Investor hat doch kein Interesse an Dehner-Brache

Ehemaliges Gartencenter

Es beißt einfach keiner an! Seit 2008 steht die Immobilie des ehemaligen Gartencenters Dehner an der Siemensstraße leer. Auch das jüngste Investoren-Interesse ist schon wieder vom Tisch. Wir haben uns umgehört, was schon alles in dem Gebäude geplant war - unter anderem das größte China-Restaurant Europas.

HABINGHORST

, 18.03.2015, 06:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der mögliche Investor für die Dehner-Brache, von dem der Technische Beigeordnete der Stadt, Heiko Dobrindt, vorige Woche im Bürgerausschuss berichtete, ist abgesprungen.

„Aktuell gibt es einen Interessenten aus Erkenschwick, der gerne ein Warenlager dort einrichten würde“, sagte am Dienstag Hausmeister Klaus Walter Krumm. Für einen Besuch unserer Redaktion öffnete er die Türen zu der riesigen Verkaufshalle und den nicht weniger großen Gewächshäusern. Es gibt dort nichts als gähnende Leere.

Zwei Dutzend Interessenten - auch aus Shanghai

„Zwei Dutzend Interessenten habe ich hier schon durchgeführt. Einige haben drei Schritte rein gemacht und sofort so getan, als gehörte ihnen der Laden. Aber da ist nie was draus geworden“, so Krumm. Der 69-jährige Rentner aus Rauxel hat einen Werkvertrag mit Dehner geschlossen.

Seine Aufgabe: Das 18.000 Quadratmeter große Grundstück und die Immobilie in Schuss halten. „Hier waren schon Chinesen aus Shanghai“, erzählte er, „die wollten den Standort als Zwischenlager für Lebensmittel aus Fernost nutzen.“ Als Krumm die gerade verabschiedet hatte, kündigte sich eine Chinesin aus Herne an.

China-Restaurant, Autohof mit Duschen für Brummi-Fahrer und Co.

Die stellte ihm einen ganz verwegenen Plan vor. „Sie wollte hier das größte China-Restaurant Europas eröffnen“, so Krumm. Die Dame hat er bisher genauso wenig wiedergesehen, wie den Investor, der einen Autohof mit Restaurant und Duschen für Brummi-Fahrer plante.

„Ach“, erinnerte sich Krumm, während er durch eines der verlassenen Gewächshäuser läuft, „einer hatte auch die Idee, eine Freizeit- und Sporthalle mit einer Kletterwand und Spieleparadies einzurichten.“ Und ein paar Schritte weiter kam ihm der „Interessent aus dem Osten“ in den Sinn: „Der wollte hier alles abschrauben und abbauen und es irgendwo wieder aufbauen.“

Konkrete Pläne hatte tatsächlich der Investor, über den Heiko Dobrindt in der vergangenen Woche berichtete. Die Zeichnung für die Ansiedlung eines Asia-Restaurants, eines Fitnessstudios und einem Kfz-Betrieb mit Waschanlage hängt in Krumms kleinem Büro noch an der Wand. „Auch das hat sich wohl erledigt“, so Krumm.

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Krumm machte auch keinen Hehl daraus, wen er von all denen, die er durch die Immobilie geführt hat, am liebsten wiedersehen würde: „Der Palmenmann Thomas Knappe war hier. Für seinen Vertrieb von exotischen Pflanzen wäre das wie geschaffen.“ Bisher allerdings ist eine Einigung mit der im bayerischen Rain sitzenden Firma Dehner nicht in Sicht.

"Das ist doch ein Filet-Grundstück hier."

Und so läuft die Suche nach einem Käufer weiter. „Das ist doch ein Filet-Grundstück hier. In den vergangenen Jahren hat sich in diesem Gewerbegebiet enorm was entwickelt. Und rund um die Immobilie ist alles aufgeräumt. Das ist kein Schandfleck mehr und es müsste sich eigentlich etwas draus machen lassen“, sagte Krumm.

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