. In der nächsten Woche soll die Leichtbauhalle fertig sein.

Bereits seit Tagen rufen Menschen im Kreisgesundheitsamt an, Dutzende wohl schon, um nach Impfterminen zu fragen. Das sagte Kreissprecherin Svenja Küchmeister Anfang der Woche auf eine Anfrage der „Recklinghäuser Zeitung“. Sie sagte aber auch: „Leider können wir diesen Menschen momentan nicht weiterhelfen. Noch gibt es ja nicht einmal den Impfstoff.“

Mobile Teams machen den Impf-Anfang

Auch wenn er zugelassen ist, und das soll laut Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn bis Jahresende geschehen, werden die Impfungen zunächst nach den Plänen des Kreises nicht im Impfzentrum verabreicht. Stattdessen sollen „mobile Teams“, die die Kassenärztliche Vereinigung noch auf die Beine stellen muss, alte Menschen und medizinisches Personal aufsuchen und in deren Wohnungen, in Seniorenzentren oder Krankenhäusern gegen das Coronavirus impfen.

Das nagelneue, voll ausgestattete Impfzentrum wird voraussichtlich mehrere Monate lang ungenutzt bleiben. Ab Sommer erhofft sich Gesundheitsminister Spahn dann eine Verlagerung von Impfungen auf Hausarztpraxen, wie das bei anderen Impfungen üblich ist.

Damit in der Impfzentrums-Leichtbauhalle nichts von der wertvollen Technikausstattung in die Brüche geht oder gestohlen wird, sorgt der Kreis Recklinghausen in der Zwischenzeit für Wachpersonal auf dem Konrad-Adenauer-Platz. Das wird den mehr als eine halbe Million Euro teuren Bau allerdings weiter verteuern.

Neun Impfstraßen, bis zu 2000 Impfungen am Tag

Auf neun Impfstraßen soll dort später geimpft werden. Bis zu 2000 Impfungen pro Tag sollen hier einmal möglich sein. Die Kosten übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Den Impfstoff will der Bund bezahlen. Das nötige Personal fürs Impfzentrum soll hauptsächlich die Kassenärztliche Vereinigung stellen. Man setzt bei der Suche auf ein Portal, in das sich Mediziner freiwillig eintragen können.

Über den Autor
stellv. Chefredakteur MHB
Aufgewachsen in den 60er-Jahren in Recklinghausen, zum Studium nach Münster ausgewandert und nach vielen langen Reisen als Journalist in Hamburg gelandet, seit 1996 in verschiedenen Funktionen im Medienhaus Bauer. Kurz nach dem Fall der Mauer, in Rostock, durfte ich erleben, wie man Zeitung auch ohne Technik (wie funktionierende Telefone) “zu Fuß” machen kann. Sehr lehrreich - und oft ein Abenteuer. Heute bin ich froh über unsere gute technische Ausstattung. Nur mit ihrer Hilfe geht’s in die digitale Zukunft. Gute alte Tugenden des Journalismus nehme ich mit.
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