Wer keine Lust auf Bargeld hat, kann seit Dezember Apple Pay benutzen. Doch wie funktioniert das eigentlich und ist das auch in Castrop-Rauxel möglich oder nur ein Phänomen der Großstadt?

Castrop-Rauxel

, 21.02.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Hat das Bargeld bald ausgedient? In manchen Städten gibt es schon Geschäfte und Restaurants, in denen man ausschließlich mit EC-Karte bezahlen kann. Bargeld ist dort unerwünscht. Zu den gängigen Zahlungsmethoden mit EC- oder Kreditkarte kommen immer mehr Alternativen hinzu. Das Handy soll zum Beispiel das Zahlungsmittel der Zukunft werden. Seit Mitte Dezember hat nun auch der amerikanische Smartphone-Gigant Apple ein eigenes Bezahlsystem: Apple Pay.

Das System ist vor allem für kleine Beträge gemacht. Wer morgens auf dem Weg zur Arbeit noch schnell einen Kaffee kauft oder abends noch Zahnpasta im Drogeriemarkt besorgt, kann sich die lästige Suche nach Kleingeld ersparen und mit Apple Pay bezahlen. Das funktioniert mit dem iPhone, der Apple Watch, dem iPad - also ganz digital.

Nicht alle Banken machen den Weg für die Kunden frei

Der Haken an der Sache: Man braucht eine Bank- oder Kreditkarte von American Express, Deutsche Bank oder Comdirect. Kunden der Sparkasse Vest und der Volksbanken Waltrop und Dortmund können den Dienst noch nicht nutzen. „Der Grund dafür ist die fehlende Freigabe der NFC-Schnittstelle durch Apple. Die ist die wesentliche Voraussetzung zur Nutzung des Smartphones beim mobilen Bezahlen“, so Markus Göke, Niederlassungsleiter der Dortmunder Volksbank in Castrop-Rauxel. Die Finanzgruppe bemühe sich aber um eine Lösung für die Kunden. „Die Gespräche mit Apple laufen bereits seit einiger Zeit“, so Göke weiter. „Ob und wann es zu einer Einigung kommt, können wir noch nicht sagen.“

Ähnlich sieht es bei der Sparkasse Vest aus. Sparkassensprecher Olaf Blomberg verweist auf ein Statement des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands DSGV in Berlin: „Die Sparkassen und Landesbanken werden auch künftig ihre Leistungspalette im Zahlungsverkehr erweitern. Von besonderem Interesse hierbei ist auch das mobile Bezahlen mit den iOS-Geräten von Apple. Die Sparkassen-Finanzgruppe prüft hierzu die Optionen.“ Klingt also auch für die Kunden der Sparkasse noch nicht wirklich konkret.

Apple Pay

So funktioniert der digitale Bezahldienst

  • Wer Apple Pay auf dem iPhone nutzen möchte, muss zunächst die App „Wallet“ auf dem Gerät öffnen
  • Dann folgt man der Anleitung und fügt die Daten seiner Kredit-, Debit- oder Prepaidkarte hinzu
  • Die Bank oder der Kartenaussteller überprüft die Angaben
  • Hat der Nutzer seine Karte verifiziert, kann Apple Pay dann genutzt werden
  • Das Bezahlen im Geschäft verläuft dann per Fingerabdruckscanner (Touch-ID), Doppelklick oder Face-ID (Gesichtserkennung).

Das Problem mit der NFC-Schnittstelle kritisieren auch Verbraucherschützer. Denn Apple verweigert den Zugang zu anderen mobilen Bezahldiensten mit dem iPhone. Die Banken haben lediglich die Möglichkeit, den Bezahldienst von Apple zu nutzen, dürfen im Gegenzug aber keine eigenen Bezahldienste für das iPhone anbieten.

Die Kritik daran: Apple nutze seine Monopol-Stellung aus. „Innovationen, die einen Mehrwert haben, begrüßen wir erst mal“, so David Riechmann von der Verbraucherzentrale NRW. „Es darf nur nicht zu Nutzungszwang führen.“ Apple hingegeben begründet die Blockade bei der Wettbewerbsbehörde als Sicherheitsmaßnahme. Die Nutzung der NFC-Antenne würde die Sicherheit des iPhones „grundlegend mindern“.

Bei alternativen Zahlungsmethoden wie Apple Pay spielten auch Datensicherheit und Datenschutz eine große Rolle, so Riechmann. Die wichtigen Fragen dabei: Was passiert mit meinen Daten und wofür werden sie genutzt? „Apple bewirbt das neue Produkt aber damit, dass die Daten ausschließlich für den Zahlungsvorgang genutzt werden und nicht zu Werbe- oder Analysezwecken“, sagt Riechmann. Nur die Mindestmenge an Daten zu nutzen, die zur Zahlung gebraucht werden, sei das Ziel, so die Verbraucherzentrale.

Banken bieten Alternativen an

Weil sie ihren Kunden Apple Pay nicht zur Verfügung stellen können, haben die betroffenen Banken Alternativlösungen gefunden. So können Android-Nutzer bei der Volksbank in Kürze mit ihren Geräten mobil bezahlen. Dafür werden Girocard, Mastercard oder Visa-Karte mit der Banking-App digital im Smartphone hinterlegt. Bei Beträgen unter 25 Euro ist dann in den allermeisten Fällen auch keine PIN-Eingabe mehr notwendig. Bei der Sparkasse ist das für Nutzer von Smartphones mit Android-Betriebssystem ebenfalls schon möglich.

Trotzdem ist der Bezahldienst für Kunden von Banken, die Apple Pay unterstützten, in einigen Geschäften in Castrop-Rauxel bereits nutzbar:

  • in den drei Netto-Filialen an der Wartburgstraße, der Herner Straße und der Grutholzstraße
  • bei McDonald‘s an der Bahnhofstraße
  • in den Aldi-Filialen am Landwehrbach, an der Wartburgstraße, der Lambertstraße und am Ickerner Marktplatz
  • bei Lidl an der Wittener Straße, am Westring, an der Dortmunder Straße, der Siemensstraße und der Wartburgstraße
  • bei C&A im Einkaufszentrum Widumer Tor
  • bei Kaufland im Einkaufszentrum Widumer Tor
  • bei Media Markt an der Siemensstraße
  • in den Burger King Filialen am Landwehrbach und an der Habinghorster Straße
  • und bei Real an der Siemensstraße
  • Fotostudio Keepsmile an der Ringstraße
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