Jugendliche zeigen sich Kirche und Moschee

Interkulturelle Woche

Salih, Fatih, Jana und Janina gehen zwar zusammen aufs Adalbert-Stifter-Gymnasium, doch zusammen in einer Moschee oder einer Kirche waren sie noch nie – bis zum letzten Samstag, als zum Abschluss der Interkulturellen Woche ein Treffen von Konfirmanden und Koranschülern anberaumt war.

CASTROP-RAUXEL

02.10.2011, 16:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

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Interkulturelle Begegnung

Koranschüler und Konfirmanden haben sich in der Interkulturellen Woche in ihren Kirchen besucht - und dabei eine Menge neuer Erkenntnisse gewonnen.
02.10.2011
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Durak Yilmaz (l.) , Sekretär der Islamischen Gemeinde Milli Görüs, beantortete den Konfirmanden ihre Fragen© Michael Fritsch
Der Gebetsraum für Männer ist der größte Raum der Moschee. Die Teppiche lagen noch nicht aus, wurden aber gerade angeliefert (r.). Bilder gibt es im Islam grundsätzlich nicht, aber wertvolle Kalligrafen an Wänden und Decke.© Michael Fritsch
Vor dem Altar ergaben sich viele Fragen etwa zum Abendmahlsgerät oder zum Bild, das das Gleichnis vom verlorenen Sohn darstellt.© Michael Fritsch
Die Konfirmanden hörten den Ausführungen aufmerksam zu.© Michael Fritsch
Letzte handwerksarbeiten an dem Minbar. Von hier aus hält der Imam die Freitags- bzw. Feiertagspredigt.© Michael Fritsch
Die Kalligraphie (Schönschreibkunst) spielt im Islam eine große Rolle. Namen des Propheten, der Kalifen, oder Fragmente aus Suren, werden in arabischer Schrift ausgeschmückt.© Michael Fritsch
Diese Deckenkaligrafie beinhaltet die Kurzform des islamischen Glaubensbekenntnisses: Es gibt nur einen Gott und Mohammed ist sein Prophet.© Michael Fritsch
Dieser markante Aufgang, der so genannte Minbar, geht auf die Überlieferung zurück, dass der Prophet zunächst von einem Baumstumpf, später von einer Kanzel aus sprach. Benutzt wird sie vom Imam nur für wichtige Predigten am Freitag oder an Feiertagen© Michael Fritsch
Die Gebetsnische des Imam, wird Mihrab genannt.© Michael Fritsch
Im Vorraum der Lutherkirche: Konfirmanden im Gespräch mit Koranschülern und Milli Görüs-Sekretär Durak Yilmaz (2. v. r.)© Michael Fritsch
Ungewohntes Bild Muslimische Koranschüler in der Lutherkirche© Michael Fritsch
© Michael Fritsch
Pfarrer Knipp erklärt den muslimischen Gästen die Bedeutung der Osterkerze© Michael Fritsch
Predigten nicht wirklichk, sondern erklärten nur die Kanzel: Konfirmandinnen Lea (l.) und Jana.© Michael Fritsch
Pfarrer Hans-Jürgen Knipp (2. v. r. ) und Konfirmanden der Paulus Gemeinde werden an der neuen Milli Görüs-Moschee vom Vorsitzenden Hasan Var (r.) und Vorbeter Mustafa Aygen (3. v. r.) begrüßt.© Michael Fritsch
Diese Kanzelkonstruktin heißt Kürsi, von hier aus hält der Imam die Ansprachen an den gewöhnlichen Tagen.© Michael Fritsch
Vor dem Betreten der Moschee müssen die Schuhe ausgezogen werden.© Michael Fritsch
Blick in den Frauengebetsraum. Hier werden Kinder in die arabische Sprache des Koran eingeführt.© Michael Fritsch
Konfirmanden bei der Besichtigung des Frauengebetsraumes, in dem Kinder unterrichtet werden. Er ist bereits mit Teppichen ausgelegt.© Michael Fritsch
Diese Kalligrafie im Frauengebetsraum ist dem zweiten Kalifen Umar ibn al-Chattab gewidmet.© Michael Fritsch
Pfarrer Knipp und seine Konfirmanden im Frauen-Gebetsraum, in dem am Samstag Kinder unterrichtet wurden.© Michael Fritsch
Seiten aus dem Lehrbuch Türkisch-Arabisch© Michael Fritsch
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Koranschüler und Konfirmanden haben sich in der Interkulturellen Woche in ihren Kirchen besucht - und dabei eine Menge neuer Erkenntnisse gewonnen.
02.10.2011
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Durak Yilmaz (l.) , Sekretär der Islamischen Gemeinde Milli Görüs, beantortete den Konfirmanden ihre Fragen© Michael Fritsch
Der Gebetsraum für Männer ist der größte Raum der Moschee. Die Teppiche lagen noch nicht aus, wurden aber gerade angeliefert (r.). Bilder gibt es im Islam grundsätzlich nicht, aber wertvolle Kalligrafen an Wänden und Decke.© Michael Fritsch
