JVA Meisenhof: Werkhalle soll am Jahrestag fertig sein

ICKERN Am 16. August öffnet die JVA Meisenhof die Türen für Besucher. Dann soll die neue Werkhalle, die mit 2400 Quadratmetern Platz für bis zu 100 Arbeiter bietet, fertig gestellt sein. Die Deko-Artikel die dort von den Häftlingen hergestellt werden, sollen dann auch verkauft werden.

von Von Julia Grunschel

, 05.07.2008, 08:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hermann Müller und Thomas Höltmann (r.) werben für den Tag der offenen Tür am 16. August.

Hermann Müller und Thomas Höltmann (r.) werben für den Tag der offenen Tür am 16. August.

Den größten Raum in der Halle nimmt neben den Metall- und Elektrobereichen der die Arbeitstherapie ein. "Hier werden Beschäftigungen ausgeführt, die Konzentration und Geduld fordern", verdeutlicht JVA-Leiter Julius Wandelt.

Denn ein Teil der Häftlinge ist aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage, richtig zu arbeiten. Mit Tonbrenn-, Laubsäge- oder Malertätigkeiten werden die Häftlinge sozusagen beschäftigt.

"Außerdem haben wir eine Marktlücke entdeckt und übernehmen für heimische Unternehmer kleinere Arbeiten, die früher kostengünstig in Osteuropa gemacht wurden", erklärt Julius Wandelt. Für eine Lüner Firma werden beispielsweise Plastikteile entgratet.

Arbeitstherapie ist sinnvoll

Dass sie in der Arbeitstherapie sinnvoll tätig sind, wird den Häftlingen ab Mitte August besonders vor Augen geführt. Der Meisenhof richtet an der neuen Werkhalle einen Verkaufsraum ein, in dem - ähnlich wie in einer Behindertenwerkstatt - Deko-Materialen für Haus und Garten verkauft werden. "Wir wollen damit keinesfalls in Konkurrenz zu heimischen Unternehmen treten, sondern nur zeigen, wie hier gearbeitet wird", unterstreicht Julius Wandelt.

Zu bestimmten Öffnungszeiten soll dann Publikum von außerhalb auf das Gelände kommen dürfen. Den Verkauf sollen die Gefangenen selbst übernehmen. Die Idee zum Werkstattladen hat der JVA-Leiter sich in der Schweiz abgeguckt.

Dort geht die geschlossene JVA Pöschwies mit gutem Beispiel voran. Dass Castrop-Rauxeler zum Einkauf in den Meisenhof kommen, glaubt Julius Wandelt: "Wir haben schließlich eine Versuchsgruppe: unsere Nachbarn. Sie kaufen jetzt schon Blumen von uns."

463 Häftlinge sitzen im Meisenhof ihre Strafe ab

Der Neubau der Halle und der Bau des benachbarten Erweiterungsbaus, der nach langwieriger Bodenbereitung voran schreitet, kosten 6,5 Millionen Euro. Diese trägt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Der Meisenhof muss die Gebäude mieten.

Wenn die JVA am Samstag, 16. August, ihr 40-jähriges Bestehen feiert, sind Besucher von 13 bis 18 Uhr willkommen. Julius Wandelt hofft, dass die bisherige Rekordmarke geknackt wird, und über 2000 kommen. jug

Im Meisenhof verbüßen 463 Häftlinge ihre Strafe. 130 arbeiten draußen, 220 in der JVA. Der Rest sind Rentner oder Erkrankte. Pro Tag kann ein Taschengeld von bis zu 15 Euro erarbeitet werden.

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