Castrop-Rauxeler (30) überrascht Horst Lichter bei „Bares für Rares“

mlzHorst Lichter

Mit einem alten Medaillon und einer tollen Geschichte ist Jan-Philipp Than zu „Bares für Rares“ gefahren. Horst Lichter stellte den Castrop-Rauxeler vor eine schwere Entscheidung.

Castrop-Rauxel

, 15.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Antiquitäten, Gemälde oder Schmuck, selten, wertvoll, oft kurios, dazu eine Geschichte, die die Besitzer oder die Experten erzählen können – das macht den Reiz von „Bares für Rares“ aus. Eine solche Geschichte hatte auch Jan Philipp Than (30) mit im Gepäck, als er zu den Dreharbeiten für die Trödel-Show fuhr. Damit konnte er sogar Horst Lichter überraschen.

Jetzt, nachdem am 30. Juni die Sendung im ZDF ausgestrahlt wurde, kann Jan Philipp Than erzählen von seinem Ausflug ins Pulheimer Walzwerk, zu Horst Lichter und der Expertin Wendela Horz. Im Gepäck hatte er ein Medaillon, das seit vielen Jahren im Besitz der Familie ist. So wie das herzförmige Schmuckstück von Generation zu Generation weitergegeben wird, so wird auch die Geschichte dazu weitererzählt. Horst Lichter entlockt sie ein „Ui ui ui“.

Mit einem alten Medaillon ging Jan Philipp Than zu „Bares für Rares“.

Mit einem alten Medaillon ging Jan Philipp Than zu „Bares für Rares“. © Ronny von Wangenheim

„Meine Urgroßtante lebte vor 1910 in Rostock“, erzählt Jan Philipp Than. „Mein Uropa hat sie besucht und sie hat ihm den Schmuck geschenkt. Er hat ihn dann in einer Bruchbinde versteckt und so in den Westen gebracht.“ In der Sendung spricht Than von „schmuggeln“. Das gefällt Horst Lichter. „Heute kann man offen drüber reden“, so sein Kommentar, bevor er weiter nachfragt.

Horst Lichter kann Jan Philipp Than die Nervosität nehmen

„Ich bin sehr nervös gewesen“, erinnert sich Than an die Dreharbeiten. „Fernsehluft zu schnuppern, ist aufregend.“ Horst Lichter habe es ihm aber einfach gemacht. „Horst Lichter verstellt sich nicht, der ist sehr locker“, erzählt er, „er hat mir die Nervosität genommen.“

Jetzt lesen

Zurück zu dem kleinen Medaillon: Das Familienerbstück wird von Generation zu Generation weitergegeben, meist zur Hochzeit. Immer soll es der erstgeborene Sohn bekommen. Für Jan Philipp Than eine Entscheidung, die er zwar aus der Geschichte heraus versteht. Die er aber nicht so weiter führen will. „Ich finde das unfair. Klar: Früher war ein Sohn mehr wert als eine Tochter. Aber das gilt heute nicht mehr.“ Wem also das Medaillon irgendwann weitergeben? Dem Sohn Fabian, der heute zwei Jahre alt ist, oder der vier Jahre alten Tochter Clara? Für den Castrop-Rauxeler ein Dilemma.

Horst Lichter ist Gastgeber der Trödel-Show „Bares für Rares“.

Horst Lichter ist Gastgeber der Trödel-Show „Bares für Rares“. © ZDF und Frank W. Hempel

„Ich kann mich nicht entscheiden“, erzählt er Horst Lichter. Deshalb sei die Idee entstanden, das Schmuckstück zu verkaufen und davon eine Hochzeitsreise zu finanzieren. Jan Philipp und seine Frau Angelina haben im August 2019 geheiratet. Damals bekamen sie von seinen Eltern das Medaillon geschenkt. Für eine Reise fehlten dem Trockenbaumonteuer und seiner Frau damals das Geld.

Expertin hat keinen Zweifel an der Echtheit des Schmuckstücks

„Meine Eltern haben schon vorher bei Juwelieren und Händlern nach dem Wert gefragt“, erzählt Than. Von 500 bis 1500 Euro reichten die Schätzungen. „Manche haben gesagt, die Steine wären nicht echt“, sagt er und weiß, dass sie da übers Ohr gehauen werden sollten. Bei „Bares für Rares“ erhoffte sich die Familie einen Preis, der deutlich höher liegt.

Jetzt lesen

Expertin Wendela Horz hat bei der Echtheit keine Zweifel. Sie spricht von Echtgold und einem Diamantbesatz mit Altschliff-Diamanten und auf der Rückseite von einer handgearbeiteten Wiener Gravur, die durchbrochen ist. Einiges kam später neu dazu, auch die Kette. Die Diamanten aber, das steht für sie fest, sind an die 200 Jahre alt. Das Medaillon sei zeitlich zwischen 1900 und 1920 zu verorten.

Wendela Horz bewertete das Medaillon von Jan Philipp Than.

Wendela Horz bewertete das Medaillon von Jan Philipp Than. © ZDF/Frank W. Hempel

Jan Philipp Than und seine Eltern glaubten immer, man hätte in dem Medaillon ein Foto aufbewahrt. Doch dafür fehlen innen die Rähmchen. Wendela Horz erklärt, dass Frauen in solchen Medaillons gerne ein Stück Watte mit einem Tupfer Parfüm hineingaben. „Dann hat der Busen der Dame sehr fein geduftet.“ Eine Vorstellung, die Horst Lichter offensichtlich gefällt.

„Wunschseite trifft auf Realitätsseite“

Dann kommt der entscheidende Punkt. 2500 Euro wünscht sich Jan Philipp Than, 1000 bis 1200 Euro schätzt Wendela Horz. „Wunschseite trifft auf Realitätsseite“, fordert Horst Lichter eine Entscheidung. Er baut dem 30-Jährigen eine Brücke, indem er Verständnis zeigt, wenn Than den Schmuck angesichts der langen Familiengeschichte wieder mit nach Hause nehmen wolle.

Und so kommt es dann auch. „Das ist es mir nicht wert“, sagt Jan Philipp Than in die Kamera. Auch heute noch schwingt etwas Enttäuschung in der Stimme mit, wenn er darüber spricht. Aber: „Für diese Summe konnte ich kein Erbstück abgeben, das über vier Generationen weitergereicht wurde.“

Jetzt soll es also doch eines seiner Kinder bekommen. Oder, so sagt Jan Philipp Tan: „Vielleicht bekommt der Schmuck ja mit den Jahren noch einen höheren Wert.“ Dass es mit dem Verkauf nicht geklappt hat, dass er nicht die Händler im Händler-Raum, allen voran seinen Lieblingshändler Ludwig Hofmaier, treffen konnte, findet er schade. „Aber die neuen Informationen, das ist auch etwas wert.“

Castrop-Rauxeler sucht auf Flohmärkten nach verborgenen Schätzen

Und ja, wenn er noch mal solch eine Kostbarkeit besitzen würde, der Castrop-Rauxeler würde sich wieder bei der Trödel-Show „Bares für Rares“ bewerben. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht ausgeschlossen. Than geht seit Jahren sehr gerne auf Flohmärkte und ist dann immer auf der Suche nach einem wertvollen Schnäppchen.

Worauf er achten muss, das hat er sich immer wieder bei „Bares für Rares“ abgeguckt. Als Zuschauer wird Jan Philipp Than Horst Lichter weiter begleiten.

Lesen Sie jetzt