Vor dem Altar ergaben sich viele Fragen etwa zum Abendmahlsgerät oder zum Bild, das das Gleichnis vom verlorenen Sohn darstellt.© Michael Fritsch
Die Konfirmanden hörten den Ausführungen aufmerksam zu.© Michael Fritsch
Letzte handwerksarbeiten an dem Minbar. Von hier aus hält der Imam die Freitags- bzw. Feiertagspredigt.© Michael Fritsch
Die Kalligraphie (Schönschreibkunst) spielt im Islam eine große Rolle. Namen des Propheten, der Kalifen, oder Fragmente aus Suren, werden in arabischer Schrift ausgeschmückt.© Michael Fritsch
Diese Deckenkaligrafie beinhaltet die Kurzform des islamischen Glaubensbekenntnisses: Es gibt nur einen Gott und Mohammed ist sein Prophet.© Michael Fritsch
Dieser markante Aufgang, der so genannte Minbar, geht auf die Überlieferung zurück, dass der Prophet zunächst von einem Baumstumpf, später von einer Kanzel aus sprach. Benutzt wird sie vom Imam nur für wichtige Predigten am Freitag oder an Feiertagen© Michael Fritsch
Die Gebetsnische des Imam, wird Mihrab genannt.© Michael Fritsch
Im Vorraum der Lutherkirche: Konfirmanden im Gespräch mit Koranschülern und Milli Görüs-Sekretär Durak Yilmaz (2. v. r.)© Michael Fritsch
Ungewohntes Bild Muslimische Koranschüler in der Lutherkirche© Michael Fritsch
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Pfarrer Knipp erklärt den muslimischen Gästen die Bedeutung der Osterkerze© Michael Fritsch
Predigten nicht wirklichk, sondern erklärten nur die Kanzel: Konfirmandinnen Lea (l.) und Jana.© Michael Fritsch
Pfarrer Hans-Jürgen Knipp (2. v. r. ) und Konfirmanden der Paulus Gemeinde werden an der neuen Milli Görüs-Moschee vom Vorsitzenden Hasan Var (r.) und Vorbeter Mustafa Aygen (3. v. r.) begrüßt.© Michael Fritsch
Diese Kanzelkonstruktin heißt Kürsi, von hier aus hält der Imam die Ansprachen an den gewöhnlichen Tagen.© Michael Fritsch
Vor dem Betreten der Moschee müssen die Schuhe ausgezogen werden.© Michael Fritsch
Blick in den Frauengebetsraum. Hier werden Kinder in die arabische Sprache des Koran eingeführt.© Michael Fritsch
Konfirmanden bei der Besichtigung des Frauengebetsraumes, in dem Kinder unterrichtet werden. Er ist bereits mit Teppichen ausgelegt.© Michael Fritsch
Diese Kalligrafie im Frauengebetsraum ist dem zweiten Kalifen Umar ibn al-Chattab gewidmet.© Michael Fritsch
Pfarrer Knipp und seine Konfirmanden im Frauen-Gebetsraum, in dem am Samstag Kinder unterrichtet wurden.© Michael Fritsch
Seiten aus dem Lehrbuch Türkisch-Arabisch© Michael Fritsch
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Und gleichzeitig eine günstige Chance, erstmals einen Blick in die Innenräume der neuen Moschee zu werfen, die nach Angaben des IGMG-Vorsitzenden Hasan Var im November offiziell eröffnet werden soll. „Das begehen wir mit einem großen Tag der Offenen Tür für alle“, versprach Var. Da der größte Raum, der Gebetsraum für Männer, noch nicht mit Teppichen ausgelegt war, durften dort die Schuhe auch noch an bleiben. Die Inneneinrichtung ist schon fast fertig: Salih erklärt, unterstützt von Imam Mustafa Aygen Kürsi und Minbar, die beiden erhöhten kanzelähnlichen Einrichtungen sowie die Gebetsnische Mihrab. Bilder gibt es nicht, statt dessen schmücken edle Kaligrafien den Raum. „Darauf stehen Namen von Kalifen, das islamische Glaubensbekenntnis, sowie Fragmente von Suren“, klärt Sekretär Durak Yilmaz auf.

Die Geschlechtertrennung wird in der Moschee konsequent durchgehalten, die Räume für die rituellen Waschungen sowie der noch unfertige Jugendbereich befinden sich im Nebengebäude. Kinder und ältere Mädchen mit Kopftüchern erhalten in den Nebenräumen Unterricht in Arabisch. „Das ist schon schwerer als Englisch“, klärt Salih die Konfirmanden auf. Szenenwechsel in die Lutherkirche. Konfirmanden erklären, unterstützt von Pfarrer Hans-Jürgen Knipp, Vikarin Katrin Berger und Presbyterin Heike Buckner, die Bedeutung von Taufstein und Osterkerze, Altar, liturgischem Gerät und Kanzel. Die Jugendlichen Yilmaz und Aygen hören interessiert zu, fragen nach. Vieles, so spürt man, ist ihnen hier fremd. Der Korpus des Gekreuzigten, die prächtigen Glasbilder und das farbige Altarbild erwecken besondere Aufmerksamkeit der Jungen. Vielleicht wird man in der Schule noch mal darüber sprechen.  

